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Windows 8 im Businesseinsatz - lohnt sich der Umstieg?

06.09.2013 | 11:33 Uhr |

Welche Vorteile bietet Windows 8 für den Einsatz im Unternehmen? Wir gehen dieser Frage nach und beleuchten nicht nur die gegenüber XP, Vista und 7 neuen Funktionen, sondern auch das Zusammenspiel von Windows 8 mit Windows Server 2012.

Windows 8 ist derzeit bei Unternehmen noch wenig verbreitet. Viele Firmen scheuen den Einsatz, vor allem wegen des fehlenden Startknopfs und wegen des neuen Startmenüs. Dabei bietet Windows 8 viele interessante Neuerungen, von denen Unternehmenskunden profitieren. Wir zeigen Ihnen einige wichtige Neuerungen und Funktionen die durchaus einen Umstieg von XP oder Vista auf Windows 8 rechtfertigen. Das ist besonders interessant für Unternehmen, die jetzt oder in nächster Zeit umsteigen müssen und nicht auf Windows 8.1 warten können.

Und was ist mit Firmen, die derzeit auf Windows 7 setzen? Diese erhalten mit Windows 8 zwar auch einige Vorteile, allerdings weniger als beim Umstieg von Windows XP oder Windows Vista. Warum sich ein Umstieg trotzdem lohnen kann, zeigen wir Ihnen ebenfalls.

Schnelleres Arbeiten mit Windows 8

Natürlich bietet Windows 8 deutlich mehr Sicherheit und Geschwindigkeit als der Vorgänger. Das ist aber bei jeder neuen Windows-Version so. Mit diesem Argument werden sich Unternehmen selten von einem Umstieg überzeugen lassen. Interessanter für Firmenkunden ist das Arbeiten der Anwender mit dem System. Hier zeigen sich vor allem Vorteile beim neuen Windows-Explorer. Microsoft hat in Windows 8 im Explorer das Menüband eingeführt, welches bereits seit Längerem in Microsoft Office integriert ist. Im Menüband stehen alle notwendigen Befehle schnell und einfach zur Verfügung. Anwender können über das Menüband und der konsistenten Bedienung zwischen Explorer und Office besser arbeiten. Wer das Menüband nicht nutzen will, kann es ausblenden. In diesem Punkt ist Windows 8 allen Vorgängern, auch Windows 7, überlegen.

Mit dem neuen Windows-Explorer und dem Menüband können Anwender wesentlich schneller arbeiten als in Windows 7 und Vorgängern.
Vergrößern Mit dem neuen Windows-Explorer und dem Menüband können Anwender wesentlich schneller arbeiten als in Windows 7 und Vorgängern.

Ein weiterer Vorteil ist der deutlich verbesserte Dialog beim Kopieren oder Verschieben von Dateien. Hier zeigt Windows 8 nicht mehr für jeden Vorgang ein einzelnes Fenster an, sondern fasst alle Aktionen in einem Fenster zusammen. In diesem Fenster ist auch die aktuelle Übertragungsrate zu sehen und die Vorgänge lassen sich auch anhalten und fortsetzen. Auch hier ist Windows 8 im Vorteil, vor allem bei Anwendern oder Administratoren, die viele Daten verschieben müssen.

Mit dem neuen Dialog zum Verschieben und Kopieren lassen Dateien sich besser verwalten als mit den Vorgängerversionen.
Vergrößern Mit dem neuen Dialog zum Verschieben und Kopieren lassen Dateien sich besser verwalten als mit den Vorgängerversionen.

Schnellere und deutlich einfachere Wiederherstellung

Im Bereich Datensicherung hat Microsoft ebenfalls sehr deutlich nachgelegt. Der neue Dateiversionsverlauf sichert Versionen und Dateien entweder auf Laufwerk-Freigaben, NAS-Systeme, externe Festplatten oder an andere Speicherorte. Anwender können kinderleicht über den Explorer ältere Versionen von Dateien wiederherstellen, ohne dass Administratoren sich einmischen müssen. Die Wiederherstellung von Dateien ist so leicht und effizient wie nie zuvor. Kleine Unternehmen die auf Windows Server 2012 Essentials setzen, dem Nachfolger des Small Business Servers, müssen keine Einstellungen vornehmen um diese Funktion zu nutzen, sondern die angebundenen Clientcomputer nutzen diese Funktion voll automatisiert.

Mit dem neuen Dateiversionsverlauf können Anwender selbst Dateien und Versionen wiederherstellen.
Vergrößern Mit dem neuen Dateiversionsverlauf können Anwender selbst Dateien und Versionen wiederherstellen.

Neben dem Dateiversionsverlauf können Administratoren einen PC über integrierte Assistenten reparieren, ohne dass sie vorher einen Systemwiederherstellungspunkt anlegen müssen. Wenn ein PC nicht mehr läuft, haben Sie die Wahl den PC zum ursprünglichen Installationsstand zurück zu setzen (Reset) oder nur Systemdateien wiederherzustellen (Refresh). Dabei bleiben auch die Benutzerdaten erhalten.

Mit neuen Möglichkeiten zur Wiederherstellung von PCs lassen sich Computer sehr leicht wieder in den stabilen Ursprungszustand zurück versetzen.
Vergrößern Mit neuen Möglichkeiten zur Wiederherstellung von PCs lassen sich Computer sehr leicht wieder in den stabilen Ursprungszustand zurück versetzen.

Windows Server 2012 und Windows 8 - Alles für den Admin

Im Gegensatz zu Windows 8 gibt es bei Windows Server 2012 keine Diskussionen darum, ob das neue System besser als der Vorgänger, in diesem Fall Windows Server 2008 R2, sei. Windows Server 2012 hat so viele Neuerungen im Bereich Produktivität, Sicherheit, Cloud und Virtualisierung, dass sich für alle Firmen der Einsatz lohnt.

In Windows 8 hat Microsoft Hyper-V integriert.
Vergrößern In Windows 8 hat Microsoft Hyper-V integriert.

Hier ist ein weiterer Vorteil von Windows 8 interessant: Kein anderes Betriebssystem arbeitet so eng und effizient mit Windows Server 2012 zusammen. Auch Windows 7 kann hier nicht mithalten. Das gilt für die Sicherheit, aber auch für die Produktivität. Unternehmen, die Ihre Server auf Windows Server 2012 umstellen, sollten daher Windows 8 auf jeden Fall testen. Die Verwaltungsprogramme von Windows Server 2012 lassen sich in Windows 8 installieren, inklusive dem neuen Server-Manager. Hyper-V steht in Windows 8 zur Virtualisierung zur Verfügung und der Datenaustausch über das Netzwerk ist wesentlich schneller. Nutzen Sie zum Beispiel die beiden Funktionen DirectAccess und BranchCache, ist die Einrichtung schneller, stabiler und der Betrieb ist deutlich sicherer und einfacher.

Für den Remotezugriff auf Netzwerke mit Windows Server 2012 ist Windows 8 wesentlich besser geeignet.
Vergrößern Für den Remotezugriff auf Netzwerke mit Windows Server 2012 ist Windows 8 wesentlich besser geeignet.

Was ist noch neu?

Neben den beschrieben Funktionen gibt es weitere Neuerungen in Windows 8: Mit Windows To Go lässt sich Windows 8 auf einer externen USB-Platte oder einen USB-Stick installieren. Booten Anwender einen Rechner mit dieser Funktion, egal wo, erhalten sie ihre gewohnte Arbeitsumgebung und zwar durch Bitlocker abgesichert, also verschlüsselt. 

Windows 8 lässt sich auf USB-Sticks und externe Festplatten installieren.
Vergrößern Windows 8 lässt sich auf USB-Sticks und externe Festplatten installieren.

Die Laufwerksverschlüsselung in Windows 8 arbeitet deutlich schneller, da sie nur beschriebene Bereiche verschlüsselt.  Die Anmeldung kann über PIN und Gesten erfolgen, nicht nur über Kennwörter. Windows 8 kann kompatible Virenscanner laden bevor andere Dienste starten. Diese SecureBoot-Funktion verhindert bereits beim Starten von Windows alle Arten von Angriffen, vor allem bei neuen Rechnern mit UEFI.

Windows 8 ist standardmäßig bereits vor Viren geschützt.
Vergrößern Windows 8 ist standardmäßig bereits vor Viren geschützt.

Außerdem ist die Smartscreen-Technologie aus dem Internet Explorer im ganzen System aktiv. Startet ein Anwender ein gefährliches Programm, erkennt das Windows und warnt den Anwender, beziehungsweise verhindert den Start.

Smartscreen schützt Windows 8 vor gefährlichen Programmen.
Vergrößern Smartscreen schützt Windows 8 vor gefährlichen Programmen.

Für Heimarbeitsplätze ist unter anderem interessant, dass Windows 8 automatisch nach der Installation bereits durch den integrierten Virenscanner Windows Defender vor Viren geschützt ist. Das interne Kalenderprogramme, die Kontakteverwaltung und das Mail-Programm sind vollständig kompatibel mit Exchange-Server.

Das Mail-, Kontakte- und Kalender-Programm in Windows 8 ist kompatibel mit Exchange.
Vergrößern Das Mail-, Kontakte- und Kalender-Programm in Windows 8 ist kompatibel mit Exchange.

Die sichere VPN-Technologie DirectAccess funktioniert nur mit Windows 8 effizient und sicher, für Windows 7 gibt es nur einen Kompatibilitätsmodus.

Fazit:

Die Neuerungen die wir Ihnen vorgestellt haben, sind längst nicht alle neuen Funktionen, die Windows 8 beherrscht. Das neue Startmenü lässt sich recht effizient anpassen, es gibt zahlreiche neue und bessere Apps, Datenträger lassen sich zu Pools zusammenfassen. Es lässt sich aber folgendes festhalten: Windows 8 kann alles, was Windows 7 kann, aber eben schneller und besser. Außerdem hat Windows 8 viele Neuerungen, die Windows 7 nie erhalten wird.

Der neue Startbildschirm in Windows 8
Vergrößern Der neue Startbildschirm in Windows 8

Das Gegenargument fehlender Startknopf und neues Startmenü kann man nicht gelten lassen. Der Desktop funktioniert wie in den Vorgängerversionen, der neue Startbildschirm lässt sich besser zum Suchen nutzen und auch sehr effizient anpassen. Wer unbedingt den Startknopf braucht, installiert eines der zahlreichen kostenlosen Zusatztools wie Classic Shell. Nach Gerüchten wird Windows 8.1 (Codename Windows Blue) die Möglichkeit bieten direkt auf den Desktop zu starten wie in Windows 7 . Außerdem integriert Microsoft den Startknopf wieder. Spätestens dann gibt es keinerlei Vorteile von Windows 7 gegenüber Windows 8 mehr. Ein Umstieg sollte aber nicht am Startknopf und dem Startbildschirm scheitern. Wer sich das System mal anschaut, gewöhnt sich schnell an die neue Version und möchte sie nicht mehr missen.

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