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Mitarbeiter bewerten ihre Unternehmen

18.05.2009 | 12:05 Uhr |

Auf Web-Portalen wie kununu oder evaluba können Mitarbeiter ihre Arbeitgeber bewerten. Wie zuverlässig sind diese Bewertungen?

Für fast alles gibt es Portale mit Bewertungssystemen im Internet. Seit einiger Zeit können Angestellte auch ihre Unternehmen im Internet bewerten: Chefs, Kollegen und das Unternehmen insgesamt. Das Portal " kununu.com " gibt es beispielsweise seit Juni 2007; es gehört mittlerweile zu den erfolgreichsten Unternehmensbewertungsportalen im deutschsprachigen Raum. Über 27.258 Einträge gab es Ende März 2009 für 12.835 bewertete Konzerne, kleine und mittelständische Betriebe aus Österreich, der Schweiz und Deutschland .

Die Benutzer bewerten anonym und kostenlos anhand eines Fragebogens. Besonders umfangreich sind die Multiple-Choice-Bögen von kununu nicht.: Zwischen zwei Minuten für 13 Bewertungskriterien und etwa fünf Minuten für weitere 38 Detailfragen zum Arbeitgeber können beantwortet werden. Die Urteile lassen sich noch um Kommentare ergänzen.

Anonym und kostenlos können Mitarbeiter auf kununu.com oder evaluba.com Arbeitgeber bewerten. Foto: David Humphrey/Fotolia.com
Vergrößern Anonym und kostenlos können Mitarbeiter auf kununu.com oder evaluba.com Arbeitgeber bewerten. Foto: David Humphrey/Fotolia.com

Ein Schwachpunkt bei allen Bewertungen sind die Rankings nach einem Punktesystem. Eine statistische Auswertung soll den Eindruck von Objektivität vermitteln. Selbst wenn die Bewertung nur auf dem Fragebogen einer einzigen Person beruht, wird das Ergebnis anhand eines Notensystems dargestellt. Die Verantwortlichen von kununu halten sechs bis zehn Meinungen für repräsentativ, statistisch gesehen erscheint das aber nicht gerade seriös.

"Solange es nur wenige Bewertungen gibt, ist es eine Schwäche der Portale, daraus ein Gesamturteil zu formen, denn durch Fake-Einträge lässt sich das Ergebnis leicht manipulieren", bemerkt Marcus Fischer, HR-Projekt-Manager bei Audi. "Wir selbst merken schnell, ob ein Kommentar echt ist oder nicht, Außenstehende haben da kaum eine Chance."

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