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Xbox One S: Kleiner und besser - aber lohnt der Kauf?

04.08.2016 | 12:37 Uhr |

Die Xbox One S ist verfügbar. Microsoft verbessert die Xbox One in vielen Punkten. Hier lesen Sie, ob sich der Kauf lohnt.

Microsoft hatte im Juni auf der E3 mit der Xbox One S ein neues Modell der Xbox One vorgestellt. Zum Start ist Xbox One S nun aktuell und zeitlich begrenzt als Variante mit 2 Terabyte großer Festplatte für 399 Euro - beispielsweise hier bei Amazon - erhältlich. Diese Variante im schicken weißen Gehäuse enthält auch einen Ständer, über den die Konsole vertikal aufgestellt werden, was deutlich Platz spart und nebenbei auch für eine bessere Kühlung der Konsole sorgt. Bei Media Markt ist aktuell das gleiche Modell der Xbox One S inklusive drei Spielen für 449 Euro erhältlich.

Später wird es die Xbox One S auch mit 500 GB Festplatte für 299 Euro und mit 1 TB Festplatte für 349 Euro geben. Zusätzlich sind auch limitierte Bundles angekündigt, wie etwa die Xbox One S mit 2 TB Festplatte im Gears-of-War-Look mit Gears of War 4 Ultimate Edition für Xbox One und Windows 10, die ab Anfang Oktober für um die 450 Euro erhältlich sein wird.

Xbox One S vs. Xbox One - Lohnt sich die neue Konsole?

Aber was hat die Xbox One S eigentlich zu bieten und für wen lohnt sich der Kauf?

Xbox One S ist nicht nur kleiner, sondern auch schneller

Die Xbox One S ist die Nachfolgerin der im November 2013 auf den Markt gekommenen ersten Variante der Xbox One. Das neue Modell ist 40 Prozent kleiner, besitzt ein integriertes Netzteil, einen Infrarot-Blaster und wird mit einem neuen, leicht überarbeiteten und dadurch besser in der Hand liegenden Controller ausgeliefert, der als Neuerung zur Funkübertragung den Bluetooth-Standard nutzt.

Der neue Xbox One Controller unterstützt Bluetooth
Vergrößern Der neue Xbox One Controller unterstützt Bluetooth
© Microsoft

Der Controller kann damit direkt mit jedem Gerät mit Bluetooth-Unterstützung genutzt werden. Also beispielsweise auch zum Spielen auf einem Tablet oder Smartphone. Im Vergleich zur bisher verwendeten Funkübertragung erhöht sich auch die maximale Reichweite.

Bei der Vorstellung der Xbox One S hatte sich Microsoft nicht allzu detailliert zum Innenleben des neuen Modells geäußert. Nun steht fest: Die Xbox One S besitzt sehr wohl etwas mehr Leistung, die sich auch bei existierenden Xbox-One-Spielen leicht positiv bemerkbar macht.

Das bei der Xbox One S eingesetzte System on Chip (SoC) wird im 16-Nanometer-Verfahren statt dem bisher verwendeten 28-Nanometer-Verfahren gergestellt. Dadurch ist das SoC kleiner, benötigt weniger Energie und erzeugt nicht so viel Wärme. Viel wichtiger aber noch: Während der Takt der CPU-Einheit mit 1,75 Gigahertz pro Kern unverändert bleibt, wird der GPU-Takt von bisher 853 Megahertz auf 914 Megahertz und die ESRAM-Übertragungsrate von bisher 204 Gigabyte pro Sekunde auf 219 Gigabyte pro Sekunde erhöht. Die Gesamtleistung der Xbox-One-Konsole steigt damit von bisher 1,31 Teraflops auf nunmehr 1,4 Teraflops. Dadurch verringert sich der Abstand zur Playstation 4 (etwa 1,8 Teraflops) etwas.

Erste Messungen zeigen, dass die höhere Leistung bei einigen bereits erschienenen Spielen für zusätzliche 5 bis 9 Bilder pro Sekunde sorgt.

Xbox One S: 4K und HDR bei Spielen

Die wichtigste Neuerung bei der Xbox One S ist allerdings in die volle 4K-Unterstützung. Bei Spielen wird das Bildsignal auf 4K "nur" hochskaliert. Das war auch mit dem alten Xbox-One-Modell möglich, allerdings erfolgte die Ausgabe aufgrund der Limitierung des genutzten HDMI 1.4a Ports nur mit 30 Hertz.

Die Xbox One S bietet einen HDMI 2.0a Port, der an den Ferseher das Bildsignal nun mit 4K und 60 Hertz ausliefert (genauer: 3.840 x 2160 Pixel @ 60 Hz). Über HDMI 2.0a erfolgt auch die Unterstützung für HDR, vorausgesetzt der 4K-Fernseher unterstützt HDR10 bzw. den BT2020-Farbraum.

Unterm Strich sehen Spiele nun in 4K deutlich besser aus als bisher. Die Verbesserung der Optik wird noch deutlicher ausfallen, sobald in den nächsten Monaten die ersten Spiele mit HDR-Unterstützung auf den Markt kommen, wie etwa Forza Horizon 3 im September oder Gears of War 4 im Oktober.

Die Xbox One S kann 4K-Videos anzeigen und unterstützt HDR
Vergrößern Die Xbox One S kann 4K-Videos anzeigen und unterstützt HDR
© Microsoft

 

Xbox One S derzeit günstigster 4K-Blu-Ray-Player

Während die Auflösung bei Spielen auf 4K hochskaliert wird, erfolgt die Ausgabe von Videos mit einer echten 4K-Auflösung (und natürlich ebenfalls mit HDR-Unterstützung). Damit können also beispielsweise Netflix-Streams in vollem 4K genossen werden. Außerdem unterstützt das in der Xbox One S befindliche optische Laufwerk das Abspielen von 4K Blu-Rays (auch 4K Ultra HD Blu-Ray genannt).

Ultra HD Blu-Ray Player sind aktuell noch sehr teuer. Bei Amazon kostet beispielsweise der Ultra HD Blu-Ray-Player Panasonic DMP-UB900EGK derzeit deutlich über 600 Euro. Dummerweise unterstützt die Xbox One S aber weder die Surround-Sound-Technik Dolby Atmos noch dessen Konkurrenten DTS-X.

Die Xbox One S bietet damit die aktuell günstigste Möglichkeit, um an einen Ultra HD Blu-Ray-Player zu gelangen.

Lesetipp: Topaktuelle UHD-Fernseher im Vergleichstest

Xbox One S: IR-Blaster kommt hinzu, Kinect-Anschluss wurde gestrichen

Die Xbox One S besitzt als Neuerung einen integrierten IR-Blaster. Über diesen ist die Xbox One S in der Lage, beispielsweise das TV-Gerät oder Receiver ein- oder auszuschalten. Der Griff zu den jeweiligen Fernbedienungen entfällt damit.

Im Vergleich zur Xbox One streicht Microsoft bei der Xbox One S den Kinect-Anschluss. Wer Kinect bereits besitzt, benötigt einen Adapter, um es an die Xbox One S anschließen zu können. Für die Xbox-One-Besitzer, die zur Startphase auf die Xbox One S wechseln, bietet Microsoft den Kinect-Adapter kostenfrei an. Weitere Infos hierzu finden Sie hier bei Microsoft. Wer eine Xbox One S und einen Kinect-Sensor neu erwirbt, der muss den Adapter erwerben.

Fazit: Xbox One S ist die bessere Xbox One

Wer einen 4K-Fernseher (idealerweise mit HDR10-Unterstützung) besitzt und Filme in höchster Auflösung und HDR genießen möchte, der erhält mit der Xbox One S derzeit nicht nur die einzige Spielekonsole, die dazu in der Lage ist, sondern auch noch mit der Konsole einen vergleichsweise günstigen 4K-Blu-Ray-Player. Da lohnt sich auch der Wechsel von der Xbox One auf die Xbox One S.

Für alle die eine Xbox One "nur" an einen Full-HD-Ferseher angeschlossen haben, fallen die Anreize zum Wechsel auf die Xbox One S viel, viel geringer aus. Die etwas bessere Leistung und die Verringerung der Größe der Konsole allein rechtfertigen den Kauf sicherlich nicht.

Ein echtes 4K-Gaming-Erlebnis bietet die Xbox One S nicht. Durch das 4K-Upscaling und HDR mögen die Spiele zwar etwas besser aussehen, echtes 4K-Gaming wird eine Microsoft-Konsole aber erst mit Project Scorpio Ende 2017 bieten.

Spannend ist natürlich die Frage, wann Sony das neue Playstation-4-Modell vorstellen wird. Wobei es zuletzt Zweifel darüber gab, ob mit der Playstation 4 Neo tatsächlich echtes 4K-Gaming möglich sein wird. Die PS4 Neo würde dann "nur" mit der Xbox One S und nicht mehr Project Scorpio konkurrieren.

XBox One S & Project Scorpio - Specs & Preise
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