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Eingabeaufforderung: Der Nachfolger von COMMAND.COM

Problem: Noch von MS-DOS her sind Sie es gewohnt, Datei-Operationen auch unter Windows am effektivsten innerhalb einer Eingabeaufforderung statt mit dem Windows-Explorer durchzuführen. Unter Windows 2000 und XP gibt es ebenfalls eine Eingabeaufforderung, doch ist die Navigation durch lange Verzeichnisnamen wie "Dokumente und Einstellungen" ziemlich umständlich geworden

Anforderung

Fortgeschrittener, Profi

Zeitaufwand

Mittel

Problem: Noch von MS-DOS her sind Sie es gewohnt, Datei-Operationen auch unter Windows am effektivsten innerhalb einer Eingabeaufforderung statt mit dem Windows-Explorer durchzuführen. Unter Windows 2000 und XP gibt es ebenfalls eine Eingabeaufforderung, doch ist die Navigation durch lange Verzeichnisnamen wie "Dokumente und Einstellungen" ziemlich umständlich geworden.

Lösung: Der Kommandozeilen-Interpreter CMD.EXE ist kein bloßer Ersatz für die von Microsoft stark vernachlässigte DOS-Umgebung unter Windows 95/98/ME. Vielmehr finden Sie hier ein mächtiges Werkzeug, das allerdings unzureichend dokumentiert ist. Wenn Sie keine Einstellungen vornehmen, präsentiert sich CMD.EXE auf den ersten Blick nicht viel anders als die alte COMMAND.COM. Auf den zweiten Blick sehen Sie bereits, dass die Befehlswiederholung auch ohne Doskey funktioniert.

Das heißt: Mit der Taste <Cursor oben > holen Sie zuvor eingegebene Befehle wieder heran und können sie - gegebenenfalls mit Änderungen - wiederholen.

Die Navigation durch die langen Datei- und Verzeichnisnamen lässt sich entscheidend erleichtern. Sie tippen nur die Anfangsbuchstaben, und mit der <Tab >-Taste werden sie selbsttätig zum kompletten Datei- oder Verzeichnisnamen vervollständigt.

Passen mehrere Datei- oder Verzeichnisnamen zu einer Buchstabenfolge, können Sie diese durch mehrmaliges Drücken der <Tab >-Taste nacheinander anzeigen lassen. Das Ganze funktioniert allerdings nur, wenn Sie vorher einen Registry-Eintrag vornehmen:

Öffnen Sie den Registry-Editor, und gehen Sie zum Schlüssel "Hkey_Current_User\Software\Microsoft\Command Processor".

Hier legen Sie, falls noch nicht vorhanden, die DWORD-Einträge "CompletionChar" und "PathCompletionChar" an und geben ihnen jeweils den Wert "9".

Die Oberflächen-Kosmetik ist mit CMD.EXE um einiges leichter zu bewerkstelligen, als dies im DOS-Fenster der Fall war. Um Schrift- und Hintergrundfarbe zu ändern, brauchte man dort einen Ansi-Treiber und komplizierte Befehle. Ein CMD-Fenster konfigurieren Sie ganz einfach, indem Sie auf das Icon in der linken oberen Ecke klicken und aus dem Menü "Eigenschaften" aufrufen. Auf der Registerkarte "Farben" können Sie dann die Einstellungen per Dialog vornehmen und beim Bestätigen wählen, ob sie nur für dieses Fenster oder aber für alle CMD-Fenster mit gleichem Namen gelten sollen.

Diese Farbeinstellungen können Sie auch direkt an der Verknüpfung für die Eingabeaufforderung vornehmen, wenn Sie aus deren Kontextmenü "Eigenschaften" aufrufen. Sie gelten dann allerdings nur für diese Verknüpfung.

Über die Registerkarte "Layout" können Sie die Eingabeaufforderung ebenfalls Ihren Bedürfnissen anpassen. So lässt sich die Größe des Fensterpuffers und die Fenstergröße getrennt regeln. Sie können beispielsweise den Fensterpuffer auf 1000 Zeilen stellen, dem Fenster selbst jedoch nur die üblichen 25 Zeilen Höhe zuweisen.

So nimmt es nicht zu viel Platz weg, und Sie können mit Hilfe des Scrollbalkens trotzdem die letzten Zeilen einsehen.

Last but not least bietet CMD.EXE die Möglichkeit, mittels des "title"-Befehls den Fenstertitel zu ändern. Über dessen rein kosmetische Anpassung hinaus lassen sich hier nützliche Infos unterbringen. Haben Sie zum Beispiel eine Batchdatei erstellt, die eine längere Laufzeit hat, geben Sie ihr als letzte Befehlszeile

title %0 beendet mit Fehlerwert %errorlevel%

So sehen Sie, auch wenn Sie das Fenster im Hintergrund haben, dass die Batchdatei beendet wurde und ob dabei ein Fehler auftrat. Auch mitten bei der Arbeit können Sie "title"-Anweisungen verwenden, um im Fenstertitel eine Art Fortschrittsanzeige zu realisieren.

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