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Windows auf neue Hardware umziehen

27.07.2014 | 10:09 Uhr |

Die Migration eines Windows-Systems auf einen neuen PC ist durchaus heikel – selbst Microsoft traut sich das komplette In-Place-Upgrade nur auf die jeweils nächste Windows-Version zu. Doch es gibt Alternativen.

Der erste Teil des Ratgebers erklärt im Detail, wie sich ein bestehender PC schnell und effizient auf das aktuelle Windows 8.1 upgraden lässt. Was nämlich auf den ersten Blick banal klingt, hat durchaus seine Tücken – nicht zuletzt, weil Windows 8 und Windows 8.1 für Microsoft unterschiedliche Versionen des (gleichen) Betriebssystems darstellen.

Um dieses Versions- und Produktschlüsselchaos brauchen Sie sich nicht mehr zu kümmern, wenn Sie Ihr Betriebssystem auf dem vorhandenen Computer bereits aktualisiert haben, nun aber doch neue Hardware einsetzen möchten. Denn dann benötigen Sie weder eine zusätzliche Windows-Lizenz, noch müssen Sie mit der Windows- und Software-Installation neu beginnen.

Das Programm Macrium Reflect kann sowohl ein Abbild der Festplatte oder einer Partition erstellen als auch den kompletten Inhalt auf einen anderen Datenträger klonen.
Vergrößern Das Programm Macrium Reflect kann sowohl ein Abbild der Festplatte oder einer Partition erstellen als auch den kompletten Inhalt auf einen anderen Datenträger klonen.

Festplatte klonen: So läuft der Umzug in der Praxis

Einfacher ist es, die Windows-Partition oder sogar die komplette Festplatte auf die neue Hardware zu überspielen, also zu klonen. Im Prinzip erledigt dies ein Image-Tool wie Macrium Reflect . Bei einem Desktop-PC können Sie zum Überspielen der Daten die Festplatte des alten Computers direkt an den neuen Computer anschließen. Bei einem Notebook speichern Sie entweder das System-Image auf einer externen Festplatte zwischen. Oder Sie schließen die zweite Festplatte über einen USB-HDD-Adapter per USB an den tragbaren Rechner an. Solche Adapter gibt es ab rund zehn Euro im Online-Handel und auf Ebay .

Daten von defekter Festplatte retten

Im Idealfall startet der neue Rechner nach der Migration neu und lädt die erforderlichen neuen Treiber für die selbstständig herunter. Unter Umständen müssen Sie Windows und/oder Office neu aktivieren sowie den einen oder anderen Treiber manuell herunterladen und installieren.

Das Tools Driver Injection ist in der Lage, nachträglich einen Treiber in ein nicht startendes Windows-System zu integrieren.
Vergrößern Das Tools Driver Injection ist in der Lage, nachträglich einen Treiber in ein nicht startendes Windows-System zu integrieren.

Es kann aber auch vorkommen, dass das System auf der neuen Plattform überhaupt nicht startet. In diesem Fall hilft das Tool Driver Injection , das fehlende Treiber auch nachträglich in eine nicht startende Windows-Konfiguration integrieren kann. Dazu laden Sie zunächst den fehlenden Treiber, meist also den Chipsatztreiber, auf einem funktionieren PC und entpacken diesen mit dem Tool 7-zip , falls der Treiber als Zip- oder Exe-Datei gepackt ist. Denn Driver Injection kann nur reine Treiber-, also Inf-Dateien verarbeiten.
Schließen Sie an diesem PC nun zusätzlich die Festplatte mit dem überspielten, aber nun nicht startenden Windows an, entweder direkt ans SATA-Kabel oder über den erwähnten USB-HDD-Adapter, und starten Sie Driver Injection. Den ersten Hinweis bestätigen Sie mit „OK -> Weiter“, wählen als Betriebssystem in jedem Fall „Windows Vista“ und im nächsten Schritt „Treiber eines Drittanbieters installieren“. Anschließend wählen Sie oben die Treiberdatei aus, darunter den konkreten Treiber und in „Schritt 3“ als Pfad zur Registry-Datei „X:\Windows\System32\Config\System“, wobei „X“ den konkreten Laufwerkswerkbuchstaben der zusätzlichen Festplatte bzw. Windows-Partition bei Ihnen darstellt. Mit Klicks auf „Weiter -> Weiter“ schließt Driver Injection die Treiberintegration ab, die zweite Festplatte bauen Sie wieder in den ursprünglichen Computer ein, der nun problemlos starten sollte.

Paragon und Acronis (im Bild) bieten Migrations-Tools, die den Systemumzug auf neue Hardware durch die vorherige Treiberintegration sicherstellen.
Vergrößern Paragon und Acronis (im Bild) bieten Migrations-Tools, die den Systemumzug auf neue Hardware durch die vorherige Treiberintegration sicherstellen.

Solche Startprobleme lassen sich mit Image-Programmen vermeiden, welche das Zurückspielen explizit auf anderer Hardware ermöglichen. Dazu zählen Drive Copy 14 Professional von Paragon (ca. 25 Euro) und Acronis True Image 2014 Premium (ca. 60 Euro). Die Tools ermöglichen es ganz komfortabel, wichtige Treiber schon vor dem Wiederherstellen in das System zu integrieren, so dass es gar nicht erst zu irgendwelchen Startproblemen kommt. Bevor Sie für eines dieser Programme Geld ausgeben, können Sie die Migration jedoch zunächst einmal mit der Gratisvariante Macrium Reflect ausprobieren.

Windows-Update nach dem Klonen reparieren

Die richtige Strategie: So gehen Sie vor

Möchten Sie Ihre bisherige Konfiguration mitsamt der installierten Software auf der vorhandenen Hardware weiterverwenden und dabei auf Windows 8.1 upgraden, ist das In-Place-Upgrade richtig – zur Not auch über den Umweg von Windows 8.0. In der Praxis müssen Sie knapp 80 Euro für die Pro-Version von Windows 8 kalkulieren, das Upgrade auf das aktuelle 8.1 ist dann kostenlos. Eine solche Upgrade-Lizenz berechtigt auch zum Download einer ISO-Datei, aus der sich eine DVD für die saubere Neuinstallation brennen oder ein USB-Stick erstellen lässt – mit einem Trick auch direkt mit Windows 8.1. De facto ist dies auch aus einem vorinstallierten Windows möglich, rechtlich aber – trotz der vorhandenen OEM-Lizenz – nicht ganz in Ordnung.

Der im Betriebssystem integrierte Assistent Windows Easy Transfer überträgt Einstellungen und Daten auf einen anderen PC, jedoch keine Programme.
Vergrößern Der im Betriebssystem integrierte Assistent Windows Easy Transfer überträgt Einstellungen und Daten auf einen anderen PC, jedoch keine Programme.

Persönliche Daten und Einstellungen auf einen neuen PC mit installiertem Betriebssystem lassen sich mit dem in Windows integrierten Assistenten „ Windows Easy Transfer “ übertragen, den Sie über „Alle Programme -> Zubehör -> Systemprogramme“ aufrufen. Für die Software-Migration ist dann entweder der PC-Mover oder die O&O-Umzugshilfe erforderlich.

Den Komplettumzug des gesamten Festplatteninhalts auf neue Hardware erledigt schnell – und auch meist komplikationslos – ein Image- und Kloning-Programm. Klappt das nicht, helfen meist spezielle Programme, die zwischen 25 und 60 Euro kosten.

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