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07.01.2009, 12:25 Uhr

Handyhersteller

Openmoko zieht traurige Zwischenbilanz

Der Geschäftsführer des Handyherstellers Openmoko, der den Mobilfunkmarkt mit frei programmierbaren Linux-Geräten aufmischen wollte, warnt vor der Zukunft. Die Qualität der Produkte sei nicht auf Weltniveau und die Zeit wird langsam knapp.
Handyhersteller Openmoko zieht traurige Zwischenbilanz
Handyhersteller Openmoko zieht traurige Zwischenbilanz
Der Handyhersteller Openmoko zieht eine ernüchternde Bilanz seiner bisherigen Arbeit. "Wir sind eine sehr kleine Firma", sagte Geschäftsführer Sean Moss-Pultz in einem Interview auf der offiziellen Mailingliste der offenen Handyplattform. "Die Verkäufe (bisher ungefähr 10.000 Stück) reichen gerade mal zum Überleben." Vor zwei Jahren war Openmoko angetreten, um den Mobilfunkmarkt mit Linux-Geräten aufzumischen, die komplett frei sind. Auf den Smartphones Neo 1973 und Neo Freerunner kann man beliebig Software installieren wie auf einem PC, einen eigenen Kernel kompilieren oder neue Treiber programmieren. Damals rechneten sie noch mit der Auslieferung von 100.000 Stück pro Monat.

Inzwischen hat Openmoko auch alle Schaltpläne veröffentlicht und selbst die CAD-Dateien für das Gehäuse sind frei verfügbar, so dass andere Unternehmen daraus ohne Lizenzgebühren eigene Smartphones entwickeln könnten, die ganz anders aussehen. Selbst das Google-Betriebssystem Android wurde auf Openmoko-Geräten zum Laufen gebracht und die kanadische Firma Koolu will solche Handys noch in diesem Quartal in den Handel bringen. Der Handytest von Areamobile.de hat aber vor allem eines gezeigt: Die bisherigen Openmoko-Handys sind extrem schwer zu bedienen und nur für Experten geeignet. Die Nutzer müssen selbst für einfachste Aufgaben kryptische Linux-Befehle eingeben.
Mit ihnen lassen sich die Geräte bis in die tiefsten Ebenen selbst programmieren, so dass "Unkundige auch einiges vermurksen können", schrieb unser Tester Stefan Adolf. Doch die frohe Botschaft von so viel Freiheit konnte sich bisher auf dem Markt kaum durchsetzen. Wenn man nicht gerade mit Software-Entwicklern redet, dann würden die meisten Leute sagen, dass heute das iPhone oder das T-Mobile G1 die offensten Handys sind, sagt Sean Moss-Pultz. Man könne Apple oder Google aber nicht einholen, sagt der Openmoko-Geschäftsführer selbstkritisch, und die Qualität der eigenen Produkte sei nicht auf Weltniveau. Die Zeit läuft ab für Openmoko, warnt er und fordert einen grundlegenden Wandel.
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