18.08.2008, 11:05

Christian Helmiss, Verena Ottmann

Zehn Stromspar-Tipps

So minimieren Sie den Energieverbrauch

Im Handumdrehen können Sie die Stromkosten für Ihren PC halbieren. Dadurch sparen Sie eine Menge Geld und tragen zudem zum Klimaschutz bei. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie's geht.
Sie träumen von Urlaub und sparen daher, was das Zeug hält: Sie gehen zu Fuß, statt mit der U-Bahn zu fahren, kaufen nur noch beim Discounter und leisten sich auch sonst keinen Luxus. Es geht einfacher: Erziehen Sie Ihren PC zur Sparsamkeit, und lassen Sie ihn Ihr Ticket in die Sonne finanzieren! Bei unserem Testsystem betrug die Leistungsaufnahme 277 Watt. Nach einigen Anpassungen im Bios waren's nur noch 243 Watt. Das sind 21 Euro weniger pro Jahr auf der Stromrechnung. Und es ist noch mehr drin: Insgesamt halbierten wir den Leistungshunger - und haben so pro Jahr über 100 Euro mehr übrig. Welche Aktionen am meisten bringen, erkennen Sie in der Übersichtstabelle. Zusatznutzen für Notebook-Besitzer: Natürlich wirken sich die Einsparungen positiv auf die Akkulaufzeit aus.

1. Unnötige Hardware abschalten
Moderne Hauptplatinen haben viele integrierte Komponenten - die Sie meist nicht alle benötigen. Aber auch ungenutzt treiben sie den Stromzähler an. Wägen Sie ab, ob Sie die eingebaute Soundkarte, sämtliche Laufwerkanschlüsse, mehrere Gigabit-LAN- und Firewire-Schnittstellen sowie den integrierten WLAN-Access-Point überhaupt nutzen. Falls nicht, schalten Sie sie im Bios ab! Das wird Ihnen auch einen schnelleren Windows-Start bringen, da das Betriebssystem weniger Geräte initialisieren und weniger Treiber laden muss.
Onboard-Chips lahmlegen - so geht's: Wenn Sie Ihren PC einschalten, zeigt er ein Herstellerlogo, die Speicherdaten, den Prozessornamen, Taktraten und vieles mehr. Das ist die Initialisierung der PC-Komponenten. Drücken Sie jetzt die F2 - oder die Entf -Taste, um ins PC-Bios zu gelangen. Im Menü "Advanced, Onboard Devices Configuration" etwa finden Sie allerlei überflüssige Hauptplatinenkomponenten, unter "Main, Legacy Diskette A" das Diskettenlaufwerk.
2. CPU-Takt verringern
Je höher der Arbeitstakt ist, desto besser ist die Rechenleistung eines Prozessors. Allerdings sind selbst die billigsten PCs für normale Büro-, Internet- und Wohnzimmeranwendungen völlig überdimensioniert. Sie können die Leistung Ihres PCs also ordentlich drosseln, ohne dass Sie einen Unterschied im PC-Alltag bemerken. Weiterer Vorteil: Da der Prozessor weniger Leistung verbrät, entsteht auch weniger Hitze, wodurch der Prozessorlüfter langsamer - und damit leiser - arbeiten kann.
Underclocking - so geht's: Diese Methode ist das genaue Gegenteil zum Übertakten (Overclocking): Der Arbeitstakt wird gesenkt. Er ist das Produkt aus Systemtakt und internem Prozessor-Multiplikator. Letzterer ist bei fast allen Prozessoren fest eingestellt und nicht änderbar. Der Systemtakt - bei AMD Referenztakt, bei Intel Front Side Bus genannt - lässt sich hingegen meist im Bios verringern. Der entsprechende Menüpunkt ist nicht einheitlich benannt - suchen Sie daher im Hauptplatinen-Handbuch nach " CPU Clock", "CPU (FSB) Frequency", "External Clock", "Frequency (Control)", "FSB Frequency" oder ähnlich lautenden Begriffen. Haben Sie das passende Menü gefunden, müssen Sie in der Regel die auf "Auto" stehende Funktion erst über "Enabled", "Manual" oder "User Defined" freischalten, bevor Sie den Takt verändern können. Verringern Sie den Systemtakt auf den niedrigstmöglichen Wert, starten Sie dann Ihren PC neu, und prüfen Sie in Ihren Lieblingsanwendungen, ob Sie bei der PC-Geschwindigkeit einen gravierenden Unterschied bemerken. Die Taktraten des Speichers und des PCI-Busses zu verringern brachte in unseren Tests keinen deutlichen Gewinn. Haben Sie sich einmal vertippt, können Sie die seit dem Eintreten ins Menü vorgenommenen Änderungen rückgängig machen - das geht per "Exit, Exit & Discard Changes". Auch möglich: Das Bios und die Hauptplatine können Sie jederzeit über "Load Setup Defaults" auf die Werkeinstellungen zurücksetzen.
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