Ratgeber Mobile Devices

Netbook oder Tablet - Kaufberatung

Dienstag den 04.10.2011 um 09:45 Uhr

von Thomas Rau

Bildergalerie öffnen Apple iPad: Das beste Tablet - besser als ein Netbook?
Ob ein Tablet oder ein Netbook besser ist, hängt von Ihren Ansprüchen ab. PC-WELT hilft Ihnen bei der richtigen Kaufentscheidung und beantwortet die Fragen, zu denen Ihnen der Fachberater beim Elektronik-Discounter nichts sagen kann.
Netbooks und Tablets sind leichte und mobile Geräte für unterwegs. Sie eignen sich vor allem fürs Surfen im Internet, zum Verfassen kurzer Texte wie Mails und Facebook-Updates, zum Anschauen von Filmen und Fotos und zum Spielen zwischendurch. Einen PC oder ein Notebook können sie nicht ersetzen: Für aufwändige Programme fehlt ihnen die Rechenkraft, fürs längere bequeme Arbeiten ein großer Bildschirm und eine ergonomische Tastatur. Außerdem bieten sie nur wenige Anschlüsse für Peripheriegeräte wie einen Drucker oder eine externe Festplatte. Aber mit Netbook und Tablet sind Sie nicht an den Schreibtisch gefesselt: Dank des geringen Gewichts, der langen Akkulaufzeit und des Internetzugangs per WLAN oder Mobilfunk können Sie ein Netbook oder ein Tablet genau dort nutzen, wo Sie sich gerade aufhalten, ohne auf Kabel und Steckdosen Rücksicht nehmen zu müssen - sei es auf einer Reise oder einfach nur im eigenen Garten.

Der schärfste Konkurrent fürs iPad 2: Samsung Galaxy Tab
10.1
Vergrößern Der schärfste Konkurrent fürs iPad 2: Samsung Galaxy Tab 10.1

Für unterwegs: Tablets sind leichter und ausdauernder

Sowohl für Netbook wie Tablet gilt: Leicht soll es sein und möglichst lange im Akkubetrieb durchhalten. Tablets haben dabei die Nase vorne, denn sie wiegen deutlich weniger als ein Netbook: Während die meisten Netbooks zwischen 1,1 und 1,3 Kilogramm auf die Waage bringen, sind Tablets echte Federgewichte: Das Apple iPad 2  beispielsweise wiegt 620 Gramm, das Samsung Galaxy Tab 10.1  sogar nur 580 Gramm. Und selbst schwerere Tablets wie das Acer Iconia A500 oder das Motorola Xoom sind mit rund 750 Gramm deutlich leichter als ein Netbook.

Zwar sind Tablets kleiner und flacher als ein Netbook. Trotzdem benötigen Sie für ihren Transport ebenfalls eine Tasche oder einen Rucksack. Nur besonders kompakte Tablet-PCs mit 7-Zoll-Bildschirm passen gerade noch in die Hemd- oder Jackentasche.

Surfpads gegen Netbooks
Surfpads gegen Netbooks


Bei der Akkulaufzeit gibt es dagegen weniger Unterschiede. Mit Top-Tablets wie dem Apple iPad 2 oder dem Motorola Xoom können Sie zwischen zwölf und 14 Stunden per WLAN im Internet surfen. Besonders ausdauernde Netbooks wie das Toshiba NB550D-10H oder das Acer Aspire One D255 bringen es auf neun bis zehn Stunden.

Die meisten Netbooks und Tablets liegen bei der Akkulaufzeit gleich auf: Sie können mit sieben bis neun Stunden beim WLAN-Surfen rechnen beziehungsweise rund fünf bis sechs Stunden bei der Video-Wiedergabe. Auch beim Video-Abspielen setzt das iPad 2 übrigens den Rekord: Es läuft 9,5 Stunden.

Ein weiterer Pluspunkt für die Tablets: Sie halten tagelang im Standby-Modus durch, aus dem sie dann per Knopfdruck in Sekundenschnelle aufwachen und sich sofort mit einem WLAN verbinden. Dies alles dauert bei einem Netbook deutlich länger. Der Akku ist bei den meisten Tablets allerdings fest eingebaut, bei den meisten Netbooks können Sie ihn dagegen selbst wechseln: Mit einem aufgeladenen Ersatzakku verdoppeln Sie dann die Laufzeit des Netbooks ohne Zwischenstopp an der Steckdose.

Toshiba NB550D-10H: Top-Netbook mit leistungsstarker
AMD-Grafik
Vergrößern Toshiba NB550D-10H: Top-Netbook mit leistungsstarker AMD-Grafik

Surfen: Bequemer auf dem Tablet, doch das ganze Internet gibt's nur auf dem Netbook

Beim Surfen und den Internet-Browsern von Netbooks und Tablets gibt es keine gravierenden Unterschiede. Auf beiden Geräten können Sie beispielsweise Lesezeichen anlegen und verwalten. Auch das Surfen mit mehreren geöffneten Reitern ist möglich - wobei im Gegensatz zu Notebook und PC die mobilen Geräte schnell unter ihrem kleinen Arbeitsspeicher leiden und bei vielen offenen Browser-Fenstern langsamer reagieren.

Viele Netbooks haben eine Bildschirmauflösung von 1024 x 600 Bildpunkten: Wegen der geringen vertikalen Auflösung müssen Sie daher Webseiten oft per Touchpad oder Maus verschieben. Die höhere Auflösung der Tablets (iPad 2: 1024 x 768, Samsung Galaxy Tab 10.1: 1280 x 800) erleichtert das Betrachten der Webseiten. Viel vorteilhafter ist aber, dass Sie per Fingergesten die Webseiten schneller verschieben und einfacher vergrößern als bei einem Netbook. Ein Tablet-Browser startet auch schneller als das Pendant auf dem Netbook. Aus diesen Gründen fühlt sich das Surfen mit einem Tablet meist schneller und flüssiger an als auf einem Netbook.

Müssen die Geräte aber aufwändiger programmierte Webseiten oder Seiten mit vielen Flash-Elementen darstellen, sind die Netbooks im Vorteil: Besonders bei der Wiedergabe von Flash-Videos spielen Netbooks mit AMD-Prozessor wie das Toshiba NB550D-10H ihre Stärke aus. Das Apple iPad dagegen beherrscht Flash überhaupt nicht: Für das Abspielen von YouTube- oder anderen Internet-Videos benötigen Sie zusätzliche Apps.

Überall ins Internet: 3G haben viele Tablets, bei Netbooks rüsten Sie es leichter nach

Mit den meisten Netbooks und vielen günstigen Tablets kommen Sie nur per WLAN ins Internet: Surfen können Sie dann nur in der Nähe eines WLAN-Routers. Überall online gehen Sie mit einem Tablet, das über ein eingebautes 3G-Modul für Internet über Mobilfunk verfügt: Diese Modelle sind aber teurer. Beim Apple iPad 2 kostet beispielsweise das 3G-Modell 120 Euro mehr als die WLAN-Variante. Netbooks mit eingebautem 3G-Modem finden Sie nur selten: Allerdings lässt sich am Netbook per USB-Surfstick die 3G-Funktion leicht nachrüsten. Der herausragende Stick im Netbook macht es aber unhandlicher und geht außerdem leichter verloren. Beim Tablet funktioniert das Nachrüsten mit einem 3G-Stick übrigens nicht: Selbst wenn das Tablet einen USB-Anschluss hat, fehlen die passenden Treiber für den Betrieb.

Motorola Xoom: Android-Tablet mit langer
Akkulaufzeit
Vergrößern Motorola Xoom: Android-Tablet mit langer Akkulaufzeit

Pluspunkte für Tablets: Navigation ist möglich - und sie arbeiten lautlos

Als digitale Landkarte und Navigationsgerät sticht das Tablet das Netbook aus, denn fast alle Tablets verfügen über einen GPS-Chip. Auf allen Android-Tablets ist außerdem mit Google Navigation eine App zur Routenführung vor-installiert. Trotzdem ist ein großes Tablet zum Erkunden einer Stadt oder zur Navigation im Auto weniger gut geeignet als ein Smartphone.

Top-Tablets wie das Apple iPad 2, das Samsung Galaxy Tab 10.1 oder das Sony Tablet S sehen schöner aus und sind stabiler gebaut als die meisten Netbooks – das macht sie ideal zum Mitnehmen und Herzeigen. Außerdem arbeiten Tablets absolut unhörbar: Beim einem Netbook springt dagegen hin und wieder der Lüfter an oder die Festplatte klackert - diese Nebengeräusche können die Konzentration stören.

Auf der nächsten Seite erfahren Sie, mit welchem Gerät Sie mehr Spaß haben: Ist ein Netbook oder ein Tablet das bessere Gerät für Fotos, Filme, Fernsehen und Spiele?

Dienstag den 04.10.2011 um 09:45 Uhr

von Thomas Rau

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