31.01.2011, 09:00

Thomas Rau

iPad statt EeePC

Das Ende der Netbooks

iPad statt EeePC: Dieses Jahr werden mehr Tablet-Computer als Netbooks verkauft. Braucht man Netbooks überhaupt noch? Wir meinen: Ja. Und nennen fünf Gründe, warum Netbooks noch nicht tot sind.
Es war ein Risiko: Der Hersteller hatte zwar einen großen Namen. Aber jetzt wagte er sich mit einer völlig neuen Produktkategorie auf den Markt – und landete einen sensationellen Erfolg. Experten und Kunden waren begeistert. Schnell brachten andere Hersteller ähnliche Produkte heraus: Die Preise fielen, trotzdem wurden die Produkte immer ausgereifter und besser ausgestattet. Alle waren sich einig: Den Netbooks steht eine große Zukunft bevor.
 
Das war vor drei Jahren als Asus mit dem EeePC 701 das erste Netbook auf den Markt brachte. Doch die Ära der Netbooks scheint schon wieder vorbei zu sein. Experten und Käufer lieben jetzt Tablet-Computer, besonders das iPad, bei dessen Vorstellung Apple-Chef Steve Jobs schon die Totenglocke für Netbooks läutete: Sie seien nur billige Notebooks und eigentlich für nichts wirklich zu gebrauchen.

Was sagen die Hersteller?

Eigentlich gibt es kein Duell zwischen Netbooks und Tablets: Es ist ein Duell zwischen Netbooks und dem iPad. Denn Apple besetzt derzeit 95 Prozent des Tablet-Marktes. Das soll sich aber ändern: Besonders die Netbook-Marktführer Acer und Asus wollen vom Tablet-Boom profitieren und bringen zur CeBIT ihre ersten Tablet-Rechner auf den deutschen Markt. Ihre Hoffnung: Netbooks sollen sich mindestens so gut verkaufen wie bisher. Und oben drauf kommen noch die verkauften Tablets. So lief es zumindest damals, als die Netbooks starteten: Notebooks wurden weiterhin in großen Mengen verkauft – und als Zweit- oder Drittrechner leisteten sich viele Käufer ein Netbook.
Die Produktvorstellungen für 2011 deuten aber an, dass auch die Notebook-Hersteller vor allem auf Tablets setzen: Acer kündigte eine Reihe von Tablets mit Android und Windows an, aber nur ein Netbook. Bei Asus sieht es ähnlich aus: Tablets stehen im Fokus. Kein Wunder: Diese Geräte sind gerade heiß – und bei den Netbooks tut sich nichts, weder technisch noch beim Preis. Trotzdem reden die Hersteller die Netbooks stark – obwohl es hin und wieder offenbar interne Kommunikationsprobleme gibt: Bei Acer beispielsweise verkündete ein Manager aus Taiwan, dass die neuen Tablets die Netbooks ablösen sollen. Doch das Unternehmen ruderte schnell zurück .

 

Was sagen die Marktforscher?

Netbooks sind auf dem absteigenden Ast – das scheinen aktuelle Verkaufszahlen zu belegen: Im letzten Quartal 2010 ging der Netbook-Absatz in Westeuropa nach Zahlen des Marktforschungsinstitutes IDC um 29 Prozent gegenüber 2009 zurück. Der Grund: Viele Käufer wollten sich zu Weihnachten kein Netbook kaufen – sie warten lieber auf die neuen Tablet-Computer, die 2011 herauskommen sollen.
Experten hatten für 2010 weltweit über 40 Millionen verkaufte Netbooks erwartet: Am Ende waren es nur knapp über 30 Millionen. Auch 2011 soll für die Mini-Laptops nicht besser laufen: Optimistische Experten erwarten einen weltweiten Verkauf von rund 30 Millionen Netbooks. Andere prophezeien, dass der Netbook-Markt schrumpfen wird.
Tablet-Computer dagegen haben eine goldene Zukunft: IDC geht 2011 von über 44 Millionen verkauften Tablet-PCs aus, im Jahr darauf sollen es bereits über 70 Millionen sein. Vor allem in Westeuropa und den USA werden die Kunden auf Tablets statt Netbooks setzen.
 
Sollten Sie also schon mal den schwarzen Anzug für die Netbook-Beerdigung aus dem Schrank holen? Nein: Wir nennen Ihnen auf der nächsten Seite fünf Gründe, warum Netbooks den Tablets weiter Paroli bieten werden.
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