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Alte Spiele auf modernen Windows-Systemen

20.02.2004 | 10:57 Uhr |

In einer Schublade haben Sie einige Disketten mit alten DOS-Spielen gefunden. Diese Klassiker möchten Sie gerne mal auf Ihrem modernen PC spielen. Doch die DOS-Spiele stürzen ab, laufen zu schnell, bleiben trotz Soundkarten-Unterstützung stumm oder nutzen nur den mickrigen PC-Piepser - obwohl in Ihrem Rechner eine Soundkarte eingebaut ist. Die PC-WELT zeigt Ihnen, wie Sie auch mit aktuellen Systemen alte Games zocken können.

Anforderung

Fortgeschrittener

Zeitaufwand

Mittel

In einer Schublade haben Sie einige Disketten mit alten DOS-Spielen gefunden. Diese Klassiker möchten Sie gerne mal auf Ihrem modernen PC spielen. Doch die DOS-Spiele stürzen ab, laufen zu schnell, bleiben trotz Soundkarten-Unterstützung stumm oder nutzen nur den mickrigen PC-Piepser - obwohl in Ihrem Rechner eine Soundkarte eingebaut ist.

Es gibt zwar genügend Tools, mit deren Hilfe alte Programme auf schnellen Prozessoren langsamer ablaufen. Die Soundausgabe bleibt aber ein Problem, da DOS-Spiele die Soundkarten direkt über deren I/O-Adresse und Interrupt ansteuern. Aktuelle Karten dagegen lassen sich nur über ihren Windows-Treiber ansprechen. Für Windows 95/98/ME können Sie von der Website Ihres Soundkartenherstellers meist noch einen Treiber herunterladen, über den alte Spiele die Karte noch als Soundblaster oder Adlib ansprechen können. Bei Bedarf können Sie bei diesen Systemen auch einfach pures DOS per Bootdiskette starten.

Schwieriger ist es mit den Windows-Varianten 2000 und XP, die keinen puren DOS-Modus mehr bieten. Sie können zwar den Rechner mit einer DOS-Diskette booten, müssten dann aber zusätzlich eine FAT- oder FAT32-Partition auf Laufwerk C: unterhalten oder einen Bootmanager einsetzen.

Viel besser geht's mit dem Open-Source-Programm Dosbox . Es emuliert unter Windows ein DOS-System im Real Mode, als ob es auf einer 286/386-CPU liefe, und bildet einen virtuellen Soundblaster mit frei konfigurierbarer I/O-Adresse und Interrupt nach. So müssen DOS-Spiele auch auf Rechnern mit aktuellen Soundkarten ohne abwärtskompatible Treiber nicht stumm bleiben. Auf Joystick und Maus brauchen Sie ebenfalls nicht zu verzichten, denn Dosbox bietet den Programmen im Emulator auch dafür Unterstützung.

Übrigens gibt es Dosbox nicht nur für Windows, sondern das Tool steht auch für Linux, Mac-OS X und andere 32-Bit-Systeme zur Verfügung. Welche DOS-Spiele im Emulator laufen, zeigt eine alphabetische Übersicht, die Sie hier finden .

Um ein Programm auf der Festplatte im Emulator auszuführen, ziehen Sie einfach dessen Ordner mit der Maus auf das Programm-Icon von Dosbox. Der Emulator mountet dann automatisch dieses Verzeichnis als Laufwerk C:, und Sie können das Programm dann wie von DOS gewohnt an der simulierten Kommandozeile ausführen.

Wenn ein Spiel im simulierten DOS nicht läuft oder Sie mit Dosbox nicht zurechtkommen, bietet sich der menügesteuerte Abandon Loader an. DOS-Spiele lassen sich hier über eine grafische Benutzerführung verwalten, konfigurieren und starten, Befehlszeilen-Parameter werden automatisch übergeben. Fertige Konfigurationen für über 50 Klassiker bringt der Abandon Loader bereits mit, weitere lassen sich herunterladen. Damit Spiele mit Soundunterstützung in der Eingabeaufforderung von Windows eine kompatible Karte vorfinden, müssen Sie unter Win 2000 und XP zusätzlich das Programm VDM-Sound installieren. Die Open-Source-Software emuliert zahlreiche alte PCI/ISA-Soundkarten mit Joystick-Anschluss und gibt den Sound über jede aktuelle Soundkarte unter Windows aus, wenn VDM-Sound in der Kommandozeile vor dem DOS-Spiel ausgeführt wird. Der Abandon Loader lädt VDM-Sound automatisch mit Standardwerten vor dem Start des ausgewählten Spiels. Über den Menüpunkt "Options, VDMSound" lässt sich der Soundkarten-Emulator vom Abandon Loader aus einstellen.

Pech für Duke-Fans: Spiele, die den Protected Mode des Prozessors nutzen, laufen grundsätzlich nicht in den vorgestellten Emulatoren unter Windows.

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