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Wordpress 4.0 - Die Neuerungen und der Umstieg

17.04.2015 | 07:09 Uhr |

Wordpress hat im September Version 4 präsentiert und diese dem Jazz-Musiker „Benny“ Godmann gewidmet. Wir stellen die wichtigsten Neuerungen vor und zeigen, wie Sie eine bestehende Version aktualisieren.

Seit Anfang September stehen die englische und die deutsche Version von Wordpress 4.0 zur Verfügung. Technisch basiert Wordpress auf PHP und My SQL und arbeitet somit plattformneutral unter Linux, Windows und Mac-OS X. Wordpress war zu Beginn die Basis für viele Internet-Blogs, präsentiert sich heute jedoch zunehmend als generelles „Publishing-System“.

Die jüngste Version 4 ist ein weiterer Schritt in die Richtung eines vollwertigen Content-Management-Systems. Der folgende Beitrag nennt nicht nur die neuen Funktionen, sondern erklärt praxisnah Nutzung, Installation und Upgrade.

Version 4.0: Die Neuerungen

Wordpress 4.0 bringt viele Optimierungen mit, welche die tägliche Arbeit erleichtern. Die Entwickler haben allerdings die Bedeutung der neuen Hauptnummer 4.0 relativiert – als die Nummer zwischen 3.9 und 4.1 . Die Verbesserungen rechtfertigen aber in jedem Fall einen Umstieg auf Wordpress 4.0.

Der Editor: Eine der wichtigsten ist sicherlich der visuelle Editor. Die Eingabe von längeren Texten war bis jetzt immer etwas aufwendiger, denn dabei hatten Sie im ungünstigsten Fall mit zwei Scrollleisten zu hantieren: eine vom Editor-Fenster selbst, eine zweite von der Wordpress-Admin-Oberfläche. Dies ist jetzt eleganter gelöst, denn das Editor-Fenster passt sich automatisch der Länge des Textes an. Damit gibt es nur noch die Scrollleiste des Hauptfensters. Sollte Ihr Text länger als eine Bildschirmseite sein, dann bleibt beim Scrollen automatisch die Symbolleiste am oberen Ende des Bildschirms verankert. Nur der restliche Teil des Texts wird weiter nach unten verschoben.

Live-Vorschau auf aktive Elemente: Der verbesserte Editor zeigt Links auf Youtube-Videos oder einen Twitter-Beitrag sofort an.
Vergrößern Live-Vorschau auf aktive Elemente: Der verbesserte Editor zeigt Links auf Youtube-Videos oder einen Twitter-Beitrag sofort an.

Alternativ gibt es auch noch das „Ablenkungsfreie Schreiben“, bei dem nur noch der Editor zu sehen ist. Damit steht der komplette Bildschirm für die Bearbeitung Ihrer Inhalte zur Verfügung. Innerhalb des Editors ist auch der Umgang mit eingebetteten Inhalten deutlich einfacher geworden. Sobald Sie beispielsweise den Link eines Inhalts einfügen, verwandelt Wordpress diesen automatisch in das verlinkte Objekt. Damit fügen Sie beispielsweise den Link zu einem Youtube-Video oder Twitter-Beitrag ein, und Sie sehen diesen direkt nach der Aktualisierung im Text angezeigt. Es gibt aktuell etwa 25 Dienste , welche Sie direkt über diese Vorgehensweise integrieren können.

5 schnelle Tipps für den eigenen Wordpress-Blog

Die Medienverwaltung: Deutlich mehr Übersicht erhalten Sie auch durch die verbesserte Medienübersicht. In dieser sehen Sie eine Vorschau auf alle Bilder, die Sie innerhalb Ihrer Wordpress-Installation abgelegt haben. Mit einem Doppelklick gelangen Sie in die Detailansicht des Bildes und können den Titel, die Beschriftung, den Alternativtext sowie die Beschreibung einfach anpassen. Innerhalb der Listenansicht der Medienübersicht sehen Sie als zusätzliche Information, wie oft und an welcher Stelle das Objekt innerhalb Ihres Wordpress-Auftritts verwendet wird. Das Hinzufügen von Daten erfolgt wie gewohnt entweder per Drag & Drop, eine Mehrfachauswahl oder den Browser-Uploader. Auf diesen Wegen lassen sich in einem Schritt bis zu 32 MB an Dateien der bisherigen Wordpress-Installation hinzufügen.

Medienübersicht: Die neuen Vorschaubilder geben einen schnelleren Überblick, welche Objekte zur Verfügung stehen.
Vergrößern Medienübersicht: Die neuen Vorschaubilder geben einen schnelleren Überblick, welche Objekte zur Verfügung stehen.

Wordpress-Plug-ins: Bei der Plug-in-Suche zur Wordpress-Erweiterung hat sich einiges getan. Bis jetzt haben Sie die Ergebnisse in einer Liste dargestellt bekommen. Bei einer größeren Anzahl von Treffern konnte dies unübersichtlich werden. In der neuen Ansicht ist das Ergebnis in Kacheln aufbereitet. Sie sehen neben dem Titel unter anderem eine kurze Beschreibung, die Bewertung der Anwender sowie die Anzahl der Downloads. Der Link „Weitere Details“ liefert in einem weiteren Fenster eine detaillierte Beschreibung des Plug-ins inklusive Screenshots und Changelog. Dank der Kacheln wird es deutlich einfacher und schneller, das richtige Plug-in zu finden und zu installieren.

Verbesserte Plug-in-Suche: Die Trefferliste erscheint im Kacheln-Layout. Damit erhalten Sie eine gute Übersicht der zur Verfügung stehenden Lösungen.
Vergrößern Verbesserte Plug-in-Suche: Die Trefferliste erscheint im Kacheln-Layout. Damit erhalten Sie eine gute Übersicht der zur Verfügung stehenden Lösungen.

Themes für die Oberfläche: Die Bearbeitung von Themes ist ebenfalls komfortabler. Funktional haben sich die Anpassungsmöglichkeiten kaum geändert, jedoch sehen Sie jetzt im Theme Editor direkt, wie sich Änderungen auf das Layout Ihrer Website auswirken. Durch diese direkte Kontrolle wird es einfacher, Farben, Header-Bild oder Widgets neu zu gestalten. Damit haben Sie in kürzester Zeit das optimale Zusammenspiel aus Farben, Bildern und Objekten gefunden.

Direkte Live-Vorschau: Bei einer Neubearbeitung der Themes werden die vorgenommenen Änderungen sofort angezeigt.
Vergrößern Direkte Live-Vorschau: Bei einer Neubearbeitung der Themes werden die vorgenommenen Änderungen sofort angezeigt.

Wordpress 4.0 neu installieren

Wir zeigen Ihnen in den folgenden Punkten, wie Sie Wordpress neu aufsetzen oder eine bestehende Installation auf die neueste Version migrieren. Beide Aktionen wurden vereinfacht und sollten auch weniger erfahrenen Anwendern kein Problem bereiten.

Für die Neuinstallation von Wordpress unter Linux benötigen Sie eine aktuelle PHP-Version ab 5.2.4, eine My-SQL-Datenbank ab 5.0 sowie einen Webserver. Wir empfehlen einen Apache-Webserver, wobei Wordpress aber auch Nginx unterstützt. Eine Übersicht der aktuellen Systemvoraussetzungen finden Sie auf der Wordpress-Website .

Laden Sie sich im ersten Schritt die aktuellsten Installationsdateien von der deutschen Wordpress-Website herunter. Für die Übertragung der Daten auf den Webserver nutzen Sie am einfachsten einen FTP-Client wie Filezilla. Dieser ist in allen populären Distributionen über das Software-Center verfügbar.

Legen Sie zuerst über den Server-Manager eine neue Verbindung zu Ihrem Webserver an. Fügen Sie über die Schaltfläche „Neuer Server“ einen neuen Eintrag ein. Weisen Sie diesem einen sprechenden Namen zu – im Beispiel erhält dieser den Namen „Mein Server“. Tragen Sie anschließend im Feld „Server“ die URL oder IP-Adresse Ihres FTP-Servers ein, und wählen Sie FTP oder SFTP als Protokoll aus. Dies ist abhängig davon, was Ihr Hoster für die Datenübertragung anbietet. Wählen Sie als Verbindungsart „Normal“ aus, und geben Sie anschließend Benutzer und Passwort ein. Speichern Sie die eingetragenen Daten über „OK“ ab.

Entpacken Sie die Dateien auf Ihrem Computer, und kopieren Sie die Datei „wp-config-sample.php“ auf die Datei „wp-config.php“. Nun öffnen Sie die Datei „wp-config.php“, um im Abschnitt „MySQL Settings“ die Zugangsdaten für Ihre Datenbank einzutragen. Wesentlich sind folgende Daten:

DB_NAME
Name der Datenbank (DBxxxxxxx)
DB_USER
Benutzername
DB_PASSWORD
Passwort
DB_HOST
Adresse der Datenbank

Kopieren Sie die kompletten entpackten Daten anschließend über Filezilla in das Zielverzeichnis auf den Webserver.

Für die Installation benötigen Sie auch eine My-SQL-Datenbank. Legen Sie am besten eine eigenständige Instanz für Wordpress an. Dies realisieren Sie über das in allen Distributionen verfügbare Tool phpmyadmin und das Menü „Datenbanken“. Tragen Sie hier in das Feld „Datenbankname“ den Namen der Datenbank ein, wählen dann „Kollation“ aus und legen die Datenbank an.

Rufen Sie anschließend über einen Browser das Verzeichnis auf, in welches Sie Wordpress kopiert haben, also beispielsweise „ www.meinserver.de/wp “. Die Installationsroutine führt Sie durch die einzelnen Schritte. Damit ist das neue Wordpress bereits einsatzbereit. Eine ausführliche Installationsanweisung finden auf der Wordpress-Website .

Export der Datenbank: Bevor Sie eine bestehende Installation aktualisieren, sollten Sie Ihre Dateien und gesondert die Datenbank sichern.
Vergrößern Export der Datenbank: Bevor Sie eine bestehende Installation aktualisieren, sollten Sie Ihre Dateien und gesondert die Datenbank sichern.

Update auf Version vorbereiten

Wenn Sie eine bestehende Wordpress-Version aktualisieren wollen, hängt der Weg hängt davon ab, mit welcher Version Sie bisher arbeiten. Unabhängig davon sollten Sie vor einem Update eine Sicherung Ihrer Installation durchführen. Die Daten einer Wordpress-Installation sind an zwei unterschiedlichen Stellen zu finden: Auf dem Dateisystem und in der Datenbank. Für die Sicherung des Dateisystems verwenden Sie Filezilla . Auf der rechten Seite sehen Sie alle Verzeichnisse auf Ihrem Webserver, auf der linken Seite jene des lokalen Rechners. Suchen Sie einen passenden Speicherort für die Daten, und sichern Sie diese lokal. Abhängig vom Umfang wird das einige Minuten dauern. Nun steht noch die Datenbank zur Sicherung an. Bei vielen Hostern gibt es für die Verwaltung von My-SQL-Datenbanken einen Service im Kundenbereich, der zumeist auf dem Tool phpmyadmin beruht. Sie können aber phpmyadmin (mit gleichnamigen Paketnamen) auch auf Ihr Linux-System installieren und die Datenbank damit sichern. Dazu rufen Sie im ersten Schritt phpmyadmin auf und navigieren zur Datenbank, in welcher die Daten Ihrer Website gespeichert sind. Markieren Sie alle Tabellen der Wordpress-Installation. Haben Sie während der Installation keine Parameter verändert, besitzen alle Tabellen das Präfix „wp“. Rufen Sie die Registerkarte „Struktur“ auf, und markieren Sie die Tabellen über die Registerkarte „Alle auswählen“. Am einfachsten exportieren Sie die Inhalte direkt über die Drop-down-Schaltfläche und die Funktion „Exportieren“.

phpmyadmin stellt Ihnen für diesen Vorgang einen Assistenten zur Verfügung. Bei der Art des Exports nutzen Sie „Schnell“ und als Format „SQL“. Mit diesen Parametern stellt phpmyadmin die notwendigen Daten zusammen und speichert die Inhalte in der Textdatei. Damit haben Sie die notwendigen Sicherungen durchgeführt und können sich an das eigentliche Update machen.

//www.pcwelt.de/galerien/Die_besten_Wordpress-Pluggins-7852549.html?bild=1:Die besten Wordpress-Plugins

Updates älterer Versionen

Alle Wordpress-Versionen ab 2.7 erlauben das direkte Update in der Administrationsoberfläche. Dafür gibt den Link „Aktualisierungen“ im Wordpress-Dashboard. Starten Sie von dieser Stelle das Update über die Schaltfläche „Aktualisiere jetzt“. Zusätzlich sehen Sie in dieser Übersicht auch im Abschnitt „Plugins“, welche Erweiterungen mit der neuen Version 4 kompatibel sind.

Filezilla bei der Sicherung der Dateistruktur: Der Download ist nicht kompliziert, denn Wordpress legt alle Daten in nur einem Ordner ab – im Bild unter „wp“.
Vergrößern Filezilla bei der Sicherung der Dateistruktur: Der Download ist nicht kompliziert, denn Wordpress legt alle Daten in nur einem Ordner ab – im Bild unter „wp“.

Nachdem Sie die Schaltfläche gedrückt haben, startet der Download der Installationsdateien. Dies kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Wordpress entpackt anschließend automatisch die Dateien und startet mit der Installation. Während dieser werden die aktualisierten Dateien in die entsprechenden Verzeichnisse kopiert sowie die Datenbank aktualisiert. Zum Abschluss müssen Sie sich einmal neu anmelden, und danach steht das neue Wordpress 4 zur Verfügung.

Manuelles Update durchführen: Das automatische Update funktioniert nicht überall. Es gibt sehr altes Wordpress, die das nicht unterstützt, und es gibt vom Hoster angepasste Wordpress-Varianten, die das Update über die Konfigurationsoberfläche nicht vorsehen. In diesen Fällen bleibt Ihnen noch das manuelle Update als Alternative. Laden Sie sich hierfür zuerst die aktuellste Wordpress-Version herunter, und entpacken Sie die ZIP-Datei. Gehen Sie anschließend auf die Wordpress-Administrationsoberfläche, und deaktivieren Sie im Menü „Plugins“ alle Erweiterungen. Löschen Sie anschließend mit Hilfe von Filezilla die beiden Verzeichnisse „wp-includes“ und „wp-admin“ auf Ihrem Webserver.

Kopieren Sie dann die Verzeichnisse „wp-includes“ und „wp-admin“ aus den heruntergeladenen und entpackten Dateien auf den Webserver. Neben diesen beiden Ordnern ist noch eine Aktualisierung von „wp-content“ notwendig. Dieser Ordner darf jedoch nicht vorab gelöscht werden. Gehen Sie deswegen in den lokal entpackten Ordner „wp-content“, kopieren Sie dessen Inhalte in das gleichnamige Verzeichnis auf dem Webserver und überschreiben damit die vorhandenen Dateien. Laden Sie zum Abschluss noch alle Dateien aus dem Wurzel-Verzeichnis von Wordpress 4 in das korrespondierende Verzeichnis auf dem Webserver.

Vergleichen Sie zum Abschluss die Datei „wp-config-sample.php“ mit Ihrer aktuellen „wp-config.php“-Datei. Überprüfen Sie, ob neue Parameter hinzugekommen sind, und ergänzen diese manuell.

Haben Sie zuvor eine automatische Installation versucht, gibt es in Ihrem Wordpress-Verzeichnis noch eine Datei „.maintenance“. Entfernen Sie diese manuell über Filezilla, bevor Sie die nächsten Schritte beginnen.

Direktes Update: Die Aktualisierung von Wordpress lässt sich ab Version 2.7 direkt aus der Administrationsoberfläche heraus starten.
Vergrößern Direktes Update: Die Aktualisierung von Wordpress lässt sich ab Version 2.7 direkt aus der Administrationsoberfläche heraus starten.

Rufen Sie anschließend die Administrationsseite über http://[www.meineseite.de]/wordpress/wp-admin auf. Sollten Sie Wordpress in einem anderen Verzeichnis installiert haben als „wordpress“, dann passen Sie den Link entsprechend an. Melden Sie sich wie gewohnt mit Ihrem Benutzer und Passwort an. Wordpress überprüft im Hintergrund, ob eine Aktualisierung der Datenbankstrukturen notwendig ist. Sollte dies notwendig sein, erhalten Sie auf dem Dashboard einen entsprechenden Hinweis.

Damit ist Ihr Update erfolgreich beendet, und Ihnen steht nach der Neuanmeldung die aktuelle Wordpress-Version zur Verfügung. Löschen Sie am besten noch Ihren lokalen Browser-Cache, damit keine veralteten Dateien mehr angezeigt werden.

Sollten Sie auch beim manuellen Update noch Schwierigkeiten haben, hilft Ihnen ein Blick auf die Support-Website von Wordpress mit sehr ausführlichen Anleitungen und Lösungsvorschlägen für verschiedene Problemfälle.

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