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Xabre 600

11.12.2002 | 16:29 Uhr |

Der Xabre 600 ist eine gute Alternative für Einsteiger. SIS sollte allerdings noch etwas am Treiber nachbessern. Für anspruchsvolle Spiele, die vermehrt auf Vertex und Pixel Shader setzen, scheint der Xabre dagegen schlecht gerüstet. Außerdem werden Karten mit dem Xabre-Chip wohl kaum günstiger sein als Modelle mit Geforce 4 MX 440 AGP 8x und Radeon 9000, die im Moment mit vergleichbarer Ausstattung zwischen 100 und 120 Euro kosten. DFI jedenfalls hat eine Karte mit Xabre 600 zum Preis von rund 120 Euro angekündigt.

Angriff auf ATI und Nvidia: Mit dem Xabre 600 will sich SIS als dritter im Bunde der wichtigen Grafikchiphersteller etablieren. SIS verspricht mit dem neuen Chip eine Leistung, die über dem Niveau von ATIs Radeon 9000 Pro und Nvidias Geforce 4 MX 440 AGP8x liegt und an das Tempo des Geforce 4 Ti 4200 herankommen soll: also ein Grafikchip für Einsteiger- und Mittelklasse-Karten, wo es zwar keine Benchmark-Rekorde, aber dafür das meiste Geld zu verdienen gibt.In puncto Fertigung hat SIS die beiden Großen bereits abgehängt: Der Xabre 600 wird in 0,13-Mikron-Architektur hergestellt - ATI und Nvidia bringen entsprechende Chips erst nächstes Jahr. Außerdem unterstützt der Sabre 600 AGP 8x. Mit Pixel Shadern in Version 1.3 ist er darüber hinaus kompatibel zu DirectX 8.1, der Geforce 4 MX 440 AGP 8x bietet dies nicht, ATIs Radeon 9000 Pro dagegen schon. Im Gegensatz zu den Pixel Shadern kann auch die CPU Vertex-Shader-Programme abarbeiten, der Grafikchip selbst muss dazu keine Logik besitzen: So löst es SIS auch beim Xabre 600 und nennt das ganze Vertexlizer - das Tempo bei Spielen, die mit vielen Vertex-Shader-Programmen arbeiten, ist also stark abhängig vom verwendeten Prozessor.

Bei der Pixel-Füllrate liegt der Xabre 600 den technischen Daten nach vor der Einsteigerkonkurrenz: Er verfügt über vier Pipelines mit je zwei Textureinheiten, während der Radeon 9000 Pro bei gleicher Pipeline-Zahl nur je eine Textureinheit mitbringt, der Geforce 4 MX 440 AGP 8x besitzt nur zwei Pipelines mit je zwei Textureinheiten. Auch beim Chip- und Speichertakt hat SIS dank des Fertigungsprozesses die Nase vorn: Laut Spezifikation taktet der Xabre 600 mit 300 MHz (Chip) und 600 MHz (Speicher). Radeon 9000 Pro und Geforce 4 MX 440 AGP 8x liegen mit 275/550 MHz beziehungsweise 275/500 MHz darunter. Die von uns getestete Referenzkarte lief mit 315 MHz (Chip) und 630 MHz (Speicher) übrigens leicht übertaktet.

Gute Chancen also für SIS, das Spitzen-Duo zu ärgern? Wie die Referenzkarte im Test abschnitt, erfahren Sie im folgenden.

Die Referenzkarte von SIS mit dem Xabre 600 verfügt über 64 MB DDR-SDRAM mit 2,8 Nanosekunden Zugriffszeit. Der RAM-DAC taktet mit 375 MHz. An Anschlüssen bringt die Karte 1 VGA-, 1 DVI-I und 1 S-Video-Port mit.

Im 3D-Mark-Test überflügelte der Xabre 600 die Konkurrenten Radeon 9000 Pro und Geforce 4 MX 440 AGP 8x : Er schaffte 8379 Punkte im PC mit Pentium 4 2,4 GHz bei 1024 x 768 Bildpunkten und 32 Bit Farbtiefe. Damit war er rund 11 Prozent schneller als der ATI-Chip und überflügelte den Geforce 4 MX 440 AGP 8x um mehr als 30 Prozent. Mit eingeschalteter Kantenglättung brachte er es auf 2684 Punkte und fiel damit hinter den Radeon 9000 Pro (2962 Punkte) zurück, behauptete sich aber vor dem Nvidia-Chip (2174 Punkte).

Ein ähnliches Bild zeigte der Test mit dem Open-GL-Benchmark Quake 3: Der Xabre 600 kam auf 189 Bilder pro Sekunde. Hier lag er allerdings mit 55 Bildern pro Sekunde auch bei eingeschalteter Kantenglättung vor dem Radeon 9000 Pro, der 164 Bilder pro Sekunde (41 mit Kantenglättung) schaffte. Der Geforce 4 MX 440 AGP8x erreichte 171 Bilder pro Sekunde (50 mit Kantenglättung).

Trotz entsprechender Einstellung im Treiber (Version 3.07) führte der Chip die Kantenglättung aber nicht immer aus. Anisotropische Texturfilterung ließ sich überhaupt nicht einstellen.

In den anspruchsvolleren Benchmarks wie Vulpine GL Mark und Codecreatures musste er sich dem Radeon 9000 Pro geschlagen geben. Der Xabre 600 schaffte 53 Bilder pro Sekunde beziehungsweise 1624 Punkte, während der Radeon 9000 Pro 59 Bilder pro Sekunde und 2188 Punkte erreichte. Aber den Geforce 4 MX 440 AGP8x hängte er auch hier ab (52 Bilder pro Sekunde bei Vulpine GL Mark), der aufgrund der fehlenden Shader mit Codecreatures überhaupt nicht läuft.

Unser Referenzmodell ließ sich bis 333 MHz (Chip) und 666 MHz (Speicher) stabil übertakten - der Tempogewinn war mit rund 3 Prozent aber enttäuschend. Im Treiber übersetzt SIS übrigens Overclocking etwas zu wortgetreu mit "Überschreiten der Uhrzeit".

Hersteller/Anbieter

SIS

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