Nach Testläufen mit verschiedenen Online-Anwendungen dürfte der IT-Leiter herausgefunden haben, welche Applikationen die Mitarbeiter tatsächlich bei ihrer Arbeit unterstützen und wo sich keine Produktivitätssteigerung verzeichnen lässt. Wenn die Nutzung der neuen Dienste mehr Zeit in Anspruch nimmt als die konventionellen Mittel, dann müsste sich schon ein gewaltiger Zusatznutzen daraus ergeben, um sie zu rechtfertigen.
Der größte Trick bei allen diesen Web-2.0-Anwendungen dürfte wohl darin bestehen, die Mitarbeiter dazu zu bewegen, sie auch emsig und dauerhaft einzusetzen. Dieses Problem haben aber auch andere Applikationen, die von der IT-Abteilung eingeführt werden und plötzlich die gewohnten Abläufe der Anwender durchkreuzen. Häufig verlaufen neue Ideen und Software-Projekte nach einer kurzen Anlaufzeit, in der jeder einmal damit herumspielt, im Sande. Aus Gewohnheit greifen die Mitarbeiter auch bei komfortablen Web-2.0-Alternativen wieder auf die E-Mail oder das Telefon zurück, selbst wenn dies noch so umständlich ist.
Investitionen in Web-2.0-Technologien sind erst dann nötig, wenn sich eine Firma entschließt, beispielsweise eine eigene Collaboration-Plattform zu entwickeln, passende Software zu kaufen oder ihre vorhandenen Systeme auszubauen und auf Web 2.0 zu trimmen. Denn die kostenlosen Webdienste haben zwar ihre Reize, sind jedoch auch limitiert. Das Unternehmen hat weder Einfluss auf die Sicherheit der Anwendung noch können eigene Erweiterungen umgesetzt werden. Dann ist es Zeit für das nächste Level: Eigene Web-2.0-Anwendungen auf Basis von kommerzieller Software oder leicht einzurichtende Open-Source-Programme.
Soll beispielsweise ein Corporate Blog Unternehmensneuigkeiten, Messeauftritte und Informationen direkt aus der Produktentwicklung präsentieren, dann sollte eines klar sein: Nur die ständige Pflege führt zum Erfolg. Ein stiefmütterlich behandeltes Blog frisst letztlich nur Entwicklungs- und Hostingkosten. Wer also mit Web-2.0-Anwendungen liebäugelt – egal ob für den internen Gebrauch oder als Präsentationsplattform in der Öffentlichkeit –, muss wissen, dass die Software schnell eingerichtet sind, aber die regelmäßige Aktualisierung und Pflege die eigentliche Herausforderung darstellt. Sie verlangt die ständige Mitarbeit der Anwender und einen Verantwortlichen, der sich darum kümmert, dass die Web-2.0-Tools zur festen Instanz werden.
Mit der richtigen Steuerung und Ansprache gelingt mit dem Corporate Blog auch der Marketing-Streich, wie bekannte und gut gepflegte Corporate Blogs wie das Google Blog, das deutsche Weblog von Spreadshirt oder das deutsche Magix-Blog zeigen.
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