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Windows 8.1-Funktionen für Business-User

31.03.2014 | 09:04 Uhr |

Mit Windows 8.1 bietet Microsoft zahlreiche Funktionen, die auch für professionelle Anwender eine wichtige Rolle spielen. Microsoft will mit Windows 8.1 vor allem den Bring-Your-Own-Device (BYOD)-Ansatz von Unternehmen unterstützen. Ohne dass ein Windows 8.1-PC oder Tablet Mitglied einer Domäne ist, kann der Computer im Netzwerk oder über das Internet auf Unternehmensressourcen zugreifen. Hand in Hand mit Windows 8.1 arbeitet die Serverversion Windows Server 2012 R2 zusammen. Auch diese bietet zahlreiche Funktionen, die wiederum nur mit Windows 8.1 im Netzwerk funktionieren.

Mit Windows 8.1 und Windows Server 2012 R2 ist es möglich, dass Anwender Daten in einem bestimmten Verzeichnis auf dem Client speichern und dieser Ordner mit Servern synchronisiert wird. Der Vorteil dabei ist, dass der Inhalt der Arbeitsordner auf den Server gesichert wird und auf allen Rechnern des Anwenders zur Verfügung gestellt wird. Für jeden Benutzer kann Windows Server 2012 R2 einen Unterordner anlegen. Speichern Anwender die Daten in einem Arbeitsordner, werden diese Daten automatisch mit ihrem Ordner innerhalb des Arbeitsordners auf dem Server synchronisiert. Diese Technik funktioniert nur mit Windows Server 2012 R2 und Windows 8.1. Der Rechner kann dazu Mitglied einer Domäne sein, muss es aber nicht.

Workplace Join und Work Folders in Windows 8.1

Workplace Join (Arbeitsplatznetzwerke) geht in die gleiche Richtung und ermöglicht Anwendern auch ohne Domänenmitgliedschaft die Möglichkeit auf Unternehmensressourcen zugreifen zu können. Dabei handelt es sich allerdings nicht um synchronisierte Ordner, sondern um Webanwendungen und andere Ressourcen. Die Authentifizierung läuft in diesem Fall über Active Directory-Verbunddienste. In Windows 8.1 finden Sie die Einstellungen in der Charmsbar über PC-Einstellungen ändern\Netzwerk\Arbeitsplatz . Das Arbeitsplatznetzwerk hat nichts mit den Arbeitsordnern zu tun.  Mehr zu diesem Thema erfahren Sie auf TechNet. Im Netzwerk muss dazu Windows Server 2012 R2 bereitgestellt sein. In einem TechNet-Video (http://channel9.msdn.com/posts/Introduction-to-Work-Folders) sehen Sie die Möglichkeiten des Dienstes.

Mit den Arbeitsordnern können Anwender Daten des Servers mit dem Notebook synchronisieren, ähnlich wie Offline-Dateien
Vergrößern Mit den Arbeitsordnern können Anwender Daten des Servers mit dem Notebook synchronisieren, ähnlich wie Offline-Dateien

Administratoren können, ähnlich wie im Bereich Exchange ActiveSync, Sicherheitsrichtlinien für Arbeitsplatz-Netzwerke und Arbeitsordner festlegen. So können Administratoren zum Beispiel festlegen, dass das Benutzerkonto auf dem zugreifenden Rechner besonders sicher sein muss.

Über Sicherheitsrichtlinien können Administratoren sicherstellen, dass die Rechner mit den Arbeitsordnern sicher konfiguriert sind
Vergrößern Über Sicherheitsrichtlinien können Administratoren sicherstellen, dass die Rechner mit den Arbeitsordnern sicher konfiguriert sind

Viele Einstellungen für Windows 8.1 wie Arbeitsordner, Startseite und den App-Store können Sie nur über Gruppenrichtlinien oder den Server-Manager vorgeben, wenn Sie einen Server mit Windows Server 2012 R2 im Netzwerk im Einsatz haben. Das gilt auch für die Arbeitsordner. Sie müssen dazu nicht alle Server umstellen, sondern brauchen nur einen einzelnen Server mit Windows Server 2012 R2. Um Arbeitsordner für Windows 8.1 bereitzustellen, müssen Sie auf dem entsprechenden Dateiserver mit Windows Server 2012 R2 die Serverrolle Datei-/Speicherdienste\Datei- und iSCSI-Dienste\Arbeitsordner installieren.

Die Arbeitsordner in Windows 8.1 installieren Sie über eine Serverrolle in Windows Server 2012 R2
Vergrößern Die Arbeitsordner in Windows 8.1 installieren Sie über eine Serverrolle in Windows Server 2012 R2

Während der Einrichtung legen Administratoren fest welche Ordner auf dem lokalen Server sie über Arbeitsordner zur Verfügung stellen wollen und welche Benutzer Zugriff auf die Arbeitsordner erhalten sollen. Standardmäßig erlauben Windows 8.1 und Windows Server 2012 R2 den Zugriff auf Arbeitsordner nur über SSL. Das heißt auf dem Client müssen Zertifikate und SSL angepasst und konfiguriert werden. Um Zugriff auf den Arbeitsordner zu erhalten, starten Anwender in Windows 8.1 den Assistenten über Systemsteuerung\System und Sicherheit\Arbeitsordner .

Die Einrichtung von Arbeitsordnern findet über die Systemsteuerung in Windows 8.1 statt
Vergrößern Die Einrichtung von Arbeitsordnern findet über die Systemsteuerung in Windows 8.1 statt

Windows 8.1 und iOS 7 Hand in Hand

Mit Windows Server 2012 R2 und Windows 8.1, Windows RT 8.1 und iOS 7-Geräten haben Unternehmen die Möglichkeit Clients über das Internet durch Active Directory-Verbunddienste an Unternehmensressourcen anzubinden. Im Gegensatz zu den Arbeitsplatzordnern arbeiten Anwender bei Workplace Join mit ihrer gewohnten Umgebung, können aber auf bestimmte Ressourcen im Unternehmensnetzwerk zugreifen, die ansonsten nur Domänenmitgliedern vorbehalten sind. Damit Anwender auf Ressourcen im Netzwerk zugreifen können, verbinden diese ihren Windows 8.1 PC mit dem Firmennetzwerk. Es ist allerdings wichtig, dass der PC selbst kein Mitglied der Domäne ist, da Workplace Join ansonsten keinen Sinn ergibt. Die Einstellungen dazu finden sich über Einstellungen\PC-Einstellungen ändern\Netzwerk\Arbeitsplatz

Virtualisierung mit Hyper-V

Auch die Virtualisierungslösung Hyper-V wird mit Windows 8.1 modernisiert. Die Funktion ist Bestandteil von Windows 8.1 Pro und Enterprise. In Windows 8.1 können Sie virtuelle Festplatten auf Basis von VHDX-Dateien mehreren virtuellen Servern gleichzeitig zuordnen. Diese Funktion wird Shared-VHDX genannt. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit den Datendurchsatz von virtuellen Festplatten zu steuern. Diese Einstellungen finden sich in den erweiterten Features von virtuellen SCSI-Festplatten.

Virtuelle Festplatten lassen sich mehreren virtuellen Servern zuordnen. Außerdem lässt sich die Bandbreite von virtuellen Festplatten in Windows 8.1 begrenzen
Vergrößern Virtuelle Festplatten lassen sich mehreren virtuellen Servern zuordnen. Außerdem lässt sich die Bandbreite von virtuellen Festplatten in Windows 8.1 begrenzen

In den Hyper-V-Einstellungen von Hyper-V-Hosts können Sie über den Menüpunkt Richtlinien für den erweiterten Sitzungsmodus die Funktionen des erweiterten Sitzungsmodus aktivieren. Danach ist die Verwaltung von virtuellen Servern deutlich verbessert. Verbinden Sie sich mit einem virtuellen Server, verwendet Windows 8.1 dann zukünftig direkt das RDP-Protokoll, ohne dass Sie dieses auf dem virtuellen Computer erst aktivieren müssen. Das beschleunigt die Fernwartung und bietet die Möglichkeit Daten über Drag&Drop auszutauschen.

Der erweiterte Sitzungsmodus verbessert die Verwaltung von virtuellen Servern
Vergrößern Der erweiterte Sitzungsmodus verbessert die Verwaltung von virtuellen Servern

Über Weitere Optionen   und durch Auswahl von Lokale Ressourcen lässt sich auch die Zwischenablage nutzen, sowie Drucker in der Sitzung verbinden. Microsoft nutzt für VM-Connect eine erweiterte Version des RDP-Protokolls. Dieses ist vor allem bei WAN-Verbindungen deutlich schneller. Nach der Verbindung über die erweiterten Optionen, lassen sich diese Funktionen im VM-Connect-Fenster über Ansicht\Erweiterte Sitzung oder das neue Symbol unterhalb des Menüpunktes Ansicht aktivieren oder deaktivieren.

Beim Exportieren von virtuellen Servern dürfen diese jetzt gestartet bleiben. Auch Snapshots, jetzt Prüfpunkte genannt, dürfen vorhanden sein und werden beim Export berücksichtigt und mit exportiert. Virtuelle Server unterstützen in Windows 8.1 das UEFI-System und auch Secure Boot in UEFI. Dazu müssen Sie beim Erstellen einer virtuellen Maschine im neuen Fenster aber Generation 2 als VM-Typ auswählen. Nach der Erstellung ist eine Änderung nicht mehr möglich.

Windows 8.1 unterstützt eine neue Generation VMs, speziell für Windows 8/8.1 und Windows Server 2012/2012 R2
Vergrößern Windows 8.1 unterstützt eine neue Generation VMs, speziell für Windows 8/8.1 und Windows Server 2012/2012 R2

In den Einstellungen virtueller Server lassen sich auch Einstellungen für das UEFI-System vornehmen und auch die Secure-Boot-Funktion nutzen um den Start von Viren während dem Booten zu verhindern. Das können aber nur Generation-2-VMs. Diese VMs können auch von virtuellen SCSI-Platten booten. Generation 1-VMs unterstützen nur Bootvorgänge von virtuellen IDE-Platten. Linux lässt sich in Windows Server 2012 R2 besser als virtueller Gast nutzen. Sie können Dynamic Memory jetzt auch in Linux einsetzen.  Virtuelle Server auf Basis von Generation 2 nutzen keinerlei emulierte Hardware mehr. Das erhöht deutlich die Geschwindigkeit der Server. PS/2-Tastaturen und –Mäuse können Sie mit Generation 2-VMs nicht nutzen.

VHDX-Dateien von Servern lassen sich im laufenden Betrieb des Servers vergrößern oder verkleinern. Die Obergrenze von virtuellen Festplatten auf Basis von VHDX bleibt bei 64 TB, die von VHD-Platten bleibt bei 2 TB.

Konfiguration der Startseite in der PowerShell exportieren und importieren – Startseitenlayout vorgeben

In Windows 8.1 können Sie mit dem CMDlet export-startlayout in der PowerShell das Aussehen und die Konfiguration der Startseite in eine Datei exportieren. Mit dem CMDlet import-startlayout importieren Sie die Einstellungen wieder. Die Verteilung ist auch über Gruppenrichtlinien mit Windows Server 2012 R2 möglich. Administratoren in Unternehmensnetzwerken können Veränderungen an der Startseite untersagen. Dazu gibt es ebenfalls in den Richtlinien von Windows 8.1 die Option Startseitenlayout . Diese finden Sie über gpedit.msc im Bereich Benutzerkonfiguration\Administrative Vorlagen\Startmenü und Taskleiste .In diesem Bereich können Sie die Layout-Datei hinterlegen, die Sie vorher mit dem neuen CMDlet export-startlayout exportiert haben. Das funktioniert auch für lokale Rechner und lokale Richtlinien.

Windows 8.1 kann das Aussehen der Startseite exportieren und wieder importieren
Vergrößern Windows 8.1 kann das Aussehen der Startseite exportieren und wieder importieren

Um Windows Server 2012 R2 mit Windows 8.1 zu verwalten, bietet Microsoft die Remoteserver-Verwaltungstools (Remote Server Administration Tools, RSAT) zum Download an. Mit den Tools installieren Sie auf einer Arbeitsstation mit Windows 8.1 alle Verwaltungsprogramme die zur Verwaltung von Windows Server 2012 R2 notwendig sind. Mit den Tools verwalten Sie auch die Serverdienste in Windows Server 2012.

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