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Mobiler Hotspot - Besser als WLAN-Tethering

01.06.2015 | 14:36 Uhr |

Auf Reisen ist oft kein WLAN verfügbar. Mit einem mobilen Hotspot – ein Mobilfunk-Router, kaum größer als eine Zigarettenschachtel – lässt sich das Problem elegant lösen.

Auf Reisen ist oft kein WLAN verfügbar, der Abruf von Mails oder News per Notebook oder Tablet ist damit genauso unmöglich wie das Füttern des E-Book-Readers mit neuem Lesestoff. Zwar beherrscht jedes Smartphone das WLAN-Tethering, bei dem es ein eigenes, kleines Funknetzwerk aufspannt und die Internet-Verbindung per Mobilfunk herstellt (in Android zu finden über „Einstellungen > Drahtlos & Netzwerke > Mehr > Tethering und mobiler Hotspot“). Doch im Vergleich mit der spezialisierten Hardware eines mobilen Hotspots ist das lediglich eine Behelfslösung.

Mobile Hotspots sind Mobilfunk-Router in der Größe einer Zigarettenschachtel, die per HSPA+ oder LTE eine schnelle Internet-Verbindung aufbauen und über ein WLAN nach dem 802.11n-Standard an die Geräte in der Umgebung weitergeben. Gegenüber einem Smartphone können sie auf mehrere Vorteile verweisen:

Längere Laufzeit: Da das Display erheblich kleiner ist als das eines Smartphones und viele Zusatzfunktionen wegfallen, halten die Akkus der mobilen Hotspots auch bei Dauerbelastung deutlich länger durch. Bei ausgiebigen Internet-Sitzungen lassen sich die Akkus auch zwischendurch wechseln, außerdem kann man die Geräte per Micro-USB-Anschluss über die Steckdose oder den USB-Port eines Rechners mit Strom versorgen. Im letztgenannten Szenario fungieren die Geräte außerdem als externes Modem. Die Treiber-Software ist üblicherweise in die Firmware integriert und wird automatisch eingerichtet.

Preiswerter Internet-Zugang: Im Ausland kann man durch den Kauf einer SIM-Karte eines lokalen Mobilfunk-Anbieters hohe Roaming-Gebühren vermeiden. Gleichzeitig ist man über die deutsche SIM-Karte im Smartphone weiterhin telefonisch erreichbar. Anwender, die vor allem in Deutschland ein mobiles WLAN benötigen – etwa für geschäftliche Besprechungen im Zug oder Hotel – bekommen bei allen Anbietern spezielle Mobilfunkverträge, die ein höheres Datenvolumen umfassen.

Schneller Zugang: Die aktuellen Hotspots unterstützen nahezu alle den schnellen LTE-Standard. Bei Auswahl eines entsprechenden Providers können so höhere Verbindungsgeschwindigkeiten erzielt werden als mit den meisten Smartphones.

Schnelles WLAN: Die Geräte spannen ein Funknetz nach dem 802.11n-Standard auf mit Brutto-Geschwindigkeiten von 150 oder sogar 300 MBit/s. Sie besitzen Buchsen für den Anschluss von ein oder zwei externen Antennen, die die Reichweite noch einmal deutlich erhöhen.

Tipp: Smartphone als Hotspot nutzen

Gemeinsamer Datenspeicher: Üblicherweise lässt sich der Speicher der eingesetzten Micro-SIM-Karte für die Netzwerk-Clients freigeben. Auf diese Weise ist ein einfacher Austausch von kleinen Dateien wie Textdokumenten möglich.

Gegen die Anschaffung eines mobilen Hotspots für das komfortable Internet-Surfen mit der ganzen Familie im Urlaub spricht vor allem der Preis: Die Geräte kosten zwischen 100 und 150 Euro. Wer auf hohe Geschwindigkeit und lange Akkulaufzeiten verzichten kann, kommt daher mit einem älteren Smartphone und dessen Tethering-Funktionen billiger weg – solche Modelle sind bereits ab etwa 50 Euro erhältlich.

Tipp: Die Mobilfunk-Betreiber bieten mobile Hotspots in Kombination mit einem darauf abgestimmten Vertrag oft erheblich günstiger an. Dabei vergeben sie allerdings eigene Bezeichnungen für die Geräte, so dass sich der wahre Typ und Hersteller nur schwer identifizieren lassen. Der Markt wird dominiert von den beiden chinesischen Firmen Huawei und ZTE. Unter den bekannten amerikanischen Netzwerk-Ausrüstern hat lediglich Netgear einen mobilen Hotspot im Programm.

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