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Warum ein Ehevertrag die Firma schützt

06.10.2009 | 10:12 Uhr |

Wie Unternehmer Risiken für den Fall der Scheidung oder des Todes des Ehegatten begrenzen können.

Jahr für Jahr werden in Deutschland mehr als 200.000 Ehen geschieden. Während in der Bevölkerung häufig nur der nachehelich zu zahlende Unterhalt eine besondere Rolle spielt, gibt es gerade beim Vorhandensein eines Unternehmens ein noch viel größeres Problem: die Durchführung des Zugewinnausgleichs, wie unsere Schwesterpublikation channelpartner.de schreibt.

Gerade bei Selbstständigen und Unternehmern, weiß der Nürnberger Rechtsanwalt und Familienrechtsexperte Martin Weispfenning, Geschäftsführer der Deutschen Anwalts-, Notar- und Steuerberatervereinigung für Erb- und Familienrecht e. V. mit Sitz in Nürnberg, aus Erfahrung, können sich durch die Durchführung des Zugewinnausgleichs unübersehbare Risiken ergeben. Wird für die Ehe der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft beibehalten, das heißt, es wird nicht durch Ehevertrag etwas anderes vereinbart, ist der Vermögenszuwachs, juristisch "Zugewinn" genannt, den ein oder beide Ehegatten während der Ehe erzielt haben, anlässlich der Scheidung auszugleichen, erläutert Weispfenning. Grob vereinfach bedeutet dies, dass hierzu zunächst das Anfangs- und Endvermögen eines jeden Ehegatten zu Beginn und am Ende der Ehe zu ermitteln ist und der sich hieraus ergebende Überschuss hälftig geteilt wird.

Dies führt dazu, dass derjenige der Ehegatten, dessen Vermögen sich im Laufe der Ehe besser entwickelt hat, dem anderen Ehegatten gegenüber grundsätzlich ausgleichspflichtig ist. Hat z. B. der Ehemann während der Ehezeit eine Firma gegründet, deren Wert zum Zeitpunkt der Scheidung auf 1,2 Millionen Euro angewachsen ist, während sich das Vermögen der Ehefrau, z. B. wegen Kindererziehung, nicht verändert hat, so hat diese im Falle der Scheidung einen Ausgleichsanspruch in Höhe der Hälfte des Wertes, also hier auf 600.000 Euro. Es liegt auf der Hand, so betont Weispfenning, dass hierdurch für Unternehmer und Selbstständige unkalkulierbare Risiken im Falle der Scheidung entstehen können, die es rechtzeitig abzusichern gelte.

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