2020042

DNS-Cache von Windows erweitern für mehr Geschwindigkeit

22.12.2014 | 11:11 Uhr |

Um unnötige DNS-Anfragen zu vermeiden, ergänzen Sie mit dieser Freeware den Windows-DNS-Cache.

Damit nicht bei jedem erneuten Kontakt zu bereits kontaktierten Internet-Servern erneut DNS-Anfragen gestartet werden müssen, speichert Windows die Zuordnungen bis zum nächsten Neustart, maximal aber einen Tag lang zwischen. Falls Sie rein interessehalber schauen wollen, welche Einträge sich aktuell in dem Cache befinden, öffnen Sie ein Kommandozeilen-Fenster (cmd.exe) und geben Sie „ipconfig /displaydns“ ein. Für eine seitenweise Ausgabe hängen Sie ein Leerzeichen gefolgt von „|more“ an den Befehl an. Durch Drücken der Leertaste blättern Sie eine Bildschirmseite weiter. Mit dem Befehl „ipconfig /flushdns“ können Sie den Cache jederzeit leeren.

DNS-Cache von Windows
Vergrößern DNS-Cache von Windows

Da sich DNS-Einträge großer Websites selten ändern, können Sie mit der Freeware Dnsspeeder den Windows-internen DNS-Cache um einen zusätzlichen Cache erweitern, dessen Inhalt beim Windows-Neustart erhalten bleibt und bei dem sich die Dauer des Zwischenspeicherns flexibel einstellen lässt.

Nachdem Sie Dnsspeeder installiert und aufgerufen haben, klicken Sie auf „Options“ und setzen den Wert für „DNS records updating by TTL“ auf den Maximalwert „48“. Dadurch bleiben DNS-Einträge in dem Tool 48 Stunden gespeichert, bevor es sie neu anfragt.

Dnsspeeder arbeitet quasi als lokaler DNS-Server auf Ihrem System. Damit Windows seine Nameserver-Anfragen dorthin richtet, müssen Sie den DNS-Eintrag unter Windows in 127.0.0.1 ändern (-> Kasten „DNS-Server wechseln: So geht’s“, Seite xx). Diese Adresse bezeichnet immer das eigene System. An welche externen DNS-Server das Tool die Anfragen richten soll, legen Sie im Hauptfenster oben rechts fest. Voreingestellt ist der Google-Server 8.8.8.8. Über die Buttons darüber erstellen Sie neue Einträge oder ändern beziehungsweise löschen welche.

Damit Dnsspeeder automatisch zusammen mit Windows startet, erstellen Sie eine Verknüpfung für das Tool und verschieben Sie diese in den Autostart-Ordner des Windows-Startmenüs.

Alternative oder Ergänzung: Feste Adress-Zuordnung auf dem PC

Im Windows-Verzeichnis liegt unter \system32\drivers\etc die Datei hosts (ohne Dateiendung). Sie ist ein Relikt aus den Anfangszeiten des Internets. Damals gab es noch keine zentralen DNS-Server, so dass jeder Rechner eine eigene Domain-IP-Zuordnungs-Tabelle führen musste. Auch heute kann sie für bestimmte Zwecke von Nutzen sein.

Die Hosts-Datei kommt im Textformat daher. Um sie zu öffnen, starten Sie den Windows-Editor, klicken Sie auf „Datei -> Öffnen“, navigieren Sie zum Ordner \Windows\system32\drivers\etc\ , stellen Sie als Dateifilter „Alle Dateien (*.*)“ statt „Textdateien (*.txt) ein und doppelklicken „hosts“. Möchten Sie Änderungen vornehmen, müssen Sie den Editor per Rechtsklick auf das Programm-Icon mit Administrator-Rechten gestartet haben.

Standardmäßig besteht die Hosts-Datei nur aus einem Erklärungstext, der durch Rautezeichen auskommentiert ist. Ein gültiger Eintrag wäre so aufgebaut, dass am Anfang einer Zeile eine IP-Adresse steht und dahinter eine oder mehrere dazugehörige Domains, getrennt durch Leerzeichen.

Um die IP-Adresse eines Servers angezeigt zu bekommen, tippen Sie in die Kommandozeile (cmd.exe) den Befehl „ping <Domain>“ ein, also zum Beispiel „ping www.microsoft.com“ ein. Die IP-Adresse wird in der ersten Zeile der Ausgabe in eckigen Klammern angezeigt.

Um zum Beispiel die Adresse www.microsoft.com fest mit der IP-Adresse 134.170.184.133 zu verdrahten, fügen Sie ans Ende der Hosts-Datei folgende Zeile ein:

134.170.184.133 www.microsoft.com

Nach dem Speichern ist der Eintrag sofort aktiv und Windows führt fortan für die gelisteten Domains keine DNS-Anfragen mehr aus.

Aber Achtung: Sollten die Betreiber der Domains irgendwann einmal ihren DNS-Eintrag ändern, zum Beispiel weil sie neue Server unter einer anderen IP in Betrieb genommen haben, bekommt Ihr PC nichts davon mit und wird weiterhin versuchen, sich mit der alten IP-Adresse zu verbinden. Das wird in den meisten Fällen mit einer Fehlermeldung enden. Außerdem nutzen manche Anbieter DNS als Lastverteiler, indem sie einem Teil der Benutzer die IP-Adresse von Server A mitteilen und einem Teil die von Server B. Mit der Festlegung einer Domain-IP-Zuordnung über die Hosts-Datei landen Sie immer auf dem gleichen Server, auch wenn dieser überlastet ist.

Sie können die Hosts-Datei auch dazu nutzen, Zugriffe auf bestimmte Domains zu unterbinden. Dazu schreiben Sie an den Anfang einer Zeile „127.0.0.1“ und dahinter, mit Leerzeichen getrennt, die Adressen, die Sie sperren wollen. Verbindungsversuche zu den betreffenden Domains werden dadurch an Ihren eigenen Rechner gelenkt, der sie aber natürlich nicht beantworten kann.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2020042