Browser-Vergleich

Welcher Browser ist der Beste?

Freitag den 14.10.2011 um 14:29 Uhr

von Boris Hofferbert

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Zum Surfen im Internet empfehlen sich gleich mehrere, konkurrierende Internet-Browser mit teilweise stark abweichendem Funktionsumfang, Geschwindigkeit und Sicherheit. Welcher Browser der Beste für Sie ist, hängt von der Nutzung und Ihren Anforderungen ab und soll in diesem Beitrag am Beispiel der aktuell gängigsten Browser herausgefunden werden.
Webseiten sind heute wesentlich komplexer als noch vor einigen Jahren und bieten dank neuer Technologien immer mehr Möglichkeiten, die vom Funktionsumfang mit installierten Desktop-Programmen mithalten können. Office-Suiten, Bildbearbeitung, interaktive Fotodienste und sogar komplette Spiele lassen sich mittlerweile im Browser abwickeln. Besonders die allmähliche Verbreitung des Webstandards HTML5 sorgt dafür, dass die Grenze zwischen Onlinediensten und lokal installierten Programmen mehr und mehr verwischen.

Browser-Engines spielen die entscheidende Rolle

Die Browserentwickler geben Vollgas, um Ihre Produkte konkurrenzfähig zu halten. Entscheidend sind dabei vor allem die verwendeten Engines, die für die Darstellung der Webseiteninhalte verantwortlich sind. Dabei spielt neben der Standardkonformität vor allem die Geschwindigkeit eine entscheidende Rolle. Als großer Antreiber in diesem Bereich stellte sich Google Chrome heraus: der 2008 vorgestellte Browser sorgte vor allem mit seiner V8 getauften JavaScript-Engine für Furore, die interaktive Inhalte wesentlich flotter auf den Schirm brachte als die Konkurrenz. Die war seither aber nicht untätig. Ob Internet Explorer 9, Opera 11, Safari 5 oder Firefox 7, alle aktuellen Browser setzen vor allem auf Geschwindigkeit, um die User von der Konkurrenz wegzulocken.

Usability ist wichtig beim Browser

Wie sie sich dabei schlagen, zeigt unser Performance-Vergleich am Ende des Artikels. Doch nicht nur Geschwindigkeit, sondern auch Usability spielt bei der Wahl des richtigen Browsers eine wichtige Rolle. Wir betrachten also auch, welche Features die Programme ab Werk bieten, inwiefern sie nachgerüstet werden können und natürlich, wie sicher die Browser vor Angriffen aus dem Web sind – nicht umsonst gelten Sicherheitslücken im Browser als gefährlichstes Einfallstor für Viren und Schadsoftware.

© Mozilla

Mozilla Firefox

Der 2003 unter dem Namen Firebird ins Leben gerufene Open Source-Browser Mozilla Firefox gilt gemeinhin als die Browser-Alternative überhaupt, ist er doch in fast allen Marktanteilsstatistiken hinter dem Internet Explorer gelistet. Firefox hat das heute als Standard geltende Tab-gesteuerte Browsen salonfähig gemacht, hält sich penibel an Webstandards und überzeugt durch eine klar strukturierte Menüführung. Mit dem in diesem Jahr veröffentlichten Firefox 4 hat Mozilla nicht nur eine überarbeitete Optik, sondern auch eine deutlich verbesserte JavaScript-Engine namens JaegerMonkey eingeführt. Diese sorgt in Kombination mit der ebenfalls verfügbaren Hardwarebeschleunigung für ein flottes Arbeiten und wird zudem laufend optimiert.

Zu den größten Stärken des Firefox gehören ohne Zweifel
die Erweiterungen, von denen mehrere tausend Stück zur Verfügung
stehen.
Vergrößern Zu den größten Stärken des Firefox gehören ohne Zweifel die Erweiterungen, von denen mehrere tausend Stück zur Verfügung stehen.

Addons erweitern Firefox

Die aktuelle Ausgabe Firefox 7 hat dabei erneut ordentlich an Geschwindigkeit zugelegt und gleichzeitig einen der größten Kritikpunkte des freien Browsers verbessert, nämlich den Speicherverbrauch. Zu den größten Stärken des Open Source-Browsers gehören ohne Zweifel die Erweiterungen (Addons). Von diesen stehen unter addons.mozilla.org mehrere tausend Stück zum Download bereit, darunter Werbeblocker, Hilfen für Blogger oder individualisierbare Toolbars und Themes. Ein großer Nachteil: Beim Versionswechsel werden die Add-ons häufig aus Kompatibilitätsgründen deaktiviert. Da Mozilla in seit diesem Jahr auf einen beschleunigten Releasezyklus eingeführt hat (neue Versionen erscheinen im Sechswochentakt), ist dies für viele User ein Ärgernis. Die Entwickler wollen aber reagieren und mit Firefox 8 und Firefox 9 für vereinfachte Upgrademöglichkeiten sorgen. Firefox gilt zudem als überaus sicher, da er einerseits unsichere Technologien wie ActiveX nicht unterstützt und Mozilla sich recht zügig um das Beseitigen von Sicherheitslücken kümmert. Vor unsicheren Serverzertifikaten wird der User ebenso gewarnt wie vor potenziellen Phishing-Seiten. Praktisch ist zudem die Möglichkeit, per Synchronisierung Lesezeichen, offene Tabs, Passwörter und Surf-History auf mehreren PCs einheitlich zu halten.


Google Chrome

Ende 2008 recht unspektakulär gestartet hat sich Googles Browser Chrome hinter dem Internet Explorer und Mozilla Firefox schnell zur dritten Kraft im Browsermarkt entwickelt. Chrome basiert auf der von Apple initiierten quelloffenen Rendering-Engine WebKit, der V8 als JavaScript-Engine zur Seite steht; unter www.chromium.org gewähren die Entwickler zudem einen Einblick in den Quellcode. Auch Chrome setzt voll auf moderne Webstandards wie HTML5 und CSS3 und ist auf gute Performance optimiert.

Chrome ist besonders stabil

Optisch gibt sich der Browser minimalistisch, URLs und Suchanfragen (die standardmäßig über Google abgewickelt werden) landen im gleichen Eingabefeld. Eine Besonderheit von Chrome ist, dass jedes geöffnete Tab, jedes Browser-Plugin und jede Erweiterung als isolierte Windows-Prozesse gehandhabt werden. Das sorgt zwar für einen größeren Speicherhunger, führt aber auch dazu, dass im Problemfall nicht der komplette Browser, sondern nur eine betroffene Seite abstürzt.

Ähnlich wie Mozilla veröffentlicht auch Google recht häufig neue Versionen. Aktuell steht Chrome 14 bereit und Chrome 15 befindet sich im Beta-Zustand. Die Updates erfolgen dabei still und automatisiert, ohne dass der User davon etwas mitbekommt. Da Google neben dem Browser auch die Add-ons und Plug-ins (beispielsweise das automatisch mitgelieferte Adobe Flash) auf dem neuesten Stand hält, werden Sicherheitslücken schnell geschlossen, allerdings kommt die Heimlichtuerei nicht bei allen Nutzern gut an.

Chrome sammelt Daten

Zudem gilt Chrome als Datensammler, da alle aufgerufenen Webseiten und Suchen an Google gesendet werden – das geschieht zwar anonym, ist Datenschützern aber dennoch ein Dorn im Auge. Im Gegenzug sind Chrome-User vergleichsweise sicher im Web unterwegs, da der Browser aufgerufene URLs mit einer Datenbank abgleicht und virenverseuchte Seiten automatisch meidet.

Der Browser kann Webseiten als WebApps behandeln, die sich
funktional kaum von lokal installierter Software
unterscheiden.
Vergrößern Der Browser kann Webseiten als WebApps behandeln, die sich funktional kaum von lokal installierter Software unterscheiden.

Wenig zu meckern gibt es hingegen an der umfangreichen Add-on-Datenbank für Chrome, die vergleichbar komplex wie die von Firefox ist. Die Besonderheit: Der Browser kann Webseiten als WebApps behandeln, die sich funktional kaum von lokal installierter Software unterscheiden. So lassen sich beispielsweise Dienste wie Evernote oder Wunderlist über den Browser wie eigene Programme starten, auf Wunsch sogar mit Verknüpfung im Startmenü und ohne Browseroberfläche drumherum. Google treibt den Ansatz „Der Browser als Universalanwendung“ sogar soweit, dass mit ChromeOS ein auf Chrome basierendes Betriebssystem zur Verfügung steht, das komplett für den Einsatz im Netz ausgelegt ist. Passend dazu ist die mit Chrome 13 eingeführte Fähigkeit, Webseitendateien offline zu speichern, sodass beispielsweise die Office-Suite Google Docs oder der Mails von Google Mail auch dann verfügbar sind, wenn man nicht mit dem Internet verbunden ist. Dies und die Fähigkeit, über einen Google Account nahezu alle Einstellungen inklusive den Erweiterungen zu synchronisieren machen Google Chrome zum wohl vielseitigsten Browser im Testfeld.

Freitag den 14.10.2011 um 14:29 Uhr

von Boris Hofferbert

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (6)
  • Robert Carven 14:43 | 17.10.2011

    .... oder man nimmt gleich den Iron. bin ich seit monaten sehr zufrieden mit..FF spinnt doch von wegen all woche ne "neue" version

    ach so um der eine gegenüber nem anderen ne 100stel sekunde schneller is is mir sooo was von egal, was bremst sind die jeweiligen seiten..siehe PCW zur zeit

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  • kingjon 14:02 | 17.10.2011

    [quote=PC-Welt]Welcher Browser der Beste für Sie ist, hängt von der Nutzung und Ihren Anforderungen ab...
    Einzig darum sollte es gehen, aber oftmals ist es auch reine Gewohnheit!

    Zitat: deoroller
    Der Google Chrome gefällt mir richtig gut. Aber er überträgt Daten.


    Dagegen gibt es doch auch zb. derartige Tools die das Schnüffeln verhindern.

    Gruß kingjon

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  • kazhar 17:25 | 15.10.2011

    Zitat: deoroller
    Aber er überträgt Daten.

    eventuell solltest du auf einen offline browser umsteigen.

    gabs hier nicht mal einen spezialisten, der das internet herunterladen wollte?

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  • deoroller 15:33 | 15.10.2011

    Der Google Chrome gefällt mir richtig gut. Aber er überträgt Daten.

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  • kalweit 15:26 | 15.10.2011

    Welcher Browser...

    ...natürlich meiner - welche Frage. :saufen:

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