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Backup und Restore mit Wim-Dateien

07.05.2015 | 09:41 Uhr |

Das Wim-Format eignet sich gut für Windows-Backups. Wir stellen ein alternatives Tool vor, mit dem Sie Wim-Dateien erstellen können.

Dieses Programm brauchen Sie: Wimlib , kostenlos, für Windows XP, Vista, 7 und 8

Die Installations-Medien von Windows 7 oder 8 enthalten in der Datei Install.Wim das komplette Abbild der Windows-Installation. Das Setup-Programm richtet lediglich die Boot-Uumgebung ein und entpackt die Install.Wim auf die Festplatte.

Das Windows-Imaging-Format (WIM) ist jedoch nicht auf die Windows-Installation beschränkt. Sie können in einer Wim-Datei auch ein Backup der Windows-Partition speichern. Das Verfahren ist weniger für die regelmäßige Datensicherung als für das Backup eines bestimmten Systemzustands geeignet, etwa nach einer Neuinstallation mit Updates, aktualisierten Treibern und Anwendungen. Ein Restore funktioniert auf derselben Festplatte oder nach einem Austausch der Hardware auf eine neue Festplatte oder SSD. Wim-Abbilder lassen sich mounten, extrahieren und verändern, so dass Sie jederzeit transparenten Zugriff auf die gesicherten Dateien haben.

Für den Umgang mit Wim-Dateien liefert Microsoft das Tool Dism bei Windows 7 und 8 gleich mit. Das Kommandozeilen-Tool lässt sich über relativ komplexe Parameter steuern. Es arbeitet jedoch nicht besonders schnell und nicht immer zuverlässig. Um die Alternative Imagex aus dem Windows Assessment and Deployment Kit (ADK) ist es auch nicht besser bestellt.

Eine schnellere Open-Source-Alternative ist Wimlib. Es bietet zwar nicht alle Funktionen von Dism oder Imagex, ist aber für Backup und Restore ausreichend. Zudem gibt es Wimlib auch für Linux, so dass Sie WIM-Dateien auch unter diesem Betriebssystem bearbeiten oder den Inhalt auf die Festplatte übertragen können.

Vorbereitungen: Weder Backup noch Restore können unter einem laufenden Windows erfolgen. Sie benötigen dafür ein Windows-Wiederherstellungssystem oder einen Windows-Installations-Datenträger. Nutzer von Windows 8.1 können sich über die Tastenkombination Win+R und recoverydrive einen USB-Boot-Stick erstellen. Windows-7-Nutzer können die Windows-Installations-DVD verwenden.

Wir empfehlen einen bootfähigen USB-Stick auf Windows-8-Basis, den Sie auch für eine Windows-7-Installation verwenden können. Wie Sie an eine Windows-8.1-ISO-Datei herankommen und damit einen bootfähigen Installations-Stick erstellen, lesen Sie im Tipp Clean-Installation: Windows 8.1 sauber aufspielen.

Als Ziel für das Backup benötigen Sie eine USB-Festplatte oder eine zweite Festplatte im PC mit genügend Platz. In der Wim-Datei werden die Dateien komprimiert gespeichert. Dabei reduziert sich die Größe auf etwa 50 bis 70 Prozent des auf der Festplatte belegten Platzes. Entpacken Sie außerdem Wimlib von der Heft-DVD auf den Installations-Stick in das Verzeichnis „Wimlib“. Verwenden Sie die zum System passende Variante 32 Bit oder 64 Bit.

Backup erstellen: Starten Sie den PC von der Windows-7- oder -8-Installations-DVD oder vom Installations-Stick. Sobald der Bildschirm „Windows Setup“ erscheint, drücken Sie Shift+F10. Damit öffnen Sie eine Eingabeaufforderung. Tippen Sie notepad ein und bestätigen Sie mit der Enter-Taste. Gehen Sie auf „Datei > Öffnen“. Im „Öffnen“-Dialog können Sie sich über die Zuordnung der Laufwerksbuchstaben informieren. „C:“ ist meist die Boot-Partition und „D:“ die Windows-Partition. Danach folgen DVD-Laufwerk, externe USB-Festplatte und USB-Stick, beispielsweise mit „E:“, „F:“ und „G:“.

Kehren Sie zur Eingabeaufforderung zurück. Sollte diese nicht mehr sichtbar sein, holen Sie sie mit Alt+Tab wieder in den Vordergrund. Wechseln Sie für unser Beispiel mit F: - wie alle Eingaben, gefolgt von der Enter-Taste – auf das USB-Laufwerk und mit cd Wimlib in den Ordner mit den Wimlib-Dateien. Führen Sie dann folgende Befehlszeile aus:

wimcapture D:\ F:\Backup.wim „WindowsBackup“

Damit wird der Inhalt von Laufwerk D: in der Datei F:\Backup-wim gespeichert und dem Image die interne Bezeichnung „WindowsBackup“ zugewiesen. Passen Sie die Laufwerksbuchstaben für Ihr System an.

Sicherung wiederherstellen: Für ein Restore müssen Sie zuerst die Windows-Partition neu formatieren. Dazu gehen Sie wie unter „Backup erstellen“ beschrieben vor und verwenden auf der Kommandozeile den Befehl

format d: /FS:NTFS /Q /X

/Q sorgt für ein schnelles Quickformat und /X hebt die Bereitstellung auf, entfernt also temporär den Laufwerksbuchstaben.

Mit der Befehlszeile

wimapply F:\Backup.wim d:\

transferieren Sie den Inhalt der Wim-Datei auf die Festplatte.

Für das Restore auf eine neue Festplatte genügt das allerdings nicht. Hier müssten Sie zuerst die Partitionen nach dem Muster der alten Festplatte erstellen und dann den Bootmanager installieren. Es geht deutlich einfacher, wenn Sie Windows wie gewohnt neu installieren und dann mit wimapply das Backup zurücksichern.

Weitere Wim-Funktionen: Mit wimextract können Sie einzelne Dateien oder den kompletten Inhalt einer Wim-Datei entpacken. Über wimupdate lassen sich Dateien oder Verzeichnisse hinzufügen. Beispiele finden Sie in den PDF-Dateien im Verzeichnis „doc“. Wenn Sie das komplette Wim-Abbild mounten und bearbeiten möchten, müssen Sie auf Dism zurückgreifen. In einer Eingabeaufforderung mit administrativen Rechten hängen Sie das Image mit

dism /mount-image /imagefile:X:\Backup.wim /index:1 /mountdir:X:\mnt

ein. Ersetzen Sie X durch die passenden Laufwerksbuchstaben. Das Verzeichnis X:\mnt muss bereits vorhanden sein. Nehmen Sie dann die gewünschten Änderungen unter X:\mnt vor.

Über die Befehlszeile

dism /unmount-image /mountdir:X:\mnt /commit

schreiben Sie die Änderungen in die Wim-Datei und lösen die Einbindung.

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