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X-Window: Fernzugriff auf Linux-Anwendungen

Sie betreiben einen Rechner unter Linux und wollen die darauf installierten Anwendungen auch den Windows-Rechnern im lokalen Netz zur Verfügung stellen. In einem lokalen Netzwerk ist der Zugriff auf Linux-Anwendungen per X-Server eine der schnellsten Möglichkeiten. Wir zeigen Ihnen, wie es funktioniert.

Anforderung:

Fortgeschrittener

Zeitaufwand:

Hoch

Problem:

Sie betreiben einen Rechner unter Linux und wollen die darauf installierten Anwendungen auch den Windows-Rechnern im lokalen Netz zur Verfügung stellen.

Lösung:

In einem lokalen Netzwerk ist der Zugriff auf Linux-Anwendungen per X-Server eine der schnellsten Möglichkeiten. Dabei muss auf den Windows-Rechnern jeweils ein X-Server laufen, über den Sie dann Zugriff auf den Linux-Desktop haben. Die Anzahl der gleichzeitigen Benutzer ist nur durch die Leistung der Hardware des Linux-Rechners begrenzt.

Eine geeignete kostenlose Software ist beispielsweise das englischsprachige Cygwin/X . Zur Installation laden Sie das Cygwin-Setup-Programm herunter und installieren den X-Server über das Internet. Nach dem Start von Setup.EXE folgen Sie den Anweisungen des Assistenten. Im Dialog "Select Packages“ wählen Sie unter "X11“ den Eintrag "Xstartup scripts: Cygwin/X startup-scripts“ aus. Das Setup-Programm markiert dann automatisch alle weiteren Pakete, die für die Installation notwendig sind.

Jetzt benötigen Sie zum Start des X-Servers und für die Verbindung zum Client noch eine Batchdatei. Sie finden diese hier: :pcwStartxnt.BAT (für Windows NT 4, 2000 und XP) und :pcwStartxw98.BAT (für Windows 95, 98 und ME).

Öffnen Sie die für Ihr Betriebssystem passende Datei in einem Editor, und tragen Sie hinter "Set Node=“ den Namen oder die IP-Nummer des Linux-PCs ein. Bei Windows 95, 98 und ME tippen Sie hinter "Set Computername=“ zusätzlich den Namen oder die IP-Nummer des PCs ein, auf dem der X-Server läuft.

Damit die Verbindung mit dem Linux-Rechner klappt, müssen Sie auch hier einige Änderungen an der Konfiguration vornehmen.

Bei Suse Linux 9.x beispielsweise öffnen Sie die Datei /etc/X11/xdm/xdm-config in einem Editor und setzen in die letzte Zeile vor "DisplayManager.requestPort“ das Kommentarzeichen "!“. In der Datei /etc/opt/kde3/share/config/kdm ändern Sie im Abschnitt [Xdmcp] die Zeile "Enable=false“ auf "Enable=true“.

Damit die neuen Einstellungen wirksam werden, starten Sie den Rechner neu, oder Sie schließen alle Anwendungen und geben als Benutzer root auf der Kommandozeile "rcxdm restart“ ein. Danach starten Sie unter Windows die Batchdatei. Nach dem Login verwenden Sie den KDE-Desktop und die Anwendungen wie unter Linux gewohnt.

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