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Defektes Display am Notebook selbst austauschen

08.12.2015 | 15:30 Uhr |

Display am Notebook defekt? Kein Drama, denn die Monitoreinheit können Sie schnell und günstig selbst wechseln.

Einen Moment nicht aufgepasst, schon ist das Notebook heruntergefallen und funktioniert nicht mehr. Nach einer kurzen Frustphase geht es an die Fehlersuche: Was ist wirklich defekt? Vielleicht nur der Bildschirm? Das ist über einen externen Monitor oder Fernseher, der per HDMI- oder VGA-Kabel an den tragbaren Rechner angeschlossen wird, schnell geprüft. Das  Bild ist da, also ist es „nur“ die Displayeinheit.

Mancher wird sich jetzt fragen, ob er den Bildschirm selber austauschen kann. Ja. Jeder, der mit einem Schraubendreher umgehen kann und die erforderliche Vorsicht walten lässt, hat den Bildschirm schnell getauscht und bringt sein Notebook so mit vergleichsweise wenig Kosten wieder zum Laufen. In unserem konkreten Beispiel kostete das Ersatzteil, eine 15,6-Zoll-Einheit, inklusive Versand 51 Euro.

So geht’s: In aller Regel müssen Sie am unteren „Hauptteil“ des Klapprechners gar nichts machen, die Arbeiten beschränken sich auf den oberen Klappdeckel.

Nehmen Sie im ersten Schritt den Akku heraus. Nun entfernen Sie den vorderen Abdeckrahmen, der die Displayeinheit zur Klappseite hin einfasst und meist gesteckt und/oder geschraubt ist. Dazu googeln Sie am einfachsten im Internet nach Ihrem individuellen Rechnermodell bzw. dem Hersteller und Begriffen wie „display repair“ für Informationen zum Auseinanderbauen. Werden Sie im Web oder auf Youtube fündig, folgen Sie der Anleitung.

Aber auch ohne ist das Auseinanderbauen keine große Herausforderung: Häufig verstecken sich Schrauben für den Zusammenhalt unter den aufgeklebten oder eingesteckten Gummistoppern, die das Herunterklappen des Deckels abfedern. Ziehen Sie die Stopper ab und lösen Sie die Schrauben mit einem kleinen passenden Schraubendreher. Die Schrauben selbst verwahren Sie bitte sicher in einer Box, damit sie auf keinen Fall verlorengehen.

Lesetipp: Notebooks in Not – Praxis-Tipps zur Reparatur

In aller Regel ist der vordere Abdeckrahmen für das Display aufgesteckt bzw. eingeclipst. Wenn Sie keine weiteren versteckten Schrauben mehr finden, fahren Sie - mit sehr viel Vorsicht! – mit einem Messer oder einer Kreditkarte von außen in den Spalt zwischen vorderem Abdeckrahmen und dem hinteren Notebookdeckel. Hebeln Sie die Abdeckung ringsherum Stück für Stück ab, bis Sie den losen Rahmen in den Händen halten. Nun werden weitere Schrauben sichtbar, die den Metallklapprahmen mit dem hinteren Deckel und dem eigentlichen Bildschirm fixieren. Schrauben Sie auch diese vorsichtig heraus und halten Sie am Schluss das lose Display fest. Es darf nicht herunterfallen, weil sonst unter Umständen die Kabelverbindung beschädigt wird.

Im letzten Schritt ziehen Sie ebenfalls vorsichtig das vielpolige Flachbandkabel von der Rückseite des Displays ab. Ist es mit Klebeband gegen versehentliches Herausrutschen fixiert, lösen Sie zuerst das Klebeband.

Nun halten Sie das lose Display in den Händen und suchen die genaue Typennummer auf dem Aufkleber, in unserem Fall „LTN156AT27“. Ein schneller Blick ins Internet zeigt: Ja, es handelt sich um die gesuchte 15,6-Zoll-Displayeinheit. Händler bei Ebay und im Web, die die Ware am Lager haben, gibt es zur Genüge.

Der Einbau des neuen Displays läuft umgekehrt wie der Ausbau: Kabel anschließen und gegen Herausrutschen mit Klebeband fixieren, dann bringen Sie die Schrauben an. Dabei ist zum Halten der losen Teile unter Umständen eine zweite Person hilfreich. Achten Sie bitte darauf, dass das Monitorkabel richtig in der vorgesehen Führung liegt und nirgendwo hervorsteht. Zum Schluss drücken Sie den vorderen Displayrahmen wieder fest, so dass er überall gleichmäßig und damit spannungsfrei passt.

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Wenn Sie keine Schrauben und sonstigen Teile mehr übrig haben, kommt der spannende Moment: das Einschalten, nachdem Sie den Akku wieder eingesetzt haben. Das Notebook läuft!

Neben den Kosten für die Ersatzteilbeschaffung müssen Sie je nach Rechnermodell und persönlichem Geschick für Ein- und Ausbau 30 bis 60 Minuten Zeit aufwenden. Das lohnt sich doch, oder?

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