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Wordpress: So passen Sie Ihr Theme grundlegend an

01.10.2015 | 14:09 Uhr |

Wordpress zählt zu den wichtigsten Content-Management-Systemen. In diesem Artikel erklären wir Ihnen den grundlegenden Aufbau einer Designvorlage. Mit diesem Wissen können Sie ein Theme an Ihre Wünsche anpassen.

Wordpress ist schon lange seinen Wurzeln als Blog-Software entwachsen. Schätzungen besagen, dass es weltweit etwa die Hälfte aller Websites antreibt. Eine engagierte Community stellt funktionale Erweiterungen zur Verfügung, und auf der Projektseite werden unzählige Designvorlagen für alle Zwecke angeboten. Mit einem Texteditor und dem Verständnis für den Aufbau eines Themes legen Sie selbst Hand an.

Hinweis: Dieser Beitrag kann nur die Grundlagen der Theme-Entwicklung berücksichtigen. Wer fortgeschrittenere Änderungen vornehmen will, muss schnell auf solid HTML-, PHP- und auch CSS-Kenntnisse zurückgreifen.

Grundlegender Aufbau eines Wordpress-Themes

Ein Design besteht mindestens aus den beiden Dateien „index.php“ und „style.css“ (tatsächlich sind es üblicherweise sehr viel mehr). In der CSS-Datei liegen die Formatierungsanweisungen, die im Detail definieren, welche Farben und Schriften genutzt werden. Darin ist aber auch ein Block enthalten, der Informationen zum Design enthält. Sobald Sie diese beiden Dateien in einem eigenen Ordner innerhalb des Verzeichnisses „wp-content/themes“ liegen, wird Wordpress die Vorlage erkennen und darstellen.

Wordpress-Sicherheitslücken schließen

Grundsätzlich können alle Funktionsaufrufe sowie die Seitengestaltung ausschließlich in der Datei „ index.php “ erfolgen. Um die Entwicklung und die Wartung der Vorlagen zu erleichtern, werden die Funktionsaufrufe aber meist auf verschiedene Dateien aufgeteilt. Die Funktionsnamen richten sich dabei nach einem vom System vorgegebenen Codex. In allen aktuellen Templates werden Sie wenigstens folgende Dateien finden:

header.php " gibt den Kopfbereich der HTML-Datei aus (Metainformationen, Dokumentendefinition) und den eventuell sichtbaren Kopfbereich (Grafik, Titel der Site). Der Aufruf dieser Funktion erfolgt aus der „index.php“ mit dem Kommando get_header().

footer.php “ verantwortet den Fußbereich der Seite, worin sich auch das abschließende HTML-Element befindet. Erst damit wird die Seite vom Browser auch als gültig gesehen und dargestellt. Der Aufruf erfolgt aus der „index.php“ mit get_footer().

Ein wichtiges gestalterisches und funktionales Element einer Site ist die Seitenleiste mit den Widgets (kleine Info-Container). Alle diese Elemente werden über die Datei „ sidebar.php “ gesteuert. Schließlich lagern viele Entwickler einen Teil der Funktionen in die separate „ functions.php “ aus.

Obwohl rein funktional bereits wenige Dateien genügen würden, bevorzugen die meisten Wordpress-Themes die Aufspaltung in mehrere Dateien zwecks besserer Übersicht.
Vergrößern Obwohl rein funktional bereits wenige Dateien genügen würden, bevorzugen die meisten Wordpress-Themes die Aufspaltung in mehrere Dateien zwecks besserer Übersicht.

In jeder der genannten Dateien befinden sich einige Standardfunktionen und Prozeduren von Wordpress. Die Liste der aktuellen Beiträge des Blogs wird durch den sogenannten „Loop“, eine Schleife, ausgegeben. Die offizielle Dokumentation von Wordpress erklärt alle Funktionen und deren Parameter im Detail. Wer eine eigene Vorlage von der ersten Codezeile an selbst entwickeln möchte, kommt an der Lektüre der Dokumentation nicht vorbei. Zu einem Theme gehören noch eine ganze Reihe weiterer Dateien, deren Aufgabe sich bereits durch den Dateinamen erschließt. Die Detailansicht eines Einzelartikels erfolgt mit „ single.php “. Darin enthalten sind erneut die Aufrufe von Header und Footer und Sidebar. Folgerichtig übernimmt „ page.php “ die Darstellung einer einzelnen Seite. Auch hier verrät der Codex von Wordpress mehr. Bearbeiten lassen sich die Daten mit jedem Texteditor.

Änderungen am Wordpress-Theme immer mit Backup

Meist sind es nur Kleinigkeiten, die an einem Template stören oder die funktional ergänzt werden sollen. So erfordern einige Plug-ins einen Funktionsaufruf (zum Beispiel zur Banner-Verwaltung zwischen den Beiträgen der Seite). Bevor Sie Änderungen an einem Template vornehmen, legen Sie zur Sicherheit per FTP-Zugang eine Kopie aller Dateien an.

Wohl kein Designer wird seine Vorlage für Wordpress vollständig manuell entwickeln. Das wäre viel zu viel fehleranfällige Tipparbeit. Die grundlegenden Strukturen zur Seitenaufteilung lassen sich sehr gut mit einem Framework entwickeln, zum Beispiel mit dem kostenlosen Bootstrap . Im Framework wird die Seitenaufteilung definiert und damit die verschiedenen Layoutbereiche abgegrenzt. Am Ende steht dann eine Aufteilung in HTML-Code-Schnipsel. Die Bereiche werden anschließend in den Funktionsdateien von Wordpress aufgeteilt. Ein Framework in diesem Sinn liefert nur die gestalterischen Grundlagen. Die Optik (Farben, Schriften) und Funktionen werden im Anschluss in Handarbeit gefertigt, weil die CSS-Datei genauso bearbeitet werden muss, wie auch die Funktionsdateien angepasst werden.

In der zentralen Datei „index.php“ werden alle anderen Elemente der Seite per PHP-Funktion aufgerufen, im abgebildeten Fall ist es die Sidebar.
Vergrößern In der zentralen Datei „index.php“ werden alle anderen Elemente der Seite per PHP-Funktion aufgerufen, im abgebildeten Fall ist es die Sidebar.

Wer keine Lust hat, sich in die Tiefen der Wordpress-Entwicklung einzuarbeiten, kann zu einem Framework greifen, das unmittelbar auf Wordpress aufsetzt. Dazu werden die notwendigen Dateien als eigenes Theme im Back-End installiert. Über die grafische Oberfläche können menügeführt die Funktionsbereiche entwickelt werden. Wenige Mausklicks genügen, um Menü- und Seitenleisten anzulegen oder den prozentualen Anteil des Fußbereichs zu entwickeln. Am Quellcode wird in aller Regel gar nicht gearbeitet.

Solche Frameworks werden in Form kommerzieller Produkte angeboten wie Xtreme One , es gibt aber auch freie Projekte wie zum Beispiel Whiteboard . Je nach Bauform und Lizenzbedingungen dürfen die eigenen Entwürfe dann auch anderen zur Verfügung gestellt werden. Templates, die auf Basis eines solchen Frameworks entstehen, setzen das Framework als Basis üblicherweise aber voraus. Es dient als Grundlage und wird deswegen immer mitinstalliert. Kritiker von Wordpress-Frameworks sehen das als Sicherheitsrisiko. Denn naturgemäß müssen die Programme dicht am Kern der Installation arbeiten. Der Nutzer muss sich dann nicht nur um die Wordpress-Sicherheit kümmern, sondern auch um die Sicherheit des Frameworks.

S.O.S.? Template per Datenbank wechseln

Im schlimmsten Fall kann die Konfigurationsoberfläche von Wordpress nicht mehr aufgerufen werden. Um die Installation wieder nutzen zu können, besorgen Sie sich am besten ein frisches Wordpress, das Sie lokal entpacken. Verbinden Sie sich per FTP mit dem Server, und übertragen Sie nur eines der mitgelieferten Designs in den Ordner „wp-content/themes“. Loggen Sie sich anschließend in die Datenbank Ihrer Site ein. Die Zugangsdaten dafür gibt es beim Provider. In der Datenbank selbst gibt es die Tabelle „wp_options“. Wurde während der Installation von Wordpress ein abweichendes Prefix angegeben, müssen Sie die entsprechende anderslautende Tabelle suchen. Dort ändern Sie die Werte für die beiden Zeilen „template“ und „stylesheet“ auf den Namen des eingesetzten Templates. Nachdem die Datenbank aktualisiert wurde, nutzt Wordpress diese Vorlage, und Sie können sich wieder einloggen.

Sie wollen noch mehr wissen? Dann lohnt sich vielleicht ein Blick in unsere 5 Tipps für den Wordpress-Blog .

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