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25.03.2009, 09:18 Uhr
Rettungs-Duo : Daten retten mit dd und dd_rescue
Lesen Sie in diesem Beitrag

Mehr Tipps zu dd

Partitionen zurück spielen
Um Partitionen zu rekonstruieren oder auf eine neue Festplatte zu übertragen, müssen Sie zunächst auf der Ziel-Festplatte die Partitionstabelle so einrichten, wie sie auf der ursprünglichen Festplatte war. Die einzelnen Partitionen können dabei zwar größer sein als zuvor, auf der sicheren Seite sind Sie aber, wenn Sie zunächst das Backup der ursprünglichen Partitionstabelle einspielen – wie im Kasten „Partitionstabelle sichern“ beschrieben. Sie können dann später mit einem Partitionierungs-Tool die Partitionen vergrößern, falls die Zielplatte mehr Platz bietet als vorher. Dazu können Sie beispielsweise das grafische Tool Gparted nutzen, das etwa die Live-Distribution Parted Magic mitbringt. Formatieren müssen Sie die Festplatte nicht. Nachdem Sie die Zielplatte mit „mount /dev/sdb1 /data1“ eingebunden haben, und die Partitionstabelle wieder hergestellt haben, rekonstruieren Sie eine Partition mit
dd if=/data1/sda1.img of=/dev/sda1

Tipps zu dd
Das Tool dd hat einen entscheidenden Nachteil: Nach dem Start bleibt die Bildschirmausgabe leer; erst nach Abschluss des Kopiervorgangs erhalten Sie ein Zusammenfassung der kopierten Bytes. Allerdings können Sie anhand der zunehmenden Größe der Zieldatei den Fortschritt verfolgen. Öffnen Sie dazu ein neues Terminal-Fenster oder gehen mit <Strg>-<Alt>-<F3> auf die Konsole, wechseln dort mit „cd /data1“ in das Zielverzeichnis und geben anschließend den Befehl
watch -n5 ls -al
ein. Der Befehl „watch“ frischt die Ausgabe von „ls -al“ alle fünf Sekunden auf. Sie können den Kopiervorgang von dd beschleunigen, indem Sie die Standardblockgröße (Parameter „bs“) von 512 Bytes erhöhen. Dazu brauchen Sie aber entsprechend mehr Arbeitsspeicher. Bei mehr als 1 GB installiertem RAM können Sie obigen Befehl durch folgenden ersetzen:
dd if=/dev/sda1 of=/data1/sda1.imgbs=1024
Unter Umständen lässt sich der Parameter auch auf „2048“ erhöhen. Ist nicht genügend Arbeitsspeicher vorhanden, bricht dd den Kopiervorgang ab, und Sie müssen mit einem kleineren Wert neu beginnen.
Mit dem zusätzlichen Tool gzip kommprimieren Sie Ihre Back-Up-Dateien und teilen sie in kleinere Dateien auf.
Mit dem zusätzlichen Tool gzip kommprimieren Sie Ihre Back-Up-Dateien und teilen sie in kleinere Dateien auf.
Images teilen und komprimieren
Wenn Sie mit weniger Platz auskommen müssen, können Sie das dd-Image an das Komprimierungs-Tool gzip weiterleiten. Dazu erweitern Sie den Kopierbefehl folgendermaßen.
dd if=/dev/sda1 | gzip > /data1/sda1.img.gz
Zurückspielen können Sie das Image mit
gunzip -c /data1/sda1.img.gz| dd of=/dev/sda1
Wenn Sie ein gesichertes Image so aufteilen möchten, dass Sie es auf DVDs brennen können, verwenden Sie folgenden Befehl:
dd if=/dev/sda1 | gzip -c | split -b4200m - /data1/sda1.img.gz.
Vergessen Sie nicht den abschließenden Punkt, denn der Befehl generiert dann mehrere Dateien mit den Endungen „aa“, „ab“ etc. Später kopieren Sie alle Dateien von den DVDs wieder auf eine Partition und entpacken Sie mit:
cat /data1/sda1.img.gz.* | gzip -dc |dd of=/dev/sda1
Beachten sollten Sie bei diesen Befehlen allerdings Folgendes: Je mehr Befehle Ihre Sicherung durchläuft, desto fehleranfälliger wird das Backup. Außerdem dauert eine
Sicherung wegen der Komprimierung deutlich länger.
dd_rescue in der Not
Das Tool dd_rescue basiert auf dd, ist allerdings darauf spezialisiert, Daten von Platten mit defekten Sektoren auszulesen – etwa wenn die Festplatte langsam den Geist aufgibt und aufgrund dessen nicht mehr ordnungsgemäß in Windows oder Linux eingebunden werden kann. dd_rescue liest Daten so lange mit einer Sektorgröße von 512 Bytes aus, bis es auf einen defekten Sektor trifft. Dann reduziert es die Blockgröße so weit, bis es alle noch lesbaren Daten kopiert hat; und fährt dann mit der ursprünglichen Blockgröße fort. So lange die Festplatte noch einigermaßen intakt ist, stehen die Chancen gut, dass Sie auf diese Weise Ihre Daten noch retten können.
Voraussetzung ist, dass das von dd_rescue erstellte Image auf einer frischen, mit Ext3- oder NTFS-formatierten Festplatte Platz hat. Außerdem sollten Sie über genügend Platz verfügen, um von dem gesicherten Image eine weitere Kopie erstellen zu können, von der Sie dann Ihre Rettungsversuche starten. Wollen Sie eine NTFS-Partition reparieren, müssen Sie auf eine weitere Festplatte zurückgreifen, auf die Sie das erstellte Image zurückspielen. Images von FAT32- oder Ext3-Partitionen können Sie dagegen direkt mit den entsprechenden Tools unter Linux reparieren, mehr dazu später.
dd-rescue kopiert auch noch Dateien von defekten Festplatten.
dd-rescue kopiert auch noch Dateien von defekten Festplatten.
Daten retten ...
Booten Sie zunächst Ihren Rechner mit der defekten Festplatte von der CHeft-DVD, und starten Sie Systemrescue-CD. Erstellen Sie dort ein beschreibbares Verzeichnis, etwa mit
mkdir /data1 && chmod 777 /data1
und binden Sie dort die Ziel-Partition (hier /dev/sdb1) beispielsweise mit „mount /dev/sdb1 /data1“ ein. Die Rettungsaktion starten Sie dann mit dem Befehl:
dd_rescue /dev/sda1 /data1/sda1.img
Verfahren Sie ebenso mit allen Partitionen auf der defekten Platte. Unter Umständen müssen Sie damit rechnen, dass der Kopiervorgang mehrere Stunden oder mehr als einen Tag dauert. dd_rescue zeigt Ihnen den Fortschritt der Rettungsaktion an – je weniger Prozente Sie neben dem Eintrag „err“ sehen, desto besser.
... und reparieren
Nachdem die Partitionen gesichert und kopiert sind, können Sie mit der Reparatur beginnen. Für FAT32 und das Linux-übliche Dateisystem Ext3 bringt Linux die entsprechenden Tools bereits mit. Ein Image mit FAT32-Dateisystem reparieren Sie mit dem Befehl
fsck.vfat /data1/sda1.img
Ext3-Dateisysteme mit dem Kommando
fsck.ext3 /data1/sda1.img
Danach können Sie die Images wie im Kasten „Images einbinden“ beschrieben in Ihr Linux-System einhängen und Ihre Daten sichern. Welche Dateisysteme fsck unterstützt, erfahren Sie, wenn Sie „fsck“ an der Konsole eingeben und zweimal <Tab> drücken. NTFS-Images müssen Sie zunächst auf eine frische, bereits entsprechend partitionierte Festplatte übertragen, sie dann an einen funktionierenden Windows-PC anschließen und von dort mit dem Windows-Befehl „chkdsk“ reparieren.
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