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Windows 8.1 Update 1: Sicherheit und Datenschutz erhöhen

29.08.2014 | 14:09 Uhr |

Windows 8.1 Update 1 schneidet bei den Sicherheitsfunktionen um einiges besser als Windows 7 ab. Verlassen Sie sich jedoch nicht auf die Voreinstellungen, sondern erhöhen Sie die Systemsicherheit durch individuelle Anpassungen.

1. Sicheres Kontokennwort festlegen

Gleich ob Sie sich mit Ihrer Microsoft-ID oder einem lokalen Windows-Konto am System anmelden: Vergeben Sie in beiden Fällen ein sicheres Kennwort, auch wenn es etwas mehr Zeit bei der Eingabe erfordert. Es sollte aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen bestehen und mindestens 10 Zeichen lang sein. Achten Sie beim einzugebenden Kennworthinweis darauf, dass er wirklich nur Ihnen und nicht auch Fremden hilft.

2. Bildcode statt Passwort aktivieren

In Windows 8.1 Update 1 können Sie sich alternativ zu einem Passwort auch mit einem Bildcode, also einer zuvor festgelegten Fingeroder Mausgeste auf einem Foto anmelden – ideal ist das für Geräte mit Touch-Funktion, doch auch am Desktop-PC funktioniert es. Einrichten lässt sich der Bildcode in den PC-Einstellungen direkt unter dem Passwort. Suchen Sie sich ein Foto aus Ihrer Sammlung aus und zeichnen dann an beliebiger Stelle drei Gesten darauf: Das können Kreise, Linien oder Wischbewegungen sein. Sollten Sie die Gesten später vergessen haben, ist auch eine Anmeldung mit Ihrem Passwort möglich.

Dank der voreingestellten automatischen Updates lädt Windows 8.1.1 ohne Zutun des Anwenders alle wichtigen System-Updates herunter und installiert sie.
Vergrößern Dank der voreingestellten automatischen Updates lädt Windows 8.1.1 ohne Zutun des Anwenders alle wichtigen System-Updates herunter und installiert sie.

3. Automatische System-Updates prüfen

Windows 8.1 Update 1  ist für automatische System-Updates vorkonfiguriert, lädt und installiert also von Microsoft bereitgestellte Windows-Aktualisierungen ohne Benutzereingriff. Sie sollten sich regelmäßig im Wartungscenter oder den PC-Einstellungen unter „Update/ Wiederherstellung“ überzeugen, dass das Automatik-Update aktiv ist. Nach der Installation von Updates wartet Windows 8.1 Update 1 zwei Tage, bis das System den PC neu startet, um etwaige Sicherheits-Updates wirksam zu machen. Während dieser beiden Tage bleibt Windows trotz erfolgtem Update also ungeschützt. Warten Sie nach sicherheitsrelevanten Updates daher nicht darauf, dass Windows automatisch neu startet. Führen Sie den Neustart nach solchen Updates selbst zeitnah durch.

Benutzerkonten in Windows 8.1 Update 1 optimieren

Der Windows Store kann App-Updates bei ihrer Verfügbarkeit automatisch installieren, sofern Sie die entsprechende Funktion auf der Charms-Leiste einschalten.
Vergrößern Der Windows Store kann App-Updates bei ihrer Verfügbarkeit automatisch installieren, sofern Sie die entsprechende Funktion auf der Charms-Leiste einschalten.

4. Sicherheit von Apps checken

Kachel-Apps lassen sich in Windows 8.1 Update 1 ausschließlich über den offiziellen Windows Store von Microsoft installieren. Die Apps laufen generell in einem vom Rest des Systems abgeschotteten Speicherbereich und haben ausschließlich Zugriff auf Daten, die der jeweiligen App in einer speziellen Informationsdatei vorgegeben werden.

So schützen Sie sich: Überprüfen Sie im Windows Store bei allen Apps vor der Installation, welche Zugriffsrechte die betreffende Software verlangt. Diese Information finden Sie auf der Beschreibungsseite zur App, wenn Sie auf „Berechtigungen“ klicken. Hier ist mehr oder minder präzise angegeben, welche Datenfreigaben Sie der App durch eine Installation erteilen. Apps können etwa auf Ihre Foto-, Musik- und Videobibliothek, Kontakte, Kamera und Mikrofon sowie auf Ihren Standort zugreifen. Achten Sie ferner auch auf die in der App-Beschreibung angegebenen Nutzungsbedingungen und die Datenschutzrichtlinien des betreffenden Software-Anbieters. Auch diese sind per Klick auf den jeweiligen Text-Link einsehbar.

Verstoß melden: Vermuten Sie einen Verstoß gegen die Richtlinien von Microsoft für den Windows Store, so können Sie das Unternehmen mit einem Klick auf „Diese App aufgrund eines Verstoßes gegen die Store-Nutzungsbedingungen melden“ über die möglicherweise fragwürdige Praktik des App-Herstellers informieren.

App-Updates einspielen: Updates für Apps aus dem Windows Store werden nicht automatisch im Rahmen von Windows-Updates durchgeführt, sondern getrennt von den System-Updates verwaltet. Starten Sie den Windows Store, drücken Sie Win-C und gehen Sie in der Charms-Leiste zu „Einstellungen > App-Updates“. Hier können Sie festlegen, dass Windows auch App-Updates im Hintergrund automatisch durchführt.

Mitunter geben die Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm persönliche Informationen preis – das verhindert ein vorübergehender Nachrichtenstopp.
Vergrößern Mitunter geben die Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm persönliche Informationen preis – das verhindert ein vorübergehender Nachrichtenstopp.

5. Benachrichtigungen anpassen

Windows zeigt auf dem Sperrbildschirm je nach getroffenen Einstellungen persönliche Benachrichtigungen an, beispielsweise bei eintreffenden Mails oder anstehenden Kalenderterminen. Häufig sind Informationen dieser Art nicht für fremde Augen gedacht. Mit Win-C und „Einstellungen > Benachrichtigungen“ können Sie die Anzeige von Benachrichtigungen etwa während Ihrer Abwesenheit für eine, drei oder acht Stunden ausblenden.

Mit Win-I und Klicks auf „PC-Einstellungen ändern > Anpassen > PC und Geräte > Sperrbildschirm“ lassen Sie die Benachrichtigungen auf dem Sperrschirm auch komplett abschalten.

Der Defender in Windows 8.1.1 ist mit einer Verhaltenserkennung ausgestattet, die schädliche Programme aufspüren soll.
Vergrößern Der Defender in Windows 8.1.1 ist mit einer Verhaltenserkennung ausgestattet, die schädliche Programme aufspüren soll.

6. Windows Defender einsetzen

Der Defender ist in Windows 8.1 Update 1 zum vollwertigen Virenscanner geworden. Er verlässt sich bei der Erkennung von Viren, Trojanern und anderer Malware nicht mehr allein auf seine Signaturdatenbank und Online-Abfragen. Die neue Verhaltenserkennung – bei anderen Herstellern heißt diese Funktion Heuristik – ist automatisch aktiv und versucht, unbekannte Dateien zu erkennen, die sich auffällig verhalten. In diesem Fall wird automatisch ein Protokoll an Microsoft übermittelt, um die Datei auf schädlichen Code zu überprüfen. Neu ist auch die Einbindung des Virenscanners in den Internet Explorer: Er nutzt den Defender zur Überprüfung von Active-XErweiterungen. Um den Windows Defender und seine Einstellungen aufzurufen, tippen Sie auf dem Kachelbildschirm „Defender“ ein. Das Suchfenster zeigt anschließend die passende App an, die Sie mit einem Klick auf den entsprechenden Eintrag öffnen.

Alle Neuerungen von Windows 8.1 Update 1 im Detail

Windows Defender oder alternativer Virenscanner?

Ein wirkungsvoller Virenschutz ist ein Muss für jeden Windows-Rechner. Deshalb hat Microsoft den Windows Defender in Windows 8.1 Update 1 funktional aufgebohrt und ergänzend zur Signatursuche um einen verhaltensbasierten Erkennungsmechanismus für Malware erweitert.

Da der Defender bereits vorinstalliert ist, scheint die Nachrüstung eines separaten Virenscanners nicht nötig. Schenkt man den Herstellern alternativer Virenscanner und Sicherheits-Tools Glauben, übertreffen ihre Programme den Defender in puncto Suchleistung deutlich. Um herauszufinden, welche Virenscanner Windows zuverlässig schützen, hat das Virenlabor AV-Test 25 kostenlose und kostenpflichtige Virenscanner der 2014er-Generationen für Windows 8.1 getestet. Sie mussten gegen den im Betriebssystem integrierten Windows Defender antreten.

Das Ergebnis: Fast alle geprüften Virenabwehrprogramme bieten mehr Schutz als Microsofts Windows Defender. Dieser deckt lediglich eine Grundabsicherung ab und patzt bei der Malware-Erkennung. Für einen umfassenden Schutz ist es deshalb ratsam, Ihren Windows-PC mit einem zuverlässigeren Virenscanner auszustatten.

Durch den Echtzeitschutz erhalten Sie einen Hinweis, wenn Malware oder möglicherweise unerwünschte Software ausgeführt wird. Auch Archive werden überprüft.
Vergrößern Durch den Echtzeitschutz erhalten Sie einen Hinweis, wenn Malware oder möglicherweise unerwünschte Software ausgeführt wird. Auch Archive werden überprüft.

7. Virensuchvorgaben anpassen

Direkt auf der Startseite des Defenders sehen Sie den aktuellen Status. Falls nicht automatisch geschehen, sollten Sie das Programm mit „Update“ und „Aktualisieren“ auf den neuesten technischen Stand bringen und so verfügbare Viren- und Spyware-Definitionen aus dem Internet laden.

Die Vorkonfiguration des Windows Defenders ist vom Start weg in Ordnung. Wechseln Sie zum Register „Einstellungen“. Die Option „Echtzeitschutz aktivieren“ muss eingeschaltet sein, wenn Defender der einzige Virenscanner auf Ihrem Rechner ist. Unter „Erweitert“ sollten Sie im rechten Fensterbereich ein Häkchen vor die Option „Wechseldatenträger überprüfen“ setzen. Dann werden zukünftig auch angesteckte USB-Sticks und eingelegte CD und DVDs automatisch überprüft. Sollen Dateien und Verzeichnisse von der Echtzeitüberprüfung mit dem Windows Defender ausgeschlossen werden, dann nehmen Sie die entsprechenden Einstellungen im Bereich „Ausgeschlossene Dateien und Speicherorte“ vor. Ebenso lassen sich bestimmte Dateitypen von der Malware- Prüfung ausklammern.

Eine manuelle Suche für bestimmte Ordner starten Sie über den Punkt „Benutzerdefiniert“ und „Jetzt überprüfen“.
Vergrößern Eine manuelle Suche für bestimmte Ordner starten Sie über den Punkt „Benutzerdefiniert“ und „Jetzt überprüfen“.

8. Dateien scannen

Die Funktion, eine oder mehrere Dateien sowie Ordner im Windows-Explorer über das Kontextmenü auf möglichen Virenbefall zu scannen, hat Microsoft bei Windows 8.1 Update 1 komplett entfernt. Dennoch bietet der Defender einen On-Demand-Scanner zum gezielten Überprüfen von Dateien und Verzeichnissen: Öffnen Sie Defender, aktivieren Sie auf der Startseite die Option „Benutzerdefiniert“ und gehen Sie auf „Jetzt überprüfen“. Nun wählen Sie den gewünschten Ordner oder ein Laufwerk aus und starten den Scan mit „OK“.

Die besten Tools für Windows 8.1

Der Smartscreen-Filter soll schädliche Dateien erkennen und abblocken.
Vergrößern Der Smartscreen-Filter soll schädliche Dateien erkennen und abblocken.

9. Smartscreen-Filter konfigurieren

Der systemweite Smartscreen-Filter schützt Windows 8.1 Update 1 vor dem Aufruf von bekanntermaßen schädlichen Programme und Webseiten. So soll verhindert werden, dass Windows durch den Aufruf einer verseuchten Seite oder den Download einer Virendatei infiziert wird. Im Internet Explorer werden aufgerufene URLs automatisch analysiert und Sie erhalten bei wahrscheinlichen Sicherheitsrisiken eine Warnmeldung, bevor Sie fortfahren können.

Die Smartscreen-Einstellungen finden sich in der Systemsteuerung unter „System und Sicherheit“ im Wartungscenter. Klicken Sie links auf „Windows Smartscreen-Einstellungen ändern“. Es gibt drei Optionen: Die ersten beiden unterscheiden sich dahingehend, dass Sie bei der Auswahl der ersten Option Administrator-Rechte benötigen, um den Button „Trotzdem ausführen“ drücken zu können. Der zweite Auswahlpunkt erlaubt das auch Standard-Nutzern. Mit der dritten Option lässt sich der Smartscreen-Filter komplett deaktivieren. So können Sie verhindern, dass Microsoft Infos zu gestarteten Programme erhält.

Die Firewall in Windows 8.1.1 soll den PC vor Angriffen aus dem Internet schützen. Das gelingt ihr aber nur, wenn sie richtig konfiguriert ist.
Vergrößern Die Firewall in Windows 8.1.1 soll den PC vor Angriffen aus dem Internet schützen. Das gelingt ihr aber nur, wenn sie richtig konfiguriert ist.

10. Windows-Firewall anpassen

Die in Windows 8.1 Update 1 eingebaute Firewall blockiert standardmäßig alle Zugriffsversuche aus dem Internet auf Ihren PC und lässt nur Daten passieren, die der Rechner zuvor tatsächlich angefordert hat. Alles andere – und damit auch Angriffsversuche aus dem Web – weist die Firewall ab.

Eine Meldung „Die Windows-Firewall hat [...] blockiert“ sollten Sie immer ernst nehmen. Nur wenn Sie das im Meldungsfenster angezeigte Programm selbst aufgerufen haben, können Sie mit „Zugriff zulassen“ die Blockade aufheben. Damit nehmen Sie das Programm dauerhaft in die Liste der zugelassenen Programme auf. Genau diese Liste sollten Sie dann auch gelegentlich kontrollieren, um sicher zu sein, dass dort nur erwünschte Einträge stehen. Die Liste finden Sie in der Systemsteuerung unter „System und Sicherheit > Windows-Firewall > Eine App oder ein Feature durch die Firewall kommunizieren lassen“.

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