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So bauen Sie zuhause Ihre private Cloud auf

21.09.2016 | 15:22 Uhr |

Wer seine Daten aus dem Internet so weit wie möglich nach Hause verlegen möchte, sollte sich den Ionas-Server ansehen.

Moderne Cloud-Dienste haben viele Vorteile und fast jeder PC- oder Smartphone-Nutzer verwendet mindestens einen dieser Dienste, etwa ein Mailkonto mit IMAP-Anschluss. Wer sich aber angesichts staatlicher Überwachung und Benutzeranalyse durch private Firmen in der Cloud nicht mehr wohlfühlt, kann sich die wesentlichen Dienste zu Hause auf einem eigenen Server nachbauen. PC-Interessierte können das auf vielfältige Weise selber erledigen, etwa mit einem alten Desktop-Rechner und einem Linux-System. Wer es möglichst einfach haben möchte, kann sich auch einen Ionas-Server anschaffen. Dabei erhält man eine 1 TB große 2,5-Zoll Festplatte, den Ionas-Server und eine Erstkonfiguration durch das Ionas-Team per Desktop-Remote-Sitzung. Der Ionas-Server ist ein Raspberry Pi mit Paspbian als Betriebssystem und etlichen Open-Source-Tools, die Ihre private Cloud ermöglichen. Verwaltete wird das über eine Weboberfläche, die Sie von Ihrem PC, Smartphone oder Tablet aus erreichen. Der Ionias-Server Home mit 1 TB Speicherplatz gibt es ab ca 250 Euro. In die private Cloud lassen sich unter anderem folgende Dienste holen.

Dateiaustausch: Was Sie bisher per Dropbox oder einem ähnlichen Dienst erledigt haben, lässt sich zu einem großen Teil auf dem Ionas-Server nachbauen. Was aber die Dropbox im wesentlichen besser kann, ist ihre Integration in zahlreiche Android- und iOS-Apps. Diese elegante Anbindung an eine vielzahl von Apps bietet der Ionas-Server nicht.

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Microsoft Exchange: Mail und Kalender lassen sich nahezu perfekt zuhause nachbilden. Zumindest für Nutzer, die dafür bislang einen Client genutzt haben, etwa Thunderbird, müssen sich nicht im Geringsten umstellen. Wer seinen Maildienst bisher per Internet-Browser genutzt hat, wird sich an einen Client oder an eine andere Weboberfläche gewöhnen müssen.

Backup: Nachdem Sie mit dem Ionas-Server Ihre Daten bei sich im eigenen Netzwerk haben, müssen Sie sich allerdings auch selber um eine Datensicherung kümmern. Anders wäre es, wenn Sie Ihre Mails auf einem IMAP-Server im Internet belassen. Dann muss sich der Mailanbieter darum kümmern.

An Ihren Ionas-Server können Sie fürs Backup eine weitere Festplatte hängen und darauf eine komplette Datensicherung des Servers laufen lassen. Preisgünstiger ist eine Sicherung auf einen PC im heimischen Netzwerk. Dieser muss dann allerdings auch regelmäßig eingeschaltete sein, um als Sicherungslaufwerk dienen zu können. Alternativ können Sie das Backup auch in die Cloud, etwa zu Amazon, schicken. Die Daten werden dafür zuvor verschlüsselt. Das hat den Vorteil, dass die Daten getrennt vom System und außer Haus lagern.

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Der Zugriff von außen: Das Ionas-Team empfiehlt für den Zugriff auf Ihre Daten von unterwegs aus eine VPN-Verbindung. Das hat allerdings den Nachteil, dass Sie diese auf Ihren Mobilgeräten extra einschalten müssen. Sie können sich auch ohne VPN, aber trotzdem verschlüsselt, nach Hause verbinden lassen. Das soll aber laut Ionas weniger sicher sein.

Für diese Nutzer lohnt sich ein Ionas-Server: Sie möchten raus aus der (Internet)-Cloud und Ihre Daten so weit wie möglich im eigenen Heim haben. Dafür sind Sie bereit ein paar Dinge anders zu machen als bisher. Außerdem möchten Sie sich aber nicht in die Tiefen einer Serverkonfiguration begeben, sondern eine Unterstützung für der Erstkonfiguration erhalten.

Für wen sich der Ionas-Server eher nicht eignet: Wenn Sie gerne neue Software und neue Internetdienste ausprobieren, dann empfiehlt sich der Ionas-Server eher nicht. Dann sollten Sie sich eher ein leistungsfähiges NAS ansehen. Die höherwertigen Gerät der beiden wichtigsten NAS-Hersteller, QNAP und Synology, bieten einen eigenen App-Store für die NAS-Software. Darin findet sich ein großes Angebot an Tools, mit denen Sie sich selber Ihre private Cloud basteln können.

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Das Aussehen: Zum Schluss noch ein Hinweis zur Optik. Der Raspberry Pi steckt in einem selten hässlichen Gehäuse. Daran wird eine Festplatte von Western Digital per aufgeklebten Klettverbindern festgemacht. Schön sieht das nicht aus. Sie sollten also wissen: Beim Ionas-Server muss man auf die inneren Werte schauen. Aber die sind durchaus attraktiv.

Das große Plus: Das Besondere am Ionas-Server ist die Ersteinrichtungshilfe. Wenn Sie Ihren Server angeschlossen haben, rufen Sie bei Ionas an. Das Ionas-Serviceteam hilft Ihnen dann per Remote-Desktop-Sitzung dabei, Ihre Daten und Dienste, etwa Mail, Kalender und Dropbox, auf den Ionas-Server zu übertragen und nachzubauen. Wie das vor sich geht, können Sie beobachten und erfahren dabei auch, wie sie einfache Wartungen an Ihrem System selber durchführen, etwa das Anlegen eines weiteren Nutzers. Dieser Services ist für manchen Nutzer sicher ein großer Pluspunkt. Laut Hersteller ist in der Regel auch noch eine zweite Servicerunde im Preis inbegriffen, etwa um Problem zu beseitigen, die nach ein paar Tagen sichtbar werden. Sollte man sich darüber hinaus noch Unterstützung wünschen, ist diese dann kostenpflichtig.

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