20.11.2011, 07:11

Alexander Roth

Cloud-Dienste

Was ist Cloud-Computing?

©iStockphoto/-Oxford-

Was ist eigentlich die Cloud? Was bedeutet Cloud Computing? PC-Welt erklärt, wie Cloud Computing funktioniert, zeigt Vorteile und Nachteile und stellt typische Beispiele für Cloud-Dienste vor.
Auch wenn Sie vom „Cloud Computing“ noch nie etwas gehört haben, nutzen sie es mit Sicherheit schon: Sie schreiben Mails. Virtueller Briefverkehr ist Cloud Computing der klassischen Art: Anwender nutzen Dienste aus dem Internet, die in Fachkreisen gerne verschönernd „Cloud“ genannt werden.
Warum verschönernd? Cloud ist eigentlich ein Marketingbegriff, der den Blick auf die positive Seite des Geschäfts richten soll: Aus einer Wolke bekommen Anwender IT-Dienste auf den Rechner oder das Smartphone geliefert, um den Rest und mögliche Gefahren braucht sich also niemand mehr Gedanken zu machen. In der Tat kann Cloud Computing so einfach sein: Voraussetzungen sind lediglich eine schnelle Internetverbindung und ein aktueller Webbrowser.
Was ist Cloud Computing?
Cloud Computing bestimmt sich durch mehrere Merkmale: Erstens dienen das Internet beziehungsweise die Server der Cloud-Anbieter als Zentrale. Hier darf man sich nicht verwirren lassen, wenn manchmal zusätzliche Hilfsprogramme auf den Rechnern eingesetzt werden, wie ein Mail-Client im Falle von Mailing. Der Mail-Account wie auch der dazu gehörige Speicherplatz werden ja im Web bereitgestellt.
Zweitens stehen hinter Cloud Computing Mietmodelle, die sich meist ziemlich spezifisch an individuellen Bedarf anpassen lassen. Denn auch wenn Mail-Konten für Privatanwender meist kostenlos sind, zahlt der Nutzer doch, etwa über die Pflicht, Werbemails hinnehmen zu müssen. Auch typische Vertreter des Web 2.0 wie Facebook basieren auf Cloud Computing: Hier, so sagen Kritiker gerne, bezahlt der Nutzer mit seiner Privatsphäre.
Drittens sind Cloud-Computing-Dienste skalierbar, das heißt sie stehen beliebig vielen Anwendern frei, und diese können wiederum den Umfang der in Anspruch genommenen Leistungen beliebig nach oben schrauben. 
Und schließlich sind Cloud Computing Dienste unabhängig von Ort und Zeit: Überall wo es Internet gibt, kann losgelegt werden.
IT-Experten bezeichnen das, was Cloud Computing derzeit mit der IT macht, als deutlich einschneidender als das, was einst die Einführung von Servern für die Branche bedeutete. Denn Server ermöglichen es zwar, Netzwerke einzurichten – aber: Sie sind teuer, wodurch ihre Dienste meist nur großen Firmen und Konzernen vorbehalten sind. Das Internet liefert dagegen diese Serverdienste und noch viel mehr schlüsselfertig vor die Haustür – vom Privatanwender über den Gewerbetreibenden bis zum Konzern kann jeder gleich loslegen. Das gilt nicht nur für das Mailing. Auch Web 2.0-Plattformen wie Facebook, Twitter und Co, Fotodienste, Chatplattformen und Firmenlösungen wie Buchhaltungs- und Rechnungsstellungsprogramme, die via Webbrowser angesteuert werden, sind Cloud Computing.
Keine Angst vor den Begriffen
Wer sich für Dienste aus dem Internet interessiert, wird schnell bombardiert mit einer Unmenge an Begriffen: Software as a Service (SaaS), IaaS (Infrastruktur as a Service), PaaS (Plattform as a Service), Application-Service-Providing (ASP), On Demand, Cloud und Webapps sind nur eine kleine Auswahl der Fachtermini, die sich rund um das Cloud Computing tummeln. Doch keine Angst: Gerade im Einsteigerumfeld meinen die Hersteller alle letztlich das Gleiche: Softwaredienstleistungen, die zentral auf einem Server bereitgestellt und über das Internet angeboten werden, wobei manchmal kleine Hilfsprogramme (Clients) auf den eigenen Rechnern zur Unterstützung installiert werden müssen.
Vorteile des Cloud-Computing
Die Cloud ist mit einem neuen Ansatz verbunden, mit IT umzugehen. In den USA hat sich diese Denke bereits weitgehend durchgesetzt, und es gibt dort kaum eine Firma oder einen Privatanwender mehr, der nicht in irgendeiner Form damit zu tun hat. Diese Begeisterung für Cloud Computing kommt auch zunehmend in Deutschland an. Alleine hierzulande rechnet der IT-Branchenverband BITKOM im Umfeld von Cloud Computing mit einem Anstieg des Gesamtumsatzes von 1,14 Milliarden Euro auf 8,2 Milliarden Euro bis 2014. Das bedeutet jährliche Wachstumsraten im oberen zweistelligen Bereich. Wo kommt dieser Antrieb her?
Die Antwort liegt in den zahlreichen Vorteilen. Erster Treiber ist die Tatsache, dass Computer-Anwendungen, die früher viel Geld gekostet hätten, nun dank Cloud Computing für jedermann erschwinglich – und dank der zunehmenden Breitbandabdeckung und Internetfähigkeit von Handys, Smartphones und Co – auch erreichbar sind und nicht mehr gekauft und vor Ort installiert werden müssen. Vereinfacht ausgedrückt: Früher musste eine Firma für die Einführung von Netzwerk-Lösungen, etwa für die Kommunikation, immense Beträge zahlen und in teure Server investieren. Heute kann sich jeder und weltweit kostenlos bei Skype und vergleichbaren Diensten anmelden und diese standortunabhängig nutzen.
Die flexiblen Mietmodelle bringen weitere Vorteile mit sich: Sie ermöglichen es, Services günstig auszuprobieren oder, bei längerfristiger Inanspruchnahme, an den eigenen Bedarf anzupassen. Die Cloud wächst also mit zunehmender Unternehmensgröße mit. Praktisch: Support und regelmäßige Wartung der Dienste ist mitinbegriffen. Es ist bekannt, dass Software immer wieder an neue Bedingungen und Entwicklungen angepasst werden muss; zudem finden sich immer wieder Programmierfehler in Systemen. Cloud-Anbieter haben mit den gleichen Problemen zu kämpfen, können diese aber „hinter den Kulissen“ während des laufenden Betriebs austauschen, ohne dass die Kunden damit aufgehalten werden.
Nachteile des Cloud-Computing – Sicherheit von Cloud Computing
Anbietern von Cloud-Lösungen ist ein „freches Ding“ gelungen: Sie haben den Begriff Cloud etabliert. Dieser Begriff suggeriert, dass die Wolke alles für uns erledigt und wir quasi  nur einen Stecker, hinter dem die fertige Lösung wartet, herausgereicht bekommen. Einstecken und sorgenfrei loslegen, das will die Industrie ihren Kunden gerne weismachen. Dem ist aber nicht so: Cloud Computing birgt eine enorme Menge an Gefahren. Wer auslagert, gibt Wertvolles aus der Hand. Es geht vor allem um das Fremdspeichern. In Masken eingegebene Informationen und Dateien werden auf fremden Servern abgelegt, die sich in den Händen der Dienstanbieter oder ihrer Rechenzentrumsbetreiber befinden. Es ist für die Cloud-Betreiber technisch leicht, einen Blick in diese Dateien und auf die fremden Daten zu werfen.
Selbst wenn der Anbieter vertrauenswürdig oder etabliert ist, kann dieser immer noch Opfer einer erfolgreichen Hackerattacke werden, wie im Falle von Sony im Frühjahr dieses Jahres, als hunderttausende von Kreditkarteninformationen von den Servern des Spielekonsolen-Anbieters gestohlen wurden. Auch verloren erst jüngst Ende Februar 2011 weltweit 150.000 Google-Kunden durch eine Panne alle Ihre Mails, sofern sie diese nicht auch lokal gespeichert hatten. Schadensersatz war gemäß den Richtlinien nicht drin.
So sollten sich die Nutzer von Cloud-Diensten genau erkundigen, bei wem sie welche Informationen speichern und abgeben - denn oftmals, wie im Falle von einigen Anbietern von Fotodatenbanken im Netz, tritt man auch die Rechte an den Inhalten ab!
Wie lässt sich dieses Probleme der Datensicherheit lösen? Zum einen sollten Cloud-Anbieter stets zu allen Fragen detailliert Auskunft geben können, im besten Falle bereits auf der eigenen Homepage - etwa unter den „FAQs“ - oder auch telefonisch. Auch zum Serverstandort: Denn es gilt in juristischen Streitfragen stets das Rechtssystem des Landes, in dem der betroffene Server steht. Auch ein Cloudanbieter mit deutschem Firmensitz kann, technisch gesehen, problemlos den eigenen Cloud-Server etwa in der Schweiz platzieren, womit schon nicht mehr EU-Recht greifen würde. Viele Anbieter werben mit zwar Sicherheitszertifikaten: Noch fehlt aber in Europa ein einheitlicher Sicherheitsbenchmark oder eine offizielle Institution, die Vergleiche ermöglicht. Strato nutzt diese begründete Sorge um den Datenschutz aus und wirbt konkret damit, dass die Server, auf denen der Cloud-Dienst HiDrive Free läuft (dabei handelt es sich um einen kostenlosen Online-Speicherplatz, der sich gegen Bezahlung noch erweitern lässt), in Deutschland stehen.
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