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Xbox, Playstation und Wii als Medienzentrale nutzen

06.12.2013 | 10:44 Uhr |

Microsoft Xbox 360, Sony Playstation 3 und Nintendo Wii sind Geräte, die mehr können, als nur mit Spielen zu unterhalten: So verwenden Sie sie als Streaming-Client.

Die Spielekonsole hängt sowieso schon am TV-Gerät, braucht wenig Platz und macht weniger Lärm als die meisten Notebooks und Media-PCs: Das ist die beste Voraussetzung, um Spielekonsolen für die Wiedergabe von Videos zu verwenden. Ein gewisses Problem ist dabei immer der knapp bemessene Speicherplatz und das unterstützte Videoformat. Wer nicht jedes Video konvertieren und auf einen USB-Stick kopieren will, kann die Konsolen als Streaming-Clients ins bestehende Netzwerk einklinken und Filme direkt vom Windows-PC abspielen.

Streaming: Das Kabel schlägt WLAN

Bevor die Konsole fit für den ungetrübten Filmgenuss ohne Frame-Verlust und Ruckeln ist, wird eine Netzwerkverbindung mit adäquater Bandbreite benötigt.

Microsoft Xbox 360: Die Konsole bringt den fürs Streaming nötigen Ethernet-Port standardmäßig mit. Gleiches gilt für die Sony Playstation.
Vergrößern Microsoft Xbox 360: Die Konsole bringt den fürs Streaming nötigen Ethernet-Port standardmäßig mit. Gleiches gilt für die Sony Playstation.
© Microsoft

Erfahrungswerte zeigen, dass 802.11g mit seinen 54 MBit und auch 802.11n mit den theoretischen 300 MBit in der Praxis viel weniger Daten übertragen, da davon zu viel bei der Fehlerkorrektur und dem Overhead hängen bleibt. Für Streaming, gerade von HD-Formaten, gilt: Kabelgebundenes Ethernet ist weiterhin erste Wahl und dem WLAN vorzuziehen. Die Nintendo Wii hat nur einen WLAN-Adapter und ist damit ohne Zubehör nur eingeschränkt für das Video-Streaming geeignet.

Xbox 360

Microsofts Spielekonsole besitzt standardmäßig eine Netzwerkbuchse. Nach der Verkabelung starten Sie die Xbox 360 und wählen im Menü „Meine Xbox Systemeinstellungen Netzwerkeinstellungen Verkabeltes Netzwerk Netzwerk konfigurieren“. Stellen Sie sicher, dass die Einstellung hier auf „Automatisch“ steht. Einen Verbindungstest können Sie eine Menü- Ebene höher mit „Xbox Live Verbindung testen“ (Internetzugriff), „PC-Verbindung testen“ (Zugriff auf Windows-PCs) und „Windows Media Center testen“ ausführen. Letzteres erfordert eine Verbindung zu einem Windows-System mit laufendem Windows Media Center.

Playstation 3

Die Konsole hat einen fest eingebauten Netzwerkanschluss und WLAN-Adapter. Starten Sie die Playstation 3 und wählen im Menü „Einstellungen Netzwerk-Einstellungen Internetverbindungs-Einstellungen Einfach“. So sorgen Sie dafür, dass die Netzwerkkonfiguration per DHCP automatisch vom Router bezogen wird.

Zubehör für Nintendo Wii: Anders als die beiden Konkurrenten von Syny und Microsoft beherrscht diese Konsole von Haus aus nur WLAN, das Kabelnetz kann aber durch einen Adapter für etwa 25 Euro ergänzt werden.
Vergrößern Zubehör für Nintendo Wii: Anders als die beiden Konkurrenten von Syny und Microsoft beherrscht diese Konsole von Haus aus nur WLAN, das Kabelnetz kann aber durch einen Adapter für etwa 25 Euro ergänzt werden.
© Nintendo

Auf die Frage, ob Sie einen Proxy-Server verwenden möchten, antworten Sie mit „Nicht verwenden“. Danach erscheint ein Überblick der gewählten Einstellungen, die Sie durch Drücken der X-Taste auf dem Controller bestätigen. Nach erneutem Drücken der Taste X wird die Verbindung getestet.

Nintendo Wii

Hier gibt es ab Werk nur WLAN. Um die Konsole kabelgebunden ins Heimnetzwerk einzubinden, brauchen Sie speziellen Ethernet- USB-Adapter von Nintendo (circa 25Euro). Stecken Sie ihn an den USB Anschluss der Wii, schalten Sie die Wii dann ein, und öffnen Sie das Konsolenmenü. Wählen Sie hier „Wii-Systemeinstellungen“ und „Internet Verbindungseinstellungen“. Danach wählen Sie in der Liste verfügbarer Verbindungen eine aus, die aktuell „nicht bereit“ ist. Anschließend wählen Sie im nächsten Fenster „LAN-Verbindung“ und bestätigen mit „OK“. Daraufhin wird die Verbindung per DHCP eingerichtet und getestet.

Doppelklick: Die Spielekonsole als Mediaplayer nutzen

Tversity im Smart-TV: Die Tversity-Mediensammlung erscheint in jedem DLNA-konformen Abspielgerät.
Vergrößern Tversity im Smart-TV: Die Tversity-Mediensammlung erscheint in jedem DLNA-konformen Abspielgerät.
© PC-WELT

Video-Streaming mit Tversity

Für Konsolen als Streaming-Clients ist die Freeware Tversity Media Server Basic 2.4 ( http://tversity.com ) erste Wahl. Tversity kann bei Bedarf die Mediendateien direkt beim Übertragen in ein passendes Format für die Konsole konvertieren. Der Tversity-Streaming-Dienst taucht regulär bei jedem DLNA-tauglichen Gerät auf und lässt Sie die gewünschten Ordner mit Mediendateien auswählen. Außerdem können Sie die Medien mit jedem Browser abrufen, indem Sie in die Adresszeile einfach die IP-Adresse des Medien-Servers plus „:41952/flashlib/“ eingeben, also etwa 41952/flashlib/:http://192.168.0.2:41952/flashlib/ . Auch Smart-TVs oder Spielekonsolen können diese Tversity-Adresse nutzen, sofern Sie über einen Browser verfügen.

Xbox 360: Wählen Sie auf der Xbox-Oberfläche „Meine Xbox“, und öffnen Sie dann die „Videobibliothek“, die „Musiksammlung“ oder das „Fotoalbum“. Danach wählen Sie als Quelle „Tversity“.

Playstation 3: Gehen Sie auf der PS3-Oberfläche auf „Musik“, „Foto“ oder „Video“. Danach klicken Sie auf den Eintrag für den Tversity-Medienserver.

Wii: Wählen Sie im Hauptmenü den kostenlosen „Internet-Kanal“ und dann „Start“. Danach klicken Sie auf die „WWW“-Schaltfläche, um die Tversity-Adresse einzugeben.

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Konsolen Unterstützte Videoformate und Codecs

Wenn der Video-Stream streikt, liegt es oft daran, dass die Konsole das unterstützte Format oder den Video- Codec nicht abspielen kann.

Xbox 360: Nach der Veröffentlichung hat Microsoft die Fähigkeiten der Konsole durch Updates erweitert. Die jetzige Version der Xbox kommt mit MPEG-2, H264 und WMV (bei Streaming auch geschütztes WMV) klar. Über das „Optional Media Update“ von Xbox Live geht auch Divx/ Xvid (MPEG-4 ASP). Beim Streaming über die Extender-Funktion der Xbox 360 sind die unterstützten Formate vom Host-PC abhängig.

Playstation 3: Die Spielekonsole von Sony kann mit einer Anzahl von gebräuchlichen Videoformaten umgehen. Unterstützt wird MPEG-1, MPEG-2, H.264/MPEG-4 AVC, AVCHD, Divx/Xvid, WMV. WMV funktioniert nur bei ungeschützten Dateien.

Wii: Bei Nintendo sieht es mit nativer Videounterstützung schlecht aus. Lediglich Motion JPEG (AVI), Quicktime (MOV) und FLV-Dateien funktionieren hier ohne vorherige Konvertierung.

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