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Windows-Store & Modern Apps kurz vorgestellt

12.11.2012 | 11:59 Uhr |

Der Windows-Store ist unter Windows 8 ein integraler Bestandteil. Es gibt nur zwei Kacheln auf dem Startbildschirm, die Sie nicht „Deinstallieren“ können – den „Desktop“ und eben diesen „Store“. Was Sie in diesem Store künftig erwartet, beschreibt dieser Beitrag.

Ein Store für das mobile Tablet- und Smartphone-System Windows RT? Einverstanden, das macht Sinn und folgt dem Vertriebsweg von Apple und Google Android. Aber ein Download-Center für das PC-System Windows 8 (Pro), das doch mit jedem Browser das umfangreichste Software-Angebot abgreifen und ausführen kann?

Welcher PC-Benutzer braucht das? Solche Zweifel an einem App-Store für PCs klingen logisch, erledigen sich aber schnell vor Ort – im Store.

Während die PC-WELT das neue System für Sie testete, waren die Regale im Windows-Store zwar noch längst nicht voll. Trotzdem war schon klar absehbar, dass mit dem Store auch für PC-Benutzer eine wichtige Downloadquelle heranwächst.

Windows 8: Profi-Tipps für Ein- und Umsteiger

Digitaler Laden nicht nur für Microsoft-Apps

Nachdem bis Mitte des Jahres nur von Modern Apps im Windows-Store die Rede war, hat Microsoft den Store auch für klassische Desktop-Programme geöffnet.

Mit dem Browser kommen Sie nicht in den Store: Microsoft will den ausschließlichen Zugriff über die Windows-8-App. Deeplinks zu einzelnen Apps sind hingegen erfolgreich, wenn Sie die exakte URL kennen.
Vergrößern Mit dem Browser kommen Sie nicht in den Store: Microsoft will den ausschließlichen Zugriff über die Windows-8-App. Deeplinks zu einzelnen Apps sind hingegen erfolgreich, wenn Sie die exakte URL kennen.

Software-Hersteller können im Store kostenlose Produkte, zeitbeschränkte oder funktionsreduzierte Demoversionen sowie kostenpflichtige Programme anbieten. Bei Bezahl-Software verlangt Microsoft 30 Prozent Provision, ab einem gewissen Umsatz 20 Prozent. Damit ist Microsoft für die Software-Hersteller günstiger als etwa der Apple Store. Bei Erfolg von Windows 8 kann Microsoft zudem mit einem gigantischen Markt locken. Der Store ist nur mit Windows 8 und der dort enthaltenen Startkachel bedienbar.

Die Preise für kostenpflichtige Software hat Microsoft von mindestens 1,49 bis maximal 999,99 Dollar nach unten und oben limitiert. Jede im Store bereitgestellte Software muss von Microsoft zertifiziert werden und dabei bestimmte Anforderungen erfüllen.

Das ist für Hersteller sicher eine gewisse Hürde, garantiert andererseits dem Endkunden eine Mindestqualität. Dazu gehören nicht nur technische und grafische Kriterien, sondern auch eine Datenschutzrichtlinie sowie ein dosierter Anteil von Werbung, die aber grundsätzlich erlaubt ist. Hinzu kommen noch ethische Richtlinien, insbesondere zu Jugendschutz, die zum Teil aber durchaus Interpretationsspielraum der Entwickler erlauben: Was bedeutet etwa „keine übermäßigen oder unnötigen Obszönitäten“ genau?

Weitere Pflichten einer App sind eine Altersfreigabe von „3+“ bis „16+“ (jugendgefährdender Inhalt ab 18 ist nicht erlaubt) und die Bewertungsmöglichkeit durch die Nutzer, um eine Kontrolle durch die Community zu garantieren.

Eine detaillierte Übersicht über die Zertifizierungsanforderungen für Software im Windows-Store bietet Microsoft .

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Der Store: Vertrauensbildung und Systemintegration

Die Apps in einer Kategorie präsentieren sich in einer einfachen, aber bunten 2D-Darstellung. Name, Icon, Kategorie, Bewertung und Preis verraten schon mal das Wesentlichste.
Vergrößern Die Apps in einer Kategorie präsentieren sich in einer einfachen, aber bunten 2D-Darstellung. Name, Icon, Kategorie, Bewertung und Preis verraten schon mal das Wesentlichste.

Die Apps im Windows-Store präsentieren sich in ähnlich einfacher, aber farbenfroher 2D-Kacheloptik wie die Apps auf dem Startbildschirm. Beim Klick auf eine kleine App-Kachel erscheint das Datenblatt im Vollbild – immer mit Screenshot, Beschreibung, Features, Preis, Herausgeber, Altersfreigabe, Downloadgröße, Netzwerkrechte der App und mehr.

Die Links „Details und „Rezensionen“ können den Eindruck vervollständigen. Über „Installieren“ holen Sie sich die App auf das System. Die Informationen des Windows-Store unterscheiden sich nicht grundsätzlich von den Stores bei Google und Apple, sind aber insgesamt ein Stück umfangreicher und vertrauensbildender. Wer sich die Zeit nimmt, alle Infos zu lesen, installiert oder kauft garantiert nicht „die Katze im Sack“. Microsoft nutzt aber über Windows 8 weitere Möglichkeiten, den Online-Store als selbstverständliche Komponente zu integrieren:

  • Bei der Suche (Win-F oder Tippen im Startbildschirm) ist der Store eine der aufgeführten Standardplätze.

  • Nach erfolgreicher Installation neuer Apps aus dem Store erscheint grundsätzlich eine kleine Modern-UI-Meldung am klassischen Desktop.

  • Trifft der Windows-Explorer auf einen nicht registrierten Dateityp, folgt umgehend ein Modern-UI-Dialog, der den Benutzer auffordert, „Im Store nach einer App [zu] suchen“. Das ist gut gemeint, verspricht aber vermutlich zu viel: Die passende Anwendung für irgendwelche exotischen Dateitypen werden Sie im Store weder jetzt noch später finden.

  • Die wahrscheinlich überzeugendste Maßnahme, Windows-8-Nutzer ganz schnell an den Store zu gewöhnen, läuft aber ganz anders: Microsoft lässt in Windows 8 einfach einige beliebte Komponenten weg, die sich der User dann im Store umgehend wieder holen kann.

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