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DynDNS im Eigenbau - PC aus dem Web aufrufen

02.07.2014 | 15:34 Uhr |

Sofern Sie über einen eigenen Webspace verfügen, können Sie Ihr Heimnetzwerk jederzeit über eine geschützte Webadresse samt Passwort aufrufen - so geht's.

Die meisten Internet-Provider führen einmal am Tag eine Zwangstrennung durch und weisen dem DSL-Router eine neue IP-Adresse zu. Wer seine Fritzbox beziehungsweise das Netzwerk dahinter von außen über das Internet erreichen will, muss die IP-Nummer kennen. Einfacher geht’s über einen Dienst, der der IP-Nummer einen Domainnamen zuordnet (Dynamic DNS-Anbieter). AVM bietet auf www.myfritz.net selbst einen kostenlosen Dynamic-DNS-Dienst an. Wollen Sie jedoch von externen Dienstleistern unabhängig sein, können Sie eine eigene Weiterleitung auf die Fritzbox oder einen Server im Heimnetz einrichten. Voraussetzung dafür ist, dass Sie einen Webspace besitzen, der auch PHP unterstützt. In unserem Downloadbereich finden Sie mit Dyndns ein Beispiel-PHP-Script, das Sie auf Ihrem Webserver in ein beliebiges Verzeichnis speichern.

Am Anfang des Scripts stehen einige Variablen, die Sie anpassen müssen. Tragen Sie hinter „$pwort=“ ein ausreichend kompliziertes Passwort ein, hinter „$dyntxt=“ gehört der Name einer Textdatei, in der das Script jeweils die aktuelle IP-Nummer der Fritzbox speichert. Erstellen Sie eine leere Textdatei mit diesem Namen auf Ihrem Server und sorgen Sie dafür, dass der Webserver Schreibzugriff darauf hat. Mit der Variablen $port legen Sie fest, über welchen Port der Server im Heimnetz zu erreichen ist. Hier kann etwa eine Angabe wie „:8080/konfiguration“ stehen. Ist der Server über den Standardport zu erreichen, bleibt der Inhalt der Variablen leer.

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Über die Konfigurationsoberfläche der Fritzbox können Sie unter „Dynamic DNS“ einen eigenen Server angeben. Auf diesem speichert ein PHP-Script die jeweilige IP-Nummer.
Vergrößern Über die Konfigurationsoberfläche der Fritzbox können Sie unter „Dynamic DNS“ einen eigenen Server angeben. Auf diesem speichert ein PHP-Script die jeweilige IP-Nummer.

Öffnen Sie im Browser die Konfigurationsoberfläche der Fritzbox über die Adresse http://fritz.box . Gehen Sie auf „Internet > Freigaben“ und auf die Registerkarte „Dynamic DNS“. Setzen Sie ein Häkchen vor „Dynamic DNS benutzen“, und wählen Sie hinter „Dynamic DNS-Anbieter“ den Eintrag „Benutzerdefiniert“ aus. Hinter „Update-URL“ tragen Sie die Zeile http://www.meinserver.de/dyndns.php?pass=<pass>&meineip=<ipaddr> ein. Statt www.meinserver.de verwenden Sie die URL, über die Ihr Webserver erreichbar ist. Hinter „Domainname“ setzen Sie diese URL ebenfalls ein. Bei „Benutzername“ vergeben Sie einen beliebigen Benutzernamen, und hinter „Kennwort“ tippen Sie das Passwort ein, das Sie in Ihrem PHP-Script konfiguriert haben. Klicken Sie auf „Übernehmen“.

Die Fritzbox ruft die angegebene URL auf und überträgt die aktuelle IP-Adresse. Nach einer Zwangstrennung wird das Script automatisch gestartet. Wenn Sie http://www.meinserver.de/dyndns.php ohne weitere Parameter im Browser aufrufen, leitet das PHP-Script auf die IP-Adresse um. Mit dem zusätzlichen Parameter ?FW=1 erfolgt die Weiterleitung auf die https-Adresse. Darüber erreichen Sie die Fritzbox-Oberfläche, wenn Sie die Fernwartung aktiviert haben.

Portfreigaben: Ein NAS oder ein PC im heimischen Netzwerk ist von außen nur zu erreichen, wenn die Fritzbox die Anfrage weiterleitet. Die Konfiguration dafür finden Sie in der Fritzbox-Oberfläche unter „Internet > Freigaben“ auf der Registerkarte „Portfreigaben“. Klicken Sie auf „Neue Portfreigabe“, und wählen Sie hinter „Portfreigabe aktiv für“ beispielsweise „HTTP-Server“ aus. Hinter „an Computer“ stellen Sie den Namen des gewünschten Gerätes oder seine IP-Adresse ein. Klicken Sie auf „OK“, um die Änderungen zu übernehmen.

Bitte beachten Sie: Das Beispiel-PHP-Script ist für die private Nutzung ausreichend sicher, genügt aber nicht höheren Sicherheitsanforderungen. Ein Angreifer, der das Passwort herausgefunden hat, könnte über das Script beliebige Befehle in die Textdatei schreiben, die der Webserver dann ausführt. Optimal wäre es, die IP-Adresse – wenn vorhanden – in eine Datenbank wie MySQL zu schreiben.

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