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Das bringt der neue Standard Displayport 1.4

28.06.2016 | 15:10 Uhr |

Die Vesa hat mit Displayport 1.4 den Videostandard aktualisiert. Was die aktuelle Version bringt, erfahren Sie im Tipp.

Die Video Electronics Standards Association (Vesa) verabschiedet mit Displayport 1.4 die aktuelle Version des Video-Standards. Die neue Fassung ist darauf ausgelegt, einen Monitor mit 8K-Auflösung und 60 Hertz anzusteuern, ohne etwas am Kabel zu verändern. Der Tipp verrät, wie sie das erreicht und was der Standard mit USB-Typ C und HDMI 2.0 zu tun hat.

Kompression statt Bandbreite: Bei der Vorgängerversion Displayport 1.3, die im September 2014 veröffentlicht wurde, steigert sich die maximale Bandbreite zur Datenübertragung auf 32,4 Gigabit pro Sekunde, die auf vier Datenleitungen mit je 8,1 GB/s verteilt sind. Damit erreicht Displayport 1.3 maximale Auflösungen von 5120 x 2880 Pixeln bei 60 Hertz oder 7680 x 4320 Pixeln bei 30 Hertz. Die aktuelle Fassung ändert nichts an der Bandbreite, steigert jedoch die bereits unterstützte 8K-Auflösung auf eine Bildwiederholrate von 60 Hertz und bei 4K-aufgelösten Displays (3840 x 2160 Pixel) auf 120 Hertz.

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Dazu setzt die Vesa auf Display Stream Compression 1.2 und damit erstmals auf eine Datenkompression. Sie soll ohne sichtbare Verluste auskommen und schon länger bei Embedded Displayport (eDB) eingesetzt werden – eine Variante, die bei eingebauten Displays in Notebooks, Tablets oder Smartphones vorkommt. Die Kompressionsrate der Bilddaten soll bei 3:1 liegen. Der Vorteil: Dank der Datenkompression kann die aktuelle Version des Standards an den herkömmlichen Kabeln festhalten. Das gelingt jedoch nur, weil eine neue Fehlerkorrektur implementiert ist. Dank Forward Error Correction (FEC) bleibt sichergestellt, dass der Datentransport fehlerfrei funktioniert. Das ist in diesem Fall laut Vesa besonders wichtig, denn ein fehlgeleiteter Datenstrom hätte zur Folge, dass ein ganzer Teil eines Displays ausfällt. DSC hat jedoch gleichzeitig den Nachteil, dass die Eingangslatenz minimal ansteigt. Dafür bringt DSC mit HDR-Unterstützung einen weiteren Vorteil mit. Damit unterstützt der Standard den Transport von Metadaten für die Hochkontrastbilder (High Dynamic Range).

USB Typ C und HDMI 2.0a: Neben dem eigenen Displayport-Anschluss unterstützt Version 1.4 USB Typ C und damit den verdrehsicheren Stecker und dessen Kabel. Das liegt weniger an Displayport selbst als am USB Alternate Mode – ein Modus innerhalb der USB-Typ-C-Spezifikation, mit dem sich Signale anderer Standards über USB-Kabel und -Schnittstellen übertragen lassen. Um Kompatibilität geht es der Vesa auch bei der Unterstützung des für HDR wichtigen Standards CTA-861.3: Denn dieser ist bereits in HDMI 2.0a integriert und sorgt dafür, dass statische HDR-Metadaten wie sie bei aufgenommenen Inhalten vorkommen (etwa von einer UHD-Blu-ray) korrekt an das Display weitertransportiert werden. Damit bleiben HDMI und Displayport untereinander kompatibel, was für Adapter-Lösungen von DP auf HDMI oder umgekehrt von Bedeutung ist.

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Audiofähigkeiten: Displayport 1.4 kann 32 Audiokanäle bei einer Sample Rate von 1536 Kilohertz transportieren. Laut Vesa schließt das alle bekannten Audioformate ein. Damit gemeint sind wohl auch die aktuellen Raumklangformate Dolby Atmos, DTS:X und Auro 3D, auch wenn sie nicht ausdrücklich aufgelistet sind.

Wie bei Displayport-Spezifizierungen üblich, dauert es sehr lange von der Veröffentlichung des Standards bis zur tatsächlichen Umsetzung in Geräten. Displayport 1.4 wird hier keine Ausnahme sein. Derzeit finden sich in Bildschirmen die Anschlüsse in Version 1.2. Damit liegt die Fassung 1.3 noch vor der derzeit aktuellsten Version 1.4.

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