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So funktioniert Google Fit

06.09.2015 | 17:09 Uhr |

Fitness-Armbänder und die dazugehörigen Apps sollen Ihre Gesundheit fördern, indem sie Sie zu mehr Bewegung animieren. Wir haben uns Googles eigene Fitness-Lösung Google Fit näher angesehen.

Wer sich ein Fitness-Gadget kauft – egal, ob Tracking-Armband, Fitness-Clip oder Pulsuhr –, der bekommt vom Hersteller des Geräts meist eine App mit, die die Daten erfasst und auswertet. Seit Android 4.0 bietet auch Google für sein Betriebssystem eine Fitness-Erweiterung an: Google Fit. Dies lässt sich mit und ohne Gadget nutzen.

Google Fit einrichten

Nach dem ersten Starten der App fordert Sie Google auf, den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung zustimmen. Ist dies geschehen, erhalten Sie eine kurze Erläuterung über die Funktionen der App – sie gibt Auskunft über Ihre Trainingseinheiten. Dazu benötigt Google Fit Zugriff auf Ihre Aktivitäts-und Körpersensorinformationen (Schrittzähler und andere Fitness-Tracker oder -Apps) sowie den Standortverlauf und -bericht, um die zurückgelegte Strecke zu ermitteln. Lehnen Sie dies ab, ist die App zwar nutzbar, erhebt aber keine Daten automatisch. Sie wertet dann lediglich die getätigten Schritte über die Bewegungssensoren Ihres Smartphones sowie weitere manuelle Eingaben aus. Für unseren Artikel haben wir der App die benötigten Rechte erteilt.

Google Fit: Neue Fitness-App für Android erschienen

Um Google Fit optimal nutzen zu können, sollten Sie Ihr Profil über die „Einstellungen“ im Menü möglichst genau definieren. Geben Sie hier Infos zu Ihrer Person sowie Ihr Tagesziel in Stunden an. Außerdem können Sie hier auch andere Fitness-Apps mit Google Fit verknüpfen. In unserem Test klappte das allerdings nur mit der App von Withings. Lifelog von Sony, Garmin Connect, Epson Pulsense und die App von Fitbit fanden dagegen keine Verbindung zu Google Fit. Runtastic ließ sich zwar verbinden, konnte aber keine Historie übermitteln. Ein weiteres Manko: Ist eine App mit Google Fit verbunden, lässt sie sich nicht mit einer weiteren App verknüpfen, etwa die Withings-App mit My Fitness Pal.

Die Kompatibilität einer App zu Google Fit erkennen Sie dagegen gleich bei der Installation – Sie erhalten nämlich eine Anfrage, ob Google Fit auf die Daten zugreifen darf. Eine (nicht mehr aktuelle) Liste aller kompatiblen Apps finden Sie unter http://bit.ly/1EcGmV7 .

Google Fit auswerten

Der Funktionsumfang von Google Fit hält sich sehr in Grenzen. Der Fokus liegt in erster Linie auf der Bewegung an sich – dazu nimmt die App Ihre Schritte und Bewegungen selbst auf oder zieht sich die Daten aus einer verbundenen App. Die Auswertungen können Sie sich entweder als Tagesfortschritt in Form eines ausgefüllten Rings (je mehr ausgefüllt ist, desto näher sind Sie Ihrem Tagesziel) oder als Zeitachse mit Balken ansehen, wobei die Höhe der Balken die Intensität der Bewegung anzeigt. Haben Sie eine Waage und/oder einen Pulsmesser angeschlossen und mit Google Fit verbunden, können Sie sich auch dafür Diagramme der Messungen einblenden lassen.

Alternative: Apple Health - iOS 8 mit neuer Gesundheits-App

Zum manuellen Eingeben einer Aktivität bei Google Fit tippen Sie auf die drei Punkte und wählen „Aktivität hinzufügen“. Neben der Startzeit haben Sie hier die Möglichkeit, die Art der Bewegung sowie die Dauer einzutragen. Die vorgegebene Auswahl der Tätigkeiten ist enorm und dadurch teils etwas überladen. So kann man sich durchaus über den Sinn von „Rollski-Sport“ und „Auf Sand laufen“ als Option wundern. Über die drei Punkte gelangen Sie auch zur Eingabemaske für das Gewicht.

Google Fit: Fazit

So richtig überzeugen konnte uns Google Fit nicht. Die App alleine kann zu wenig: Zwar misst sie automatisch Ihre Schritte; das Gewicht und andere Aktivitäten müssen Sie jedoch manuell eingeben. Und das geht bei anderen Apps deutlich komfortabler und schöner. Möchten Sie einen Fitness-Tracker beziehungsweise die dazugehörige App mit Google Fit verbinden, funktioniert das nur in Ausnahmefällen – überwiegend werden die Geräte (noch) nicht unterstützt, oder sie funktionieren nicht vollständig. Steht die Verbindung jedoch, übernimmt Google Fit die Infos aus der App beziehungsweise dem dazugehörigen Tracker.

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Unser Tipp daher: Haben Sie einen Fitness-Tracker im Einsatz, bleiben Sie am besten bei der dazugehörigen App, die Sie gegebenenfalls um Extras wie My Fitness Pal ergänzen können. Möchten Sie jedoch ohne weiteren Aufwand einfach nur Ihre Schritte zählen und auswerten, tut es Google Fit.

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