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Besser mailen mit Linux

07.08.2001 | 11:39 Uhr |

Ein zentrales Werkzeug auf jedem aufgeräumten Linux-Desktop ist ein solides Mail-Programm. Es sollte zuverlässig mit großen Mailarchiven umgehen können, strukturierbar sein und an den entscheidenden Stellen ein wenig "mitdenken". Mehrere Mail-Accounts und Sender-Identitäten müssen möglich sein. KMail bringt all das und mehr in seiner neuen Version mit.

Anforderung

Einsteiger

Zeitaufwand

Gering

Ein zentrales Werkzeug auf jedem aufgeräumten Linux-Desktop ist ein solides Mail-Programm. Es sollte zuverlässig mit großen Mailarchiven umgehen können, strukturierbar sein und an den entscheidenden Stellen ein wenig "mitdenken". Mehrere Mail-Accounts und Sender-Identitäten müssen möglich sein. KMail bringt all das und mehr in seiner neuen Version mit.

Der Versionsschritt von 1.0.29 auf 1.1.99 scheint gering. Den KMail-Entwicklern ist mit ihrem neuesten Release jedoch ein großer Wurf gelungen.

KMail läuft jetzt unter dem neuen Desktop KDE 2. Das heißt, zum Betrieb benötigen Sie die neuen KDE- und Qt-Bibliotheken, die Sie sich entweder an den bekannten Stellen aus dem Netz oder von diversen neuen Distributions-CDs holen können.

Nach der Installation sollten Sie sich zunächst mit den Einstellungen beschäftigen. Unter "Netzwerk" können Sie Ihre Mail-Accounts eintragen. Für jeden Account lassen sich getrennte Zielordner einstellen und damit etwa Mailinglisten von der Privatpost trennen.

Unter "Identität" können Sie verschiedene Absender einstellen, vorausgesetzt Ihr Mailserver akzeptiert diese auch. Praktisch ist das vor allem dann, wenn Sie eine alte Mailingliste abbestellen wollen, die Sie noch unter einem alten Account bestellt hatten.

Die Vorgängerversion von KMail zeigte einige Schwächen beim Verfassen und Abholen von Mails. Beispielsweise funktionierte der Zeilenumbruch beim Nachbessern in Mails nicht richtig und beim Abholen vom Mailserver verabschiedete sich die grafische Oberfläche nachhaltig. Man konnte also in den schon eingelaufenen Nachrichten nicht blättern, während noch der neueste Roman vom Freund heruntergeladen wurde.

Dies alles ist nun Vergangenheit: Das neue KMail zeigt beim Abholen in einer Statuszeile die Meldungen vom Mailserver (Anzahl der Nachrichten, Größe) sowie einen Fortschrittsbalken. Dies jeweils pro Account. Auch der Zeilenumbruch funktioniert endlich zu vollster Zufriedenheit. Keine verschobenen Zitate mehr, keine nachträgliche Bastelei in zu "breiten" Absätzen.

Die kleine Lupe in der Werkzeugleiste steht für die neue Suchfunktion. Damit können Sie bestimmte Mailordner oder auch Ihr gesamtes Mailarchiv nach Stichwörtern oder regulären Ausdrücken durchsuchen. KMail erzeugt eine Liste mit Treffern, die sich dann jeweils mit Doppelklick blitzschnell heranholen lassen. Wenn Sie schon mal in einem 20 Megabyte großen "Mailchaos" nach der wichtigen Telefonnummer eines Freundes suchen mußten, werden Sie dieses neue Feature sehr zu schätzen wissen.

Weitere Veränderungen: Beim Adressieren von Nachrichten genügen die Eingabe der ersten Buchstaben. Mit STRG-T springt das Adressbuch zur Seite und vervollständigt die Adresse. Die Werkzeugleiste lässt sich nach Belieben einrichten. Sie können genau die Befehle hier ablegen, die Sie auch wirklich benötigen.

KMail bringt jetzt auch eine halbintelligente Quoting-Funktion mit, die vor allem in ellenlangen Mailinglisten-Threads zur Wirkung kommt: In Nachrichten mit vielen verschachtelten Zitaten werden die einzelnen Zitate farblich abgesetzt dargestellt. So werden die beliebten, ungekürzten Replies übersichtlicher.

KMail bringt viele Verbesserungen im Detail mit. Aber auch grundlegende Tuningmaßnahmen wie die Einbindung der KDE 2-Komponenten (Viewer, HTML-Widget) machen diese Release zu einem Muß für jeden anspruchsvollen Mailer.

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