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Windows Server 2012 optimal in kleinen Unternehmen betreiben

06.01.2014 | 11:02 Uhr |

Mit unseren Tipps und Tricks nutzen Sie den Windows Server 2012 Essentials in kleinen Unternehmen optimal. Außerdem sagen wir, wann sich Windows Server 2012 Foundation lohnt.

Kleine Unternehmen, die eine zentrale Datenablage und eine unkomplizierte Benutzerverwaltung im Netzwerk einsetzen wollen, müssen nicht unbedingt auf teure Server-Lizenzen setzen und sich den Server teuer einrichten lassen. Microsoft bietet mit Windows Server 2012 Essentials eine angepasste Serverlösung die schnell eingerichtet ist und kleineren und mittleren Unternehmen einen großen Funktionsumfang bietet. Gleichzeitig ist Windows Server 2012 Essentials leicht bedienbar.

Grundsätzlich handelt es sich bei Windows Server 2012 Essentials um den Nachfolger von Small Business Server 2011 Essentials. Einen Nachfolger von SBS 2011 Standard mit Exchange-Server gibt es ab Windows Server 2012 nicht mehr.

Windows Server 2012 Essentials ist schnell und einfach durch einen speziellen Assistenten installierbar. Dafür sind nicht unbedingt EDV-Kenntnisse notwendig. Die Version benötigt außerdem keine zusätzlichen Lizenzen. Durch den Erwerb von Windows Server 2012 Essentials dürfen Unternehmen 25 Benutzer mit bis zu 50 Geräten anbinden. Die Verwaltung findet über ein spezielles Dashboard statt. Das heißt, es ist keine Einarbeitung in komplizierte Verwaltungswerkzeuge notwendig. Für alle Aufgaben gibt es integrierte Assistenten.

Die Verwaltung von Windows Server 2012 Essentials findet mit einem speziellen Dashboard statt
Vergrößern Die Verwaltung von Windows Server 2012 Essentials findet mit einem speziellen Dashboard statt

Daten besser und effizienter sichern

In kleinen Unternehmen spielen vor allem die Daten der Anwender und deren Sicherung eine zentrale Rolle. Da vor allem im Mittelstand viele Anwender Daten nicht auf dem Server speichern, sondern auf den Arbeitsstationen selbst, kann Windows Server 2012 Essentials auch hier Abhilfe schaffen. Durch die Installation eines Agenten sichert der Server automatisch Arbeitsstationen auf den Server. Mit einer CD oder einem USB-Stick lassen sich so die Arbeitsstationen der Anwender selbst vom Server aus wiederherstellen.

Windows Server 2012 Essentials kann komplette Clientcomputer sichern
Vergrößern Windows Server 2012 Essentials kann komplette Clientcomputer sichern

Windows Server 2012 Essentials arbeitet außerdem im Bereich der Datensicherung optimal mit Windows 8 zusammen. Die neue Windows 8-Datensicherung mit der Bezeichnung Dateiversionsverlauf sichert automatisch mehrmals täglich geänderte Dateien und sogar Versionen der Daten in ein Netzlaufwerk. Anwender können direkt im Explorer schnell und einfach Daten auf diesem Weg wiederherstellen.

Mit dem Dateiversionsverlauf können Anwender in Windows 8 schnell und einfach Daten wiederherstellen
Vergrößern Mit dem Dateiversionsverlauf können Anwender in Windows 8 schnell und einfach Daten wiederherstellen

Diese Funktion verwendet Windows Server 2012 Essentials. Bei der Anbindung an den Server aktiviert der Agent automatisch den Dateiversionsverlauf auf den Windows 8-Arbeitsstationen und sichert die Daten auf den Server. Anwender müssen dazu keinerlei Einstellungen vornehmen, das gilt auch für Administratoren. Mit dem Explorer können Anwender dann im Notfall schnell und einfach Daten wiederherstellen. Ein Administrator ist dazu nicht notwendig.

Computer und Server einfacher verwalten

Über das Dashboard können Administratoren von ihrer eigenen Arbeitsstation den Server verwalten. Außerdem lassen sich Informationen zu den Rechnern im Netzwerk anzeigen, Sicherungen und Wiederherstellungsvorgänge starten und vieles mehr.

Die Verwaltung im Dashboard ermöglicht die zentrale Verwaltung der Arbeitsstationen und des Servers
Vergrößern Die Verwaltung im Dashboard ermöglicht die zentrale Verwaltung der Arbeitsstationen und des Servers

Ebenfalls Bestandteil von Windows Server 2012 ist die Möglichkeit auch über das Internet auf Freigaben des Servers zuzugreifen. Administratoren können sogar über das Internet eine Fernwartung der Arbeitsstationen vornehmen und den Server verwalten. Anwender können auf Wunsch auch über das Internet, zum Beispiel von zu Hause auf Daten des Servers zugreifen und eine Fernwartungs-Sitzung auf ihren Computer durchführen.

Anwender und Administratoren können auch über das Internet auf Server und Arbeitsstationen zugreifen
Vergrößern Anwender und Administratoren können auch über das Internet auf Server und Arbeitsstationen zugreifen

Natürlich können Firmeneigentümer oder der IT-Verantwortliche im Unternehmen genau festlegen welche Rechte ein Anwender hat und auf welche Daten er intern und über das Internet zugreifen darf. Die Einstellungen erfolgen auch hier wieder über das Dashboard.

Über das Dashboard können Administratoren festlegen auf welche Daten Anwender unterwegs über das Internet auf den Server zugreifen dürfen
Vergrößern Über das Dashboard können Administratoren festlegen auf welche Daten Anwender unterwegs über das Internet auf den Server zugreifen dürfen

Anwender binden ihren PC selbst an den Server an

Die Anbindung an Windows Server 2012 Essentials erfolgt über eine Agentensoftware. Diese laden sich Anwender selbst vom Server herunter. Der Administrator muss dazu lediglich den Benutzer im Dashboard anlegen. Danach verbinden sich Anwender über einen Webbrowser mit dem Server und installieren den Agenten auf dem PC. Das geht schnell und einfach und erfordert keine Maßnahme von Administratoren. Auch das Anlegen der Freigaben und Verzeichnisse für die Anwender erfolgt automatisiert. Nachdem ein Computer an den Server angebunden ist, erhalten Anwender ein sogenanntes Launchpad. Über dieses können sie auf Daten des Servers zugreifen, ihren PC sichern und Administratoren können den Server über das Dashboard verwalten.

Windows Server 2012 Foundation und Ausblick auf Windows Server 2012 R2

Microsoft bietet eine weitere Version für kleine Unternehmen an: Windows Server 2012 Foundation. Bei dieser Edition gibt es aber keine Agenten, kein Dashboard und keine automatisierte Möglichkeit, um Clientcomputer auf den Server zu sichern. Die Verwaltungswerkzeuge entsprechen denen der großen Versionen.

Vorteil von Windows Server 2012 Foundation ist der geringe Preis. Es sind auch hier keine Zugriffslizenzen notwendig. An Windows Server 2012 Foundation können sich bis zu 15 Anwender anbinden, ohne dass weitere Lizenzen notwendig sind. Mit der neuen Version Windows Server 2012 R2 wird es wieder einen Essentials-Edition geben. Neu ist, dass sich auch in den größeren Editionen Windows Server 2012 Standard und Datacenter, die Funktionen von Windows Server 2012 Essentials als Serverrolle installieren lassen. Das ist zum Beispiel für kleine Niederlassungen oder Abteilungen sinnvoll.

Fazit

Viele kleine Unternehmen schrecken davor zurück einen Server einzusetzen, damit Anwender Daten zentral speichern können. Hier würde sich auf jeden Fall ein Blick auf Windows Server 2012 Essentials lohnen. Der Server ist sehr günstig, schnell eingerichtet, und die Arbeitsstationen sind in wenigen Minuten eingerichtet.

Windows Server 2012 Foundation lohnt sich dagegen nur, wenn im Unternehmen Server-Wissen vorhanden ist und es sich um ein sehr kleines Unternehmen handelt. Im Zusammenspiel mit Windows 8/8.1 ist Windows Server 2012 Essentials eine Absicherung gegen Datenverlust im Unternehmen. Wer Anwendern keinen Zugriff auf die Daten über das Internet gewähren will, kann die Funktion komplett ausschalten.

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