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Applikationsvirtualisierung zum kleinen Preis

14.01.2009 | 10:01 Uhr |

Zwar steht die Applikationsvirtualisierung noch am Anfang, doch dass es ein wichtiger IT-Trend wird, steht wohl außer Frage. Die großen Hersteller haben sich bereits mit eigenen oder zugekauften Technologien vorbereitet. Einer der wenigen unabhängigen Anbieter ist Xenocode, deren Produkt die Computerwoche ausführlich getestet hat.

Mit dem Virtual Application Studio will es Hersteller Xenocode mit den Großen der Branche aufnehmen. Die kostengünstige Lösung zur Applikationsvirtualisierung benötigt keinen vorinstallierten Client auf dem Zielrechner. Für den Administrator hat Xenocode allerdings auch keine zentrale Verwaltungskonsole im Angebot, mit der sich die virtualisierten Anwendungen steuern und verteilen lassen. Ob das Virtual Application Studio daher als vollwertige Alternative zu den komplexen Produkten von Microsoft ( App-V ) und VMware ( Thinapp ) durchgeht, ist fraglich.

Im Mittelpunkt der Xenocode-Lösung steht das Xenocode OS, ein selbstentwickeltes Betriebssystem, das wichtige Windows-APIs implementiert. Die Plattform stellt den virtualisierten Anwendungen außerdem eine Registry und ein eigenes Dateisystem bereit. Dazu kommt ein Prozess- beziehungsweise Threading-Subsystem. Xenocode OS verwaltet auch Zugriffe auf Host-Objekte, zum Beispiel auf Verzeichnisse, die außerhalb der virtuellen Umgebung zu finden sind. Da sich die Objekte zur Laufzeit in einer Sandbox befinden, hat der Anwender über den Windows-Task keinen Zugang dazu. Das Betriebssystem kann in einem hilfreichen Diagnose-Modus ausgeführt werden, in dem alle schreibenden und lesenden Zugriffe in ein Logfile notiert werden.

Wie vergeleichbare Tools schirmt Xenocode die Anwendungen vom Betriebssystem ab und gaukelt ihnen verschiedene Windows-Dienste vor.
Vergrößern Wie vergeleichbare Tools schirmt Xenocode die Anwendungen vom Betriebssystem ab und gaukelt ihnen verschiedene Windows-Dienste vor.
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Wird die Applikationsvirtualisierungsplattform erstmalig gestartet, sichert Xenocode OS einen Teil des virtuellen Dateisystems und der Registry in einer Sandbox. Wohin die Daten auf den Hostsystem gespeichert werden, kann der Administrator selbst bestimmen. Wird nichts anderes vorgegeben, stellt die Software die Daten in das Anwenderprofil. Die Virtualisierungssoftware liegt normalerweise im Programmverzeichnis des Hosts. Auf diese Weise können auch mehrere Benutzer an der Installation arbeiten. Xenocode sichert die persönlichen Einstellungen in der Sandbox. Damit ist sichergestellt, dass der Benutzer seine bevorzugte Konfiguration hinterlegen und wie bei einer herkömmlichen Software speichern kann. Dank Server-basierter Profile können diese Einstellungen im gesamten Netzwerk an jedem PC für den jeweiligen Anwender abgerufen werden.

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