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30.04.2004, 09:12 Uhr
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Das Kleingedruckte und der Datenschutz

Google will seinen Webmail-Service über kontextbezogene Textanzeigen finanzieren. Im Klartext heißt das, wenn in einer Mail von Britney Spears die Rede ist, finden Sie nebenan Werbe-Links zu Fanartikeln, Konzertkarten oder CD-Versendern. Im WWW ist diese Form der kontextbezogenen Werbung längst gängig, unter Datenschützern jedoch heftig umstritten. Google weist in den Nutzungsbedingungen darauf hin, dass die Auswertung der Mail-Inhalte zum Zweck der Werbeeinblendung ausschließlich vollautomatisiert durch ein Computerprogramm erfolgt und dass keine Daten verkauft werden.

Eine ähnliche Auswertung findet bei fast allen anderen Webmail-Anbietern statt, nur dass die kontextbezogenen Daten der Mails hier nur von Spamfiltersystemen ausgewertet werden.
Den Protesten von Datenschützern tritt Google-Mail mit ausgefeilten und selbst für deutsche Verhältnisse sehr nutzerfreundlichen Verpflichtungserklärungen zum Datenschutz entgegen. Den schlechten Beigeschmack räumen jedoch auch die Verpflichtungserklärungen nicht aus: Google erstellt ganz offiziell ein Nutzerprofil, um entsprechende Werbung zu liefern. Die Daten werden geschützt und nicht weitergegeben, vielen wird allerdings schon reichen, dass ein solches Profil existiert. Ein ähnliches Profil wird übrigens auch bei jeder Nutzung der Google-Suche erstellt, wenn Ihr Browser Cookies akzeptiert. Im Gegensatz zur Google-Suchmaschine ist Google-Mail jedoch nicht ohne Cookies nutzbar.
Google-Mail ist nur für den persönlichen Gebrauch freigegeben - ob sich daraus die geschäftliche Nutzung von Accounts verbietet, ist schwer zu sagen. Ansonsten lesen sich die Nutzungsbedingungen von Google-Mail sehr benutzerfreundlich und bewegen sich im Rahmen des bei Webmail-Services üblichen.
Ein Detail am Rande: Google verspricht, nur "Family-Safe Ads" auszuliefern und bestimmte Anzeigen in "email about catastrophic news" zu unterdrücken.
Wie die Werbung nach dem Start des Mail-Service funktioniert, ist derzeit schwer zu beurteilen: In unseren Tests wurde nur ein einziges Mal Werbung eingeblendet. In den bisher veröffentlichten Screenshots sieht die Werbung allerdings analog zu den allseits bekannten "Sponsored Links" der Google-Suche aus.
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