Microsoft konnte eine Reihe von Anwendern, besonders im öffentlichen Sektor, nicht von den angepriesenen Vorteilen der schönen neuen XML-Welt überzeugen. Das lag weniger daran, dass der XML-Ansatz die gemachten Versprechen technisch nicht einlösen könnte. Vielmehr stießen sich Kritiker an Microsofts Nutzung der Technologie, besonders an mangelnder Offenheit und fehlender Konformität mit etablierten Standards.
Wenn der Zugang zu den anwendereigenen Daten schon nicht mehr durchtechnische Barrieren der Binärformate verstellt wird, dann sollten sich die XML-Dokumente nicht als rechtliche Fallen erweisen. Beispielsweise sah die ursprüngliche Lizenz für die Dateiformate vor, dass sie nicht mit Anwendungssoftware bearbeitet werden dürfen, die der GNU Public Licence unterliegt. In diese Kategorie fällt beispielsweise der Konkurrent OpenOffice.
Der US-Bundesstaat Massachusetts setzte Microsoft mit der Entscheidung unter Druck, das Open Document Format (ODF) als verbindlichen Standard für alle Office-Dokumente einzuführen. Dieses ging aus "Open-Office XML" hervor und wurde beim Konsortium Oasis von einer Reihe von IT-Firmen entwickelt. Mittlerweile gehören der ODF Alliance Dutzende Unternehmen an, das Dateiformat selbst wurde im Mai 2006 als ISO-Standard verabschiedet.
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Vorherige Seite
Seite 4 von 7
Nächste Seite




