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Windows 8.1 - Typische Fehlerquellen aufspüren

10.01.2014 | 11:12 Uhr |

Es braucht nicht stets eine Neuinstallation von Windows 8.1, um den PC wieder rund zu machen. Die richtigen Handgriffe und ein paar Tools reichen häufig vollkommen aus.

Es gibt Warnsignale, wenn ein PC Hilfe braucht: Windows 8.1 reagiert langsam, Programmstarts dauern länger, die Lüfter arbeiten lauter und häufiger. Mit unseren Tipps und Tools erkennen und beheben Sie PC-Probleme, bevor Schaden entsteht.

Temperatur- und Lüfteranalyse unter Windows

Besonders nützlich sind Tools, die Ihre Hardware unter Windows überwachen. Damit haben Sie Parameter wie Temperatur und Lüfterdrehzahl im Blick. Und wenn etwas nicht stimmt, bekommen Sie das gleich mit: Die Software-Helfer schlagen Alarm.

Die Hauptplatine bietet viele Möglichkeiten zur Überwachung, da an ihr alle Komponenten angeschlossen sind. So können Sie etwa die Drehzahl der Lüfter sowie die Temperatur von CPU, Chipsatz, Grafikkarte und Netzteil im Auge behalten. Viele Hauptplatinenhersteller packen ein Windows-Tool in den Lieferumfang, das auf das jeweilige Modell abgestimmt ist und dann auch gleich Überwachungsfunktionen besitzt. Der Vorteil: Sie lesen die Drehzahl- und Temperatursensoren auf der Platine aus und lassen sich unkompliziert konfigurieren.

Darüber hinaus bieten die Chipsatzhersteller für ihre Produkte universell einsetzbare Windows-Tools an. Wenn für Ihre Hauptplatine ein solches Tool fehlt, hilft Speedfan weiter. Es kann das Lüftertempo von zahlreichen gängigen Hauptplatinenmodellen auslesen. Zudem erlaubt es die Überwachung vorhandener Temperatursensoren des Prozessors, der Hauptplatine und des Netzteils. Ferner können Sie die Hitzeentwicklung der CPU, der Grafikkarte, der Festplatte, des Netzteils und des Chipsatzes überwachen. Sofern Ihre Hauptplatine dies unterstützt, lässt sich die Lüfterdrehzahl auf eine bestimmte Geschwindigkeit anpassen.

Vorsicht: Im Bereich „Clock“ sollten Sie keine Veränderungen vornehmen, wenn Sie sich nicht sicher sind. Bei Auswahl der falschen Hauptplatine besteht die Gefahr, dass Sie Ihr System beschädigen.

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Arbeitsspeicherproblemen auf die Schliche kommen

Ob Ihr Arbeitsspeicher einwandfrei arbeitet, prüft die Freeware Memtest . Ein Check empfiehlt sich bei unerklärlichen gelegentlichen Systemabstürzen und auch vorbeugend, etwa beim Kauf eines Gebraucht-PCs oder beim Erweitern des vorhandenen Arbeitsspeichers. Hierzu öffnen Sie das Tool und klicken auf „Start Testing“. Memtest prüft nun den freien Speicher auf Fehler.

Wie stabil der Arbeitsspeicher in Ihrem Rechner über einen längeren Zeitraum arbeitet, überprüfen Sie mit Memtest86+ . Die Freeware hat ihr eigenes integriertes Minibetriebssystem und wird von einer bootbaren CD oder einem USB-Stick gestartet. Dadurch läuft der Arbeitsspeicher-Check unabhängig von Windows 8.1 ab. Eine Memtest86+-CD erstellen Sie, indem Sie das ISO-Image Memtest.iso auf eine CD brennen. Nach dem Booten beginnt das Tool dann sofort damit, den Speicher zu prüfen, bis der Anwender das Programm beendet. Am Monitor wird dann angezeigt, wie oft Memtest86+ seine Prüfroutinen durchgeführt hat – mehrere Durchgänge helfen beim Aufspüren sporadisch auftretender Fehler.

PC-Abstürze nach längerer Betriebsdauer beseitigen

Stürzt Ihr Rechner nach längerer Betriebsdauer plötzlich ab, liegt in vielen Fällen ein klassisches Temperaturproblem vor. Der PC arbeitet so lange, bis die Verarbeitung der Signale in den Schaltkreisen von CPU, Arbeitsspeicher und/oder Festplatte nicht mehr funktioniert. Sie lösen das Problem, indem Sie die Belüftung kontrollieren. Entweder ist ein Lüfter verschmutzt oder defekt – oder es ist für Ihren PC ein zusätzlicher Lüfter erforderlich. Prüfen Sie die Lüfterdrehzahlen sowie die Temperaturen des Rechners im Bios mit dem Tool Speedfan.

PC bleibt temporär hängen und läuft dann weiter

Die Freeware Memtest86+ schreibt daten in den Arbeitsspeicher und liest ihn anschließend aus, um Fehlern auf die Spur zu kommen.
Vergrößern Die Freeware Memtest86+ schreibt daten in den Arbeitsspeicher und liest ihn anschließend aus, um Fehlern auf die Spur zu kommen.

Ihr PC mit Windows-Betriebssystem bleibt gelegentlich hängen, funktioniert aber nach wenigen Augenblicken wieder ganz normal, als wäre nichts gewesen. In Frage kommen drei typische Problemherde: Entweder hat Ihr PC zu wenig Speicher oder eine Festplatte oder NAS-Hardware befindet sich im Schlafmodus und muss erst aufgeweckt werden oder ein Festplattenproblem liegt vor. Kontrollieren Sie mit dem Task-Manager von Windows zunächst die Speicherauslastung. Beträgt diese über einen längeren Zeitraum über 80 Prozent, lässt sich das Problem durch eine RAM-Erweiterung beheben. Dadurch starten große Anwendungen schneller und Windows verliert keine Zeit durch viele Zugriffe auf die Auslagerungsdatei.

Nutzen Sie eine externe Festplatte oder ein NAS, ziehen Sie das Gerät ab oder schalten Sie es aus und kontrollieren Sie, ob das Problem verschwunden ist. Viele externe Festplatten und NAS-Geräte fallen bei Nichtbenutzung in einen Schlafmodus und benötigen einige Sekunden, bis das Gerät wieder reagiert. Da manche Programme bei der Nutzung alle Laufwerke scannen, kommt es zu einer Zwangspause, wenn ein schlafendes Laufwerk erst aufgeweckt werden muss. Mit dem zu manchen Festplatten gelieferten Einstell-Tool sowie bei NAS-Geräten über das Bedienmenü können Sie die Einschlafzeit auf null reduzieren und damit abschalten.

Prüfen Sie auch die Festplattengesundheit – vielleicht sind ja fehlerhafte Lese- und Schreibvorgänge die Ursache. Tritt das Stottern bei optischen Medien auf, schauen Sie nach Kratzern und säubern Sie die CDs/ DVDs – falls nötig, auch die Laufwerksoptik.

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Diagnosedaten von SSD und Festplatte checken

Eine mögliche Ursache für Abstürze von Windows oder Fehlermeldungen beim Öffnen und Speichern von Dateien können Probleme der SSD oder Festplatte sein. Crystaldiskinfo zeigt wichtige Daten von SSDs und Festplatten an – und signalisiert den Gesundheitszustand durch Ampelfarben. Voraussetzung ist, dass die Festplatte die SMART-Diagnosetechnik unterstützt, die in allen neueren Laufwerken vorhanden ist. Die Technik hilft permanent die wichtigsten Parameter der Festplatte und SSD zu überwachen und so Fehler frühzeitig zu erkennen. Außerdem zeigt das Tool die allgemeinen Informationen zur Festplatte wie die Firmware-Version, die Seriennummer sowie die durch das Laufwerk unterstützten Funktionen an. Zusätzlich zur detaillierten Anzeige kann mit dem Tool das Automatic Acoustic Management (AAM) und das Advanced Power Management (APM) angepasst werden.

Tempo- und Fehlerkontrolle für Festplatten

Defekte Sektoren auf einer Festplatte können Sie mit dem Tool HD Tune aufspüren. Klicken Sie dazu nach dem Programmstart auf „Error Scan, Start“. Findet HD Tune defekte Sektoren – das Tool zeigt dies grafisch mit roten Feldern an – setzen Sie ein Hilfsprogramm vom jeweiligen Festplattenhersteller ein, mit dessen Hilfe sich diese Sektoren dauerhaft „sperren“ lassen.

HD Tune besitzt unter „Benchmark“ auch eine Benchmark-Funktion, mit der Sie die Leistungsfähigkeit Ihrer Festplatten prüfen können. Der Test ermittelt unter anderem diverse Transferraten und die Zugriffszeit.

Bios im laufenden Betrieb aktualisieren

Fast alle Hersteller von Hauptplatinen bieten ein Live-Update-Tool für das Bios an.
Vergrößern Fast alle Hersteller von Hauptplatinen bieten ein Live-Update-Tool für das Bios an.

Um aktuelle Hardware mit voller Leistung zu nutzen, muss das neueste Bios installiert sein. Nicht selten räumt ein Bios-Update auf einen Schlag viele Systemärgernisse aus dem Weg. Aktuelle Bios-Versionen unterstützen häufig neuere Prozessoren und Stromsparmechanismen. Oder sie optimieren die CPU- und Speicheransteuerung, damit der Prozessor mit geringerer Spannung läuft.

Praktisch alle Hersteller bieten ein Programm für ein Live-Bios-Update unter Windows an. Beim Aktualisieren per Mausklick sollten Sie überlegt vorgehen. Denn auch unter Windows ist das Schreiben des Bios nicht ungefährlich, da der Flash-Vorgang auf keinen Fall unterbrochen werden darf.

Das Tool zum Bios-Update bekommen Sie normalerweise vom Hersteller der Hauptplatine – laden und installieren Sie es. Bei Notebooks und bei manchen Komplett-PCs müssen Sie sich jedoch an den Rechnerhersteller wenden. Schreiben Sie sich die aktuelle Bios- Konfiguration auf, damit Sie sie nach dem Update wiederherstellen können.

Beenden Sie alle laufenden Programme und starten Sie das Update-Tool. Im ersten Schritt prüft das Programm den Platinentyp und zeigt Modellname und Bios-Version an. Sichern Sie jetzt das alte Bios, wenn das Update- Tool es erlaubt – das geht nicht bei allen Programmen. Per Klick auf den Update-Button stellt die Software eine Verbindung zum Update-Server her und sucht nach einer neuen Bios-Version. Hat das Tool eine entsprechende Datei gefunden, lädt es sie herunter.

Jetzt beginnt der Update-Vorgang. Windows startet dabei eventuell neu oder der Monitor bleibt temporär dunkel. Schalten Sie beim Update-Vorgang keinesfalls den PC aus! Kurz darauf sollte der Bios-Schirm erscheinen und Windows wie gewohnt starten.

Lösungen für Maus-Probleme unter Windows 8

Ressourcen-Nutzung von Anwendungen prüfen

Mit dem Task-Manager in Windows 8.1 finden Sie heraus, welche Aktivitäten der PC im Hintergrund erledigt. Sie starten das Bordwerkzeug, indem Sie die Tastenkombination Strg-Shift-Esc gleichzeitig drücken.

Auf der Registerkarte „Prozesse“ findet sich eine Liste aller aktuell laufenden Prozesse für den derzeitigen Benutzer. Mit „Prozesse aller Benutzer anzeigen“ können Sie sich jedoch auch Prozesse anderer mit dem Rechner verbundener Anwender anzeigen lassen. Die Einträge lassen sich nach Spalten sortieren. Dazu wird eine meist brauchbare Beschreibung der Prozesse angezeigt, sodass Sie diese leicht identifizieren können.

Schnelle Kontrolle der Hintergrundprozesse

Meist kommen Tools wie Crystaldiskinfo erst zum Einsatz, nachdem man bereits einmal einen Festplattenverlust erlitten hat.
Vergrößern Meist kommen Tools wie Crystaldiskinfo erst zum Einsatz, nachdem man bereits einmal einen Festplattenverlust erlitten hat.

Details liefert der Task-Manager unter „Dienste“. Hier findet sich eine Übersicht über die laufenden Systemdienste und deren Status. Über die PID (Prozess-ID) lässt sich eine Zuordnung von Diensten zu Prozessen vornehmen. Dazu sind zwei Schritte nötig: Sie müssen zunächst die zusätzliche Spalte „PID“ betrachten. Die PID ist das Bindeglied zwischen Prozessen und Diensten. Dann daran aktivieren Sie „Prozesse aller Benutzer anzeigen“ und bestätigen es. Nun können Sie die Infos in beiden Listen vergleichen. Das ist etwa im Zusammenhang mit dem Prozess Svchost.EXE interessant. Wenn Sie die PID eines Prozesses nehmen und die Liste der Dienste nach der jeweiligen PID sortieren lassen, sehen Sie, welche einzelnen Dienste im Kontext eines Prozesses laufen. Damit können Sie unter anderem ablesen, wodurch Systemressourcen in Anspruch genommen werden.

Tipp: Spannungsüberwachung über das Mainboard

Im Bios Ihres PCs können Sie sich gleich nach dem Einschalten des Rechners über den Gesundheitszustand der Hardware informieren.

Hier lassen sich Spannungsfehler aufspüren, beispielsweise nach dem Austausch des PC-Netzteils oder der Hauptplatine. Zunächst sollten Sie kontrollieren, ob die Spannung des Netzteils den Spezifikationen entspricht. Wie hoch die Abweichung sein darf, hängt von der jeweiligen Spannung ab.

In den folgenden Zeilen haben wir die wichtigsten Spannungswerte im Bios aufgeführt. Wenn eine Spannung zu gering ist, deutet dies auf ein zu schwach bemessenes Netzteil hin. Überschreitet eine Spannung einen Grenzwert oder läuft ein Wert völlig aus dem Ruder, sollten Sie Ihren PC sofort abschalten und das Netzteil tauschen. Handeln Sie besser sofort – bevor Ihre Hardware durch zu hohe Spannungen Schaden nimmt.

12V Voltage: Die 12-Volt-Spannung wird für CPU, Grafikkarte und Laufwerke benötigt und sollte zwischen 11,4 und 12,6 Volt betragen, die Abweichung sollte somit 5 Prozent nicht überschreiten.
5V Voltage: Neben CPU, Grafikkarte und Laufwerken benötigen auch externe Anschlüsse wie etwa die USB-Schnittstellen eine 5-Volt-Spannungsversorgung, die sich zwischen 4,75 und 5,25 Volt bewegen darf, also auf 5 Prozent genau sein sollte.

3,3V Voltage : Neben einigen Mainboard-Komponenten wird auch der PC-Arbeitsspeicher mit der Spannung von 3,3 Volt versorgt. Sie darf maximal um 5 Prozent schwanken, also zwischen 3,14 und 3,47 Volt variieren.

CPU Voltage: Je nach CPU-Modell sollte dieser Wert zwischen 0,8 und 1,7 Volt eingestellt sein und dann auch nicht mehr über diesen Bereich hinausgehen.

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