Abzocke im Web

(Zu) gute Jobangebote: Dubioser Nebenverdienst

3000 Euro oder mehr als „Nebenverdienst“ für zwei bis acht Stunden Arbeit pro Woche? Klingt gut – zu gut, um seriös zu sein. Trotzdem gehen genügend Anwender auf solche Angebote ein, die per Mail ins Haus flattern. Gesucht werden „Finanzagenten“ oder auch „Regional Manager für Zahlungsbearbeitung“. Vorausgesetzt werden ein Mailkonto sowie Genauigkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit – aber wer würde das nicht von sich behaupten? Einen Homebanking-Zugang bei einer deutschen Bank braucht man ebenfalls. Spätestens hier sollte man stutzig werden. Denn welche seriöse Firma lässt Finanztransaktionen über die Privatkonten ihrer Mitarbeiter statt über ein eigenes Konto laufen?
Mittelsmann für Betrugsdelikte: Bei diesem Jobangebot geht es schlicht und ergreifend um Geldwäsche. Die Hintermänner kapern fremde Bankkonten und überweisen das Guthaben an den arglosen Finanzagenten. Oder sie geben dessen Kontonummer bei krummen Geschäften an, etwa fingierten Autoverkäufen. Sobald das Geld auf dem Konto des Finanzagenten eingegangen ist, muss der es als Bargeldtransfer bei Diensten wie Western Union anweisen. An dieser Stelle verlieren sich dann die Spuren des Geldes. Denn anders als bei anderen Zahlungswegen lassen sich Western-Union-Zahlungen in vielen Fällen irgendwo im Ausland faktisch anonym in Empfang nehmen.
Finanzagent muss haften: Kommt der Agent seiner Aufgabe nicht unverzüglich nach, setzen ihn die Hintermänner stark unter Druck. Sobald die Opfer bemerken, was ihnen widerfahren ist, werden sie oder die hinzugezogene Polizei sich an den unmittelbaren Empfänger des Geldes wenden, an den Finanzagenten. Hat er die Beute bereits an die Betrüger weitergeleitet, muss er laut aktueller Rechtsprechung dafür geradestehen und riskiert eine Anzeige wegen Mittäterschaft. Unabhängig von der Schuldfrage werden sich die ermittelnden Behörden zunächst an den Mittelsmann halten, da dieser die einzige Verbindung zu den Tätern darstellt.
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