Zukunft des Schienenverkehrs: Zugführer PC
Schneller ist der Computer, aber auch spontaner, ökonomischer und präziser: Wenn plötzlich mehr Passagiere an den Bahnsteigen stehen, fährt einfach ein neuer Zug aus der Abstellanlage. Er verbraucht weniger Energie, weil er gleichmäßiger beschleunigt und bremst. Und er wartet nicht auf Fahrgäste, die flehend die Rolltreppe hinunterrennen – weil sonst der Abstand zum nächsten Zug gefährlich schrumpfen würde.
Die Bilanz seit Tiefensees Jungfernfahrt: Bis auf einige Störungen zu Beginn des Jahres 2010 läuft der Betrieb seit Start „mit einer Verfügbarkeit von 99 Prozent“, wie Rainer Müller erklärt. Störungen, die aus Sicherheitsgründen entstanden: Im Zweifelsfall fahren die Züge nicht weiter. So verhakten sich die Spaltüberbrückungen bei Türen manchmal, fuhren nicht zurück – und die Computer-U-Bahn blieb stehen. Zudem schlugen in seltenen Fällen Entgleisungsdetektoren bei manchen Weichen Alarm. Jüngst allerdings bestand das Netz den Härtetest: Am Tag der deutschen Einheit fuhren Kurzzüge alle 100 Sekunden durch die Tunnel. Ohne Zwischenfälle.


