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: Krieg spielen
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Verantwortung zeigen
Klar ist jedoch, dass America’s Army vor allem der Gewinnung neuer Rekruten und der Verbreitung einer Ideologie dient. Die Botschaft: Militär ist cool. Im Forum werden Nutzer direkt von ehemaligen oder aktiven Soldaten angesprochen, die davon berichten, wie es im echten Einsatz sei und wie realistisch das Spiel diese abbilde. Die Grenzen zwischen Realität und Spiel sollen verwischen. Die alternative Zielgruppenansprache tut Not, denn die US-Streitkräfte sind mittlerweile auf jeden neuen Soldaten angewiesen. Durch die Kriege in Afghanistan und Irak gehen die Rekrutierungszahlen der Freiwilligenarmee stark zurück, die Planziele werden seit vielen Jahren nicht mehr erreicht; und das, obwohl mittlerweile hohe Geldprämien gezahlt und die Zugangsquoten für Schulabbrecher und Vorbestrafte immer weiter gelockert werden. Vor diesem Hintergrund müssen sich manche Spielepublisher den Vorwurf gefallen lassen, dass sie mit ihren kommerziellen Spielen die Kriegsbemühungen der USA aktiv unterstützen. So warb der Softwareriese Microsoft erst Ende Januar mit einer Kampagne für ein Halo 3-Turnier, in der die besten Spieler ein Schießtraining auf einer Scharfschützen-Anlage der Armee gewinnen können.
Die Technikbegeisterung und Naivität von Jugendlichen wird gezielt genutzt, um Spiele zu verkaufen und Soldaten anzuwerben. Fast kein Kriegsspiel kommt mehr ohne den Verweis auf mehr oder minder erfahrene Militärberater aus, die gerne bezeugen, wie realistisch die Waffen oder die Künstliche Intelligenz im Spiel seien. Und: Krieg wird zu oft als reines Spektakel inszeniert, ohne auf politische oder historische Entwicklungen einzugehen, zivile Opfer zu zeigen oder die wirklichen Auswirkungen der Kämpfe auf die beteiligten Soldaten zu beleuchten.
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