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Explorer oder DOS-Box?

13.06.2001 | 17:01 Uhr |

Um große Dateimengen zu kopieren, können Sie entweder den Windows-Explorer oder die Befehle Copy und Xcopy in der DOS-Box verwenden. Welche dieser drei Methoden ist die schnellste? Die PC-WELT hat die verschiedenen Kopiermethoden unter die Lupe genommen.

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Gering

Um große Dateimengen zu kopieren, können Sie entweder den Windows-Explorer oder die Befehle Copy und Xcopy in der DOS-Box verwenden. Welche dieser drei Methoden ist die schnellste?

Wir haben Kopieraktionen mit einem Volumen von 50 bis 500 MB exakt gemessen, und zwar sowohl auf lokalen Festplatten als auch zwischen Peer-to-Peer-Netzrechnern. Dabei wies keine der drei genannten Methoden signifikante Vorteile auf. Der Copy-Befehl scheidet in der Praxis oft einfach dadurch aus, dass er keine Unterverzeichnisse mitverarbeitet. Der Windows-Explorer ist immer minimal langsamer (1 bis 3 Prozent), macht das aber durch einfachere Bedienung wett. Der Weg in die DOS-Box lohnt daher nur bei ständig wiederkehrenden Kopien, die sich in einem Befehlsstapel (Batchdatei) zusammenfassen lassen.

Ein völlig anderes Bild ergibt sich beim Multitasking, also wenn ein Anwender während der Kopieraktion mit anderen Programmen arbeiten will. Diesen Fall haben wir mit dem Scripting Host so simuliert, dass während des Kopierens ein weiterer Task Daten in eine Dummy-Datei schrieb. Die Dauer der Kopieraktion und die währenddessen erreichte Größe der Dummy-Datei sind die Gradmesser für das Multitasking. Ein typisches Ergebnis, hier mit einem Kopiervolumen von exakt 400 MB, sieht so aus:

DOS: 232,1 Sekunden / 871 KBWindows: 357,2 Sekunden / 3310 KB

Das heißt: Die Kopie erledigt DOS zwar um Längen schneller, die gleiche Kopiermenge im Explorer erlaubt jedoch deutlich bessere Leistung in einem weiteren Task. Auf Leistung pro Sekunde umgerechnet, läuft dieser Task bei der Kopie mit Windows-Mitteln um den Faktor 2,47 besser.

Dieses Ergebnis dürfte für den Anwenderalltag wichtiger sein als unsere nächste Messung. Wir haben den eben skizzierten Test so geändert, dass die Dummy-Datei eine exakte Größe erreichen musste, also in beiden Fällen die exakt gleiche Leistung erbracht wurde. Konkret: Während DOS oder der Explorer 200 MB zu kopieren hatte, schrieb das Testscript einegenau 5 MB große Textdatei. Wir maßen die Zeit, bis beide Tasks abgeschlossen waren:

DOS: 161,4 SekundenWindows: 196,9 Sekunden

Erstaunlich, denn das heißt: Die Systemgesamtleistung ist besser, wenn die Kopie unter DOS erfolgt. Vor allem dann, wenn zwei (automatische) Tasks möglichst schnell abzuarbeiten sind, lohnt sich also durchaus der Einsatz der DOS-Box.

Vorsicht bei der beliebten Shareware Windows Commander. Der Dateimanager ist auf lokalen Laufwerken genauso schnell wie die hier gemessenen Bordmittel, auf Netzlaufwerken braucht er jedoch doppelt so lang. Hier ist offenbar eine "Verify"-Routine eingebaut, die sich nicht deaktivieren lässt.

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