Erste-Hilfe-Kasten für Ihren PC
Festplatten-Probleme lösen
Ziehen Sie zuerst die wichtigsten Dokumente, Bilder und Videodateien auf einen externen Speicher. USB-Sticks, externe Festplatten oder ein Netzlaufwerk leisten hier gute Dienste. Erst dann sollten Sie sich um Programmdateien kümmern – die meisten Anwendungen müssen Sie nach dem Festplattentausch ohnehin neu installieren. Befinden sich auf der schadhaften Platte mehrere Partitionen, nützt es nichts, die Daten auf eine andere Partition zu überspielen.
Prüfen Sie zunächst, ob die neue Festplatte anläuft: Beim PC-Start müssen Sie das Hochdrehen der Festplattenspindel und nach etwa zwei Sekunden die ersten Zugriffsgeräusche hören. Ist das nicht der Fall, überprüfen Sie die Stromversorgung. Das Bios erkennt SATA-Platten nur, wenn der entsprechende Steckplatz und der zugehörige Controller aktiviert sind. Ob das der Fall ist, erfahren Sie im Bios, etwa unter „Main, SATA“ respektive „Advanced, eSATA/PATA Controller“. Zwei EIDE-Festplatten pro Steckplatz werden nach dem Master-Slave-Prinzip angeschlossen. Wie die Laufwerke konfiguriert sind, bestimmen Steckbrücken (Jumper) am Anschlussfeld: Alternativ zu „Master“ und „Slave“ können Sie auch „Cable Select“ beziehungsweise „Csel“ wählen. Das müssen Sie bei beiden Laufwerken am EIDE-Steckplatz einstellen.
Prüfen Sie bei USB-Geräten, ob der USB-Port im Bios freigeschaltet ist – nicht nur bei öffentlichen Rechnern ist er oft aus Sicherheitsgründen gesperrt. Besitzt die Festplatte zwei USB-Stecker, dann müssen Sie auch beide einstecken: Der eine ist für die Datenübertragung zuständig, der andere für die Stromversorgung. Eine E-SATA-Platte muss angesteckt und eingeschaltet sein, wenn Sie den PC hochfahren. Anders als bei USB-Modellen funktioniert das Ein- und Umstecken während des Betriebs nicht.
Ihr PC reizt USB 2.0 nicht aus: Nach dem Einstecken erhalten Sie die Meldung: „Dieses Gerät kann eine höhere Leistung erzielen“. Ihr PC beherrscht dann nicht den flotten USB-2.0-, sondern nur den langsamen 1.1- oder 2.0-Full-Speed-Modus.
Die Festplatte ist zu laut: Hier hilft nur ein Einbaukit, etwa ein HDD Vibe-Fixer – ab 13 Euro erhältlich.
Gelöschte Daten retten: Mit File Recovery können Sie Dateien auf Partitionen mit FAT12/16/32 sowie NTFS retten, wenn sie noch nicht überschrieben wurden.
Daten sicher löschen: Archicrypt Shredder löscht sensible Daten unwiederbringlich von der Festplatte.
Die Festplatte wird zu heiß: Die Temperatur sollte unter 50 Grad liegen. Senken lässt sie sich etwa mit dem Festplattenlüfter Sharkoon HDD Cooler (8 Euro).
Eine alte Platte verwenden: Nutzen Sie Ihre getauschte Platte als mobilen Speicher in einem Festplattengehäuse. Zum einfachen Auslesen genügt schon ein EIDE/SATA-USB-Adapterset (rund 20 Euro).
Smart-Daten auslesen: Vor dem Ableben einer Festplatte erhöht sich die Zahl der misslungenen Schreib- und Leseversuche in den Smart-Daten. Diese gibt Smartudm aus.
Platten-Check mit HD-Tune: Defekte Sektoren und Datenfehler deckt das Gratis-Tool HD Tune auf. Geräusche identifizieren: Sie wissen nicht, ob das Geräusch Ihrer Festplatte bedenklich ist? Hören Sie sich zum Vergleich Geräusche, die andere defekte Festplatten machen.



