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Youtube-Videos mit dem Smartphone produzieren

29.06.2014 | 16:15 Uhr |

Auf Youtube zeigen Sie Freunden im Handumdrehen ihre Smartphone-Videos. Doch Aufmerksamkeit bekommt man nur mit der richtigen Qualität. So klappt der Upload.

Youtube und vergleichbare Dienste wie Vimeo sind längst nicht mehr nur eine Hosting-Website, um Videos hochzuladen. Youtube & Co. haben sich als globale, stark freqentierte Video-, Film- und Musikplattformen etabliert. Auch werden sie als Suchmaschinen für Unterhaltungs-, Doku- und Bildungsinhalte genutzt sowie als Community, als schneller Bewegtbild-Nachrichtendienst und als effektives Marketing-Tool für Unternehmen und Werbekampagnen. Hier finden sich auf die Schnelle aufgenommene Guerilla-Clips ebenso wie dokumentarische Filme, Heim- und Geburtstagsvideos, Screencasts und mit dickem Etat produzierte Werbevideos. Eine kurze, namentliche Anmeldung – schon laden Sie eigene Videos hoch und stellen sie online. Dazu genügen ein Smartphone und ein kostenloses Konto.

Videos mit Erfolgsgarantie

Im Sekundentakt gehen bei Youtube neue Videos online – da liegt es auf der Hand, dass nur wenigen Clips der Erfolg vergönnt ist, in den Chart-Listen des Dienstes zu landen. Der Grat zwischen Trash- und Top-Video ist oft minimal, und nicht immer ist ersichtlich, weshalb ein auf den obersten Plätzen stehendes Video eine solche Top-Platzierung verdient hat. Geht es Ihnen in erster Linie darum, eigene Videos möglichst einfach für ein paar Freunde und Kollegen online zu stellen, brauchen Sie sich um mögliche Videoerfolgsfaktoren keine Gedanken zu machen. Anders verhält es sich, wenn Sie sich für Ihre Clips möglichst große Besucherströme wünschen. Dann ist es wichtig zu wissen, wie man Youtube richtig nutzt, auch wenn es kein pauschales Erfolgsrezept gibt.

So werden Clips populär

Interessante Videos sind vor allem originell – in Bezug auf das, was im Clip zu sehen ist, wegen der Geschichte, die erzählt wird, oder aufgrund der Kombination aus Bild und Ton. Eine gute Idee, Darsteller und Locations mit Wiedererkennungswert und knackig kurze, hippe Videos sind für den Online-Erfolg wesentlich.

So schalten Sie jedes Youtube-Video frei

Kürzer ist besser: Gute Youtube-Videos sind selten länger als wenige Minuten – empfehlenswert ist eine Länge zwischen einer und vier Minuten.
Vergrößern Kürzer ist besser: Gute Youtube-Videos sind selten länger als wenige Minuten – empfehlenswert ist eine Länge zwischen einer und vier Minuten.

Die richtige Technik

Videoportale wie Youtube sind offen für neue kreative Formate, Präsentationsstile und unkonventionell produzierte Clips. Auf den ersten Blick spielt die Technik bei Youtube-Videos keine Rolle. Viele der von Agenturen und Produktionsfirmen mit großem technischem Aufwand hergestellten und bis auf die Details durchgestylten Clips finden kaum Beachtung. Wichtig ist aber dennoch, handwerklich gut zu arbeiten. Dazu gehört insbesondere eine ordentliche Video- und Tonqualität.

Verzichten Sie bei der Videonachbearbeitung auf unnötige Effekte und schnitttechnische Spielereien – weniger ist mehr. Je einfacher ein Video gestaltet ist, desto betrachterfreundlicher und leichter konsumierbar ist es. Damit ein Betrachter einen einmal angeklickten Clip auch bis zum Ende anschaut, ist ein durchgängiger filmischer Fluss nötig. Wichtig: Laden Sie Ihre Videos in HD-Qualität mit mindestens 1280 x 720 Pixel (720p) hoch. Überprüfen Sie hinterher, ob sich das Video im Browser einwandfrei abspielen lässt und die Video- und Tonwiedergabe synchron erfolgt. Das Rohmaterial zu Ihrem Film bewahren Sie nach der Veröffentlichung am besten noch eine Weile lang auf. Andernfalls haben Sie keine Möglichkeit, Änderungen vorzunehmen. Falls Sie die Kommentierung Ihrer Videos durch Betrachter erlauben, empfiehlt es sich, die Rückmeldungen regelmäßig zu überprüfen und Fragen oder Hinweise zügig zu beantworten.

Sehgewohnheiten beachten

Die Sehgewohnheiten auf Videoplattformen im Netz unterscheiden sich deutlich von den Grundregeln, die für TV-Produktionen und traditionelle Kurzfilme gelten. Kurze, prägnante Clips sind gefragt – die Ideallänge liegt bei einer bis höchstens vier Minuten. Unter den beliebtesten Youtube-Videos fi nden sich nur wenige, die deutlich länger sind. Viele Betrachter klicken sie bereits nach einer Minute weg, deshalb sind meist die ersten 60 Sekunden für den Erfolg eines Clips entscheidend.

Wichtig: Schmissiger Sound

Genauso wichtig wie das Geschehen im eigentlichen Video ist oft die Begleitmusik. Allerdings heißt es bei der Auswahl eines passenden Soundtracks mit Hinblick auf die Urheberrechte, Vorsicht walten zu lassen. Damit ein hochgeladenes Video nicht gleich der automatischen Lizenzkontrolle zum Opfer fällt und wegen eines Lizenzverstoßes gelöscht wird, empfiehlt es sich, ausschließlich lizenzfreie Musik zu verwenden. Im Netz finden sich zahlreiche Quellen. Genügend Zeit und ein wenig Kreativität vorausgesetzt, kann man alternativ mit Tools wie zum Beispiel Magix Musik Maker einen schmissigen Begleit-Sound ohne Urheberrechts probleme erzeugen.

Die richtigen Stichwörter beim Hochladen eines Videos verhelfen dem Clip bei einer Suchabfrage im Youtube-Archiv zum Erfolg.
Vergrößern Die richtigen Stichwörter beim Hochladen eines Videos verhelfen dem Clip bei einer Suchabfrage im Youtube-Archiv zum Erfolg.

O-Ton-Falle vermeiden

Läuft bei Ihren Aufnahmen im Hintergrund Musik, gibt es hörbare Sprünge, falls Sie das Material in der Nachbearbeitung neu schneiden. Wenn möglich, Musik ausschalten. Straßenlärm und andere laute Umgebungsgeräusche beeinträchtigen so manche Aufnahme. Versuchen Sie beim Filmen, das Smartphone mit der freien Hand so abzuschirmen, dass möglichst wenig Lärm direkt auf das Mikro fällt. Außerdem wichtig: Alles, was im Film zu hören ist, sollten Sie auch zeigen. Wenn im Hintergrund mehrmals ein vorbeifahrender Zug zu hören ist, weil Sie in der Nähe eines Bahnhofs drehen, gehört der Zug zumindest kurz ins Bild.

Einbetten von Youtube-Video bald kostenpflichtig?

Mal was Neues: Videotagebuch

Einen einfachen Einstieg in Youtube ermöglichen Urlaubsvideos. Wenn darauf nur allseits bekannte Gebäude oder die beteiligten Personen vor wechselndem Hintergrund zu sehen sind, ist das Anschauen alles andere als spannend. Wer einen wirklichen Einblick in die Atmosphäre und Stimmung vor Ort geben möchte, sollte das Video von Anfang an zu einer abwechslungsreichen Erlebnisreise machen. Für eine authentische Atmosphäre sorgen Sie mit einem Videotagebuch, in dem Sie Szenen vor Ort mit Ihren Stimmungen festhalten.

Und so geht’s: Filmen Sie alles, was Ihnen an der jeweiligen Location wichtig ist. Dann drehen Sie die Smartphone-Kamera bei ausgestrecktem Arm auf sich selbst oder wechseln zur Frontkamera und kommentieren das Geschehene. Mimik, Gestik und Tonfall verraten oft tausend Dinge mehr, als Sie mit bloßem Draufhalten einfangen können.

Tipps für eine gelungene Produktion

Durch das geschickte Aneinanderreihen von Szenen in Videos lassen sich nicht nur bestimmte Wirkungen erzielen, sondern sogar Aussagen und Botschaften, die mit Bildern nicht gezeigt werden können oder sollen, vermitteln. Grundsätzlich gibt es im Rahmen der Videonachbearbeitung sieben gängige Methoden, um mit gekonnten Schnitten solch unterschwellige Aussagen zu visualisieren.

One-Take: Die gesamte Szene wird in einem Rutsch (Fachjargon: „Take“) aufgenommen. Die Aufnahme wird hinterher bei der Nachbearbeitung nicht geschnitten.

Assoziativ-Schnitt: Durch eine geschickte Anordnung der einzelnen Einstellungen soll beim Betrachter eine bestimmte Assoziation ausgelöst werden. Die eigentliche Aussage wird jedoch nicht gezeigt. Beispiel: Ein Mann wettet beim Pferderennen einen großen Geldbetrag und lässt sich in der nächsten Einstellung bei einem Autohändler teure Neuwagen vorführen.

Parallel-Schnitt: Zwei Handlungen werden parallel gezeigt, wobei zwischen den einzelnen Handlungen immer wieder hin und her gesprungen wird. Durch Verkürzen der Einstellungen zum Ende hin kann entsprechend Spannung auf einen Höhepunkt hin aufgebaut werden. Beispiel: Zwei Fahrzeuge rasen mit hoher Geschwindigkeit aus unterschiedlichen Richtungen auf die gleiche Kreuzung zu.

Kontrast-Schnitt: Unerwartete, sehr unterschiedliche Einstellungen werden bewusst zusammengeschnitten, um dem Betrachter den inhaltlichen Kontrast zwischen beiden Szenen deutlich zu machen. Beispiel: Ein Urlauber liegt am Strand – die nächste Einstellung zeigt einen von einem Orkan verwüsteten Landstrich.
Ersatz-Schnitt: Ereignisse, die nicht dargestellt werden können oder sollen, werden durch andere Ereignisse ersetzt. Beispiel: Ein Kind wird geboren; statt der Geburt wird das Aufblühen einer Knospe oder ein Sonnenaufgang im Zeitraffer gezeigt.

Kausal-Schnitt: Einstellungen hängen kausal voneinander ab: Ohne die erste Einstellung könnte der Betrachter die zweite nicht verstehen. Beispiel: Ein Mann streitet mit seiner Ehefrau und schläft in der nächsten Einstellung in einem Hotelzimmer.

Formal-Schnitt: Einstellungen unterschiedlichen Inhaltes können zusammengesetzt werden, sofern sie bestimmte Gemeinsamkeiten aufweisen, etwa gleiche Formen, Farben oder Bewegungen. Beispiel: rote Regenjacke und rote Blume.

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