16348

Inkjet fürs Büro

Wer farbig drucken möchte, hat nicht nur die Wahl zwischen verschiedenen Herstellern und Druckermodellen, sondern muss sich auch grundsätzlich entscheiden, welche Drucktechnik es sein soll. Hier finden Sie Wissenswertes zum Tintenstrahldruck.Von Ralph Novak

Eine Kaffeemaschine in einem HP-Labor soll angeblich Pate bei der Entwicklung des ersten Tintenstrahlers gestanden haben. Ein HP-Ingenieur beobachtete, wie erhitztes Wasser in die Kaffeekanne tropfte. Das brachte ihn auf die Idee, das gleiche mit Tinten zu versuchen. In den Achtzigern war es soweit: Die ersten Thermo-Tintenstrahler kamen auf den Markt – von HP und nahezu parallel vom japanischen Konkurrenten Canon . Letzteres Unternehmen war auf der Suche nach einer Alternative zu herkömmlichen Kopierverfahren ebenfalls auf die Idee des Thermotintenstrahl-Drucks gestoßen.

Genial einfaches Prinzip
Das Prinzip ist so simpel wie genial: In einer Kammer wird per Hitzeelement ein Tintentropfen erhitzt – die Flüssigkeit dehnt sich blitzartig aus. So wird die Tinte durch eine Düse gedrückt. Die Düse ist so geformt, dass sie die Tinte als möglichst kugelförmigen und kleinen Tropfen auf das Papier feuert - siehe Abbildung. Canon, Lexmark , HP und Kodak verwenden den thermischen Tintenstrahldruck. Canon bezeichnet den Thermotintenstrahldruck auch als Bubble Inkjet.

Funktionsweise der Piezo-Technik - Quelle: Epson
Vergrößern Funktionsweise der Piezo-Technik - Quelle: Epson
© 2014

Ausnahme Epson
Einziger Exot im Tintenstrahldruck-Bereich ist Epson . Epson druckt mit einem Piezo-Element. Dies ist ein Kristall, das durch Spannung gezielt verformt werden kann. Die Tintentropfen werden durch das Piezo-Keramik-Element weggeschleudert, vergleichbar mit einem Trampolin-Springer von einem Trampolin - siehe Abbildung.

Anfangs war Piezo die beste Möglichkeit, Tintentropfen gezielt auf das Papier zu schleudern. Der thermische Druck holte in Qualität und Geschwindigkeit aber auf und ist dem Piezo-Drucker heute im Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich überlegen. Denn Thermo-Inkjet-Druckköpfe sind inzwischen so günstig herzustellen, dass man die Druckköpfe nach ein paar bedruckten Seiten wegwerfen kann. Bei zahlreichen Modellen von HP, Canon und Lexmark sitzt der Druckkopf auf den Patronen. Ist die Patrone leer, ist sie faktisch recycelbarer Müll. Natürlich lassen sich die Patronen auch auffüllen und wieder verwenden, so lange bis die Druckdüsen defekt sind.

0 Kommentare zu diesem Artikel
16348