04.02.2010, 11:19

Dr. Bruce Sams

Web-Security

Zwei WAF-Architekturen

Es gibt zwei grundlegende Architekturen für WAFs. Da wäre zunächst der stark zentralisierte Ansatz von Appliance-WAFs, die in der Regel direkt hinter einer Netzwerk-Firewall und vor Web-Servern positioniert sind und durch die der gesamte Verkehr geleitet wird. Der zweite Ansatz besteht in der Verwendung einer Host-basierenden WAF, die direkt auf den Web-Servern installiert ist.
Als allgemeine Regel gilt: Die reine Leistung der zentralen Geräte ist höher als die von Host-gestützten Produkten, da sie häufig Hardware nutzen, die für den Netzverkehr optimiert ist. Der zentralisierte Ansatz erfordert allerdings auch eine höhere Leistung, da solche WAFs im Vergleich zum verteilten Konzept meist mehr Anwendungen schützen müssen.
In den meisten Fällen ist es leichter, eine einzelne Komponente zu verwalten, was als Vorteil für die Appliances erscheinen mag. Doch viele der Host-basierenden WAFs können über eine zentrale Management-Konsole verwaltet werden, die transparent mehrere Instanzen kontrolliert. Also ist in diesem Fall der vermeintliche Vorteil der Appliances kleiner, als es auf den ersten Blick scheinen mag.
Wenn die WAF versagt oder Probleme hat, kann dies katastrophale Folgen für die Anwendungen hinter ihr haben. Bei einem Fail-Open-Versagen der WAF sind die Anwendungen dahinter ungeschützt. Bei einem Fail-Closed-Versagen dagegen, bei dem kein Verkehr mehr durchgelassen wird, sind alle Anwendungen, die sie schützt, tot. Die zentrale Bereitstellung ist hier im Nachteil, da im Fail-Open-Szenario keine der Anwendungen hinter der WAF geschützt ist, während im Fail-Closed-Szenario keine der Anwendungen erreicht werden kann. Um diese Probleme zu umgehen, benötigen größere Anlagen eine hohe Verfügbarkeit, die man über Clustering und Redundanzen bereitstellen muss. Dies kann die zu erwartenden Gesamtkosten für die Installation der WAF wesentlich erhöhen.
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