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12.10.2005, 10:03 Uhr

Widerstand gegen kalifornisches Videospiel-Gesetz

In Kalifornien verbietet ein Gesetz, das vor wenigen Tagen von Gouverneur Arnold Schwarzenegger unterzeichnet worden war, den Verkauf gewalttätiger an Minderjährige. Zuwiderhandlungen können mit einer Geldbuße von bis zu 1000 US-Dollar geahndet werden. Interessengruppen wollen nun das Gesetz zu Fall bringen.
Gewalt in Videospielen und deren mögliche Auswirkung auf Minderjährige ist ein heiß debattiertes Thema, das in regelmäßigen Abständen hochkocht. Während in Deutschland die Altersfreigabe der Spiele verbindlich ist, also Titel, die "ab 18" gekennzeichnet sind, nicht an Minderjährige verkauft werden dürfen, gibt es in den USA keine diesbezüglichen Vorschriften. Vor wenigen Tagen hat nun Gouverneur Arnold Schwarzenegger in Kalifornien ein Gesetz unterzeichnet, der den Verkauf von gewalttätigen Spielen an Minderjährige verbietet. Zuwiderhandlungen können mit Strafen bis zu 1000 US-Dollar geahndet werden.

Jetzt regt sich Widerstand von Seiten der Video Software Dealers Association (VSDA), die in Zusammenarbeit mit der Entertainment Software Association (ESA) das Gesetz zu Fall bringen will. Die VDSA ist eine Handelsorganisation der Home-Entertainment-Industrie. Zu den Mitgliedern gehören unter anderem Händler, Distributoren und weitere, branchennahe Unternehmen. Die ESA vertritt die Video- und Spieleindustrie.
In der Vergangenheit konnte die ESA bereits ähnliche Gesetze, die den Verkauf von gewalttätigen oder sexuell anstößigen Titeln an Minderjährige untersagten, mit dem Verweis auf die Verletzung der Bürgerrechte zu Fall bringen. Derzeit läuft ein Verfahren gegen den Gouverneur von Illinois, Rod Blagojevich, der ein solches Gesetz in diesem Jahr unterschrieben hat.
Das kalifornische Gesetz hält der Präsident der VSDA, Bo Andersen, für einen Verstoß gegen das "First Amendment", also gegen die Meinungsfreiheit, die in der US-Verfassung fest verankert ist. Darüber hinaus bemängelt Andersen, dass das Gesetz zu schwammig formuliert sei und somit nicht die nötigen Informationen darüber enthält, welche Inhalte überhaupt betroffen sind.
Zwar sieht das Gesetz einen dreistufigen Test hinsichtlich der "Anstößigkeit" der betroffenen Spiele vor, ob ein Spiel aber zu brutal im Sinne des Gesetzes ist, müssten Gerichte von Fall zu Fall entscheiden. Damit, so Andersen, könnte "niemand jemals mit Sicherheit wissen, ob ein bestimmtes Videospiel zu einem 'brutalen Videospiel' erklärt wird".
Andersen fordert dagegen die Regierung von Kalifornien auf, anstelle von Gesetzen, die vor Gericht aller Voraussicht nach zu Fall gebracht werden, vielmehr die Eltern dazu zu ermuntern, auf die Altersfreigaben auf den Spieleverpackungen zu achten und nur diejenigen Titel zu kaufen, die für ihre Kinder geeignet sind.
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