706136

Brachliegende GPU-Kraft nutzen

18.08.2009 | 10:00 Uhr |

Wenn Sie am PC Ihre Bilder und Videos bearbeiten, ist die CPU schwer beschäftigt. Dagegen bleibt die Kraft des Prozessors auf der Grafikkarte ungenutzt.

Videos schneller konvertieren wenn der Grafikprozessor der CPU Arbeit abnimmt
Vergrößern Videos schneller konvertieren wenn der Grafikprozessor der CPU Arbeit abnimmt
© 2014

TIPP Die GPU (Graphics Processing Unit) stellt ihre Fähigkeiten nur Anwendungen zur Verfügung, die speziell auf sie abgestimmt sind. Das sind vor allem Spiele oder 3D-Programme, die die Programmierschnittstelle DirectX oder Open GL verwenden und die GPU für komplexe Berechnungen einsetzen. Standard-Software wie Word oder Firefox benötigt keine besonders hohe Rechenleistung und begnügt sich mit der CPU und dem 2D-Bereich der Grafikkarte für die Ausgabe auf den Bildschirm. Beim Videoschnitt und Konvertieren von Filmmaterial kommt es allerdings auf jedes Quäntchen CPU-Leistung an. Zusätzliche Prozessoren können hier die Verarbeitungsgeschwindigkeit deutlich erhöhen.
GPU-Kraft nutzen: Die Grafikchip-Hersteller Nvidia und AMD (ATI) stellen speziell angepasste Treiber und Software-Bibliotheken zur Verfügung, über die sich die GPU als zusätzlicher Prozessor einsetzen lässt. Bei Nvidia nennt sich die Technik „ Cuda “und bei ATI „ Stream “.
Leistungsschub: Beim Encodieren von Videos und beim Einsetzen von Filtern (Farbkorrektur oder Größenänderungen) kann die zusätzliche Verwendung der GPU eine Beschleunigung um den Faktor 3 bis 4 bewirken. Was in der Praxis tatsächlich möglich ist, hängt allerdings stark von der Leistung des Gesamtsystems und des Grafikchips ab.
SCHRITT 1: Um Cuda einsetzen zu können, benötigen Sie eine Grafikkarte der Geforce-8-Serie oder besser. Die komplette Liste der unterstützten Chipsätze finden Sie über www.pcwelt.de/185 .
SCHRITT 2: Installieren Sie den Cuda-Grafikkartentreiber für Ihr Betriebssystem. Treiber für andere Systeme finden Sie über www.pcwelt.de/e62 .
SCHRITT 3: Installieren Sie das Cuda-Toolkit, und wenn Sie möchten, zusätzlich das Cuda-SDK. Letzteres enthält einige Beispielprogramme von Nvidia.
SCHRITT 4: Richten Sie den Videokonverter Badaboom auf Ihrem PC ein (Vollversion: 23 Euro). Das Programm ist darauf spezialisiert, unterschiedliche Videos (MPEG2, WMV, Divx und andere) in das qualitativ hochwertige und platzsparende M.264-Format (MP4) umzuwandeln. Es nutzt dabei Cuda, um den Hauptprozessor zu entlasten. Alternativ können Sie Cyberlinks Power Director 7 installieren ( Vollversion ab 70 Euro). Das Programm unterstützt sowohl Cuda als auch Stream.
SCHRITT 5: Konvertieren Sie ein Video mit Badaboom. Dazu wählen Sie auf der linken Seite des Programmfensters über „Browse File“ eine Videodatei aus und klicken auf der rechten Seite unter „Output“ ein Ausgabeformat an, beispielsweise „iPhone“ oder „Custom Media Center“ für die Wiedergabe am PC. Klicken Sie dann auf „Start“, um mit dem Konvertieren zu beginnen.
Beobachten Sie während der Aktion die CPU-Auslastung des PCs über den Task-Manager (mit <Strg>-<Shift>-<Esc> aufrufen). Die CPU-Last sollte nur selten über 30 Prozent liegen. Normale Videokonverter lasten den Prozessor in der Regel fast zu 100 Prozent aus. Mit anderen Anwendungen lässt sich da kaum noch sinnvoll arbeiten. -te

0 Kommentare zu diesem Artikel
706136