Windows 10

Windows 10 ist das aktuelle Windows-Betriebssystem, das Microsoft an die Nutzer von Windows 7 und Windows 8 im ersten Jahr gratis ausliefert. Mit Windows 10 feiert das Start-Menü ein Comeback und Cortana auf dem Desktop ihre Premiere. Aber Windows 10 ist nicht nur für Desktop-PCs erhältlich, sondern kommt auch bei Smartphones, der Xbox One, IoT-Geräte und Hololens zum Einsatz.

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Windows 10: So klappt das Update auf die neue Version

10.06.2016 | 13:10 Uhr |

Das Upgrade auf Windows 10 klappt meist reibungslos – vor allem, wenn Sie mögliche Probleme schon im Vorfeld ausräumen. Hier finden Sie alle nötigen Tipps und Tools (auf Heft-DVD) für den Umstieg.

Windows 10 gibt es voraussichtlich nur noch bis Ende Juli 2016 als kostenloses Upgrade. Wenn Sie das Angebot annehmen wollen, sollten Sie daher möglichst bald handeln. Der Umstieg – insbesondere von Windows 7 – funktioniert aber nicht immer so reibungslos, wie Microsoft es verspricht. Mal spielt die installierte Software nicht mit und mal die Hardware. Die Probleme lassen sich jedoch lösen, wenn Sie das Upgrade gründlich vorbereiten und ein paar Sicherheitsregeln beachten.

1. Auf Windows 10 upgraden – oder besser nicht?

Desktop und Startmenü: Von der Bedienung her ist Windows 10 eine Mischung aus Windows 7 und Windows 8. Dass für Nutzer ohne Touchbildschirm Kacheln und Vollbild-Apps nur einen geringen Nutzen haben, hat auch Microsoft inzwischen erkannt. Apps erscheinen jetzt wie andere Programme auch in einem Fenster, dessen Größe sich beliebig ändern lässt. Außerdem gibt es wieder ein Startmenü , über das Sie Programme aufrufen und suchen können. Wer möchte, kann über das Kontextmenü und „Von ‚Start‘ lösen“ auch alle Kacheln aus dem Startmenü entfernen. Die Entwicklung des Startmenüs ist jedoch nicht abgeschlossen.

Vorabversionen neuer Windows-10-Builds zeigen hier fortlaufend Änderungen. Seit April 2016 (Build 14328) ist im Startmenü in einer schmalen Spalte auf der linken Seite die Schaltfläche „Ein/Aus“ mit den Menüeinträgen „Energie sparen“, „Herunterfahren“ und „Neu starten“ immer als kleines Icon zu sehen. Das gleiche gilt für „Einstellungen“ und „Explorer“. Dafür ist „Alle Apps“ verschwunden, was bei Windows 7 dem Feld „Alle Programme“ entspricht. Verknüpfungen zu allen Programmen erscheinen jetzt alphabetisch sortiert direkt im Startmenü, darüber sehen Sie die Liste „Meistverwendet“. Diese Neuerungen stehen für alle Windows-10-Nutzer wahrscheinlich ab Sommer 2016 beim nächsten großen Windows-Update zur Verfügung.

Das Startmenü in Windows 10 hat Microsoft mehrfach angepasst. Die zurzeit aktuelle Variante ist auch für Umsteiger von Windows 7 durchaus bedienbar.
Vergrößern Das Startmenü in Windows 10 hat Microsoft mehrfach angepasst. Die zurzeit aktuelle Variante ist auch für Umsteiger von Windows 7 durchaus bedienbar.

Neue Funktionen: Für Umsteiger von Windows 7/8 gibt es in Windows 10 einige Neuerungen. Etwa das Info-Center , das einen Schnellzugriff auf Einstellungen und Informationen bietet, oder die Assistenzfunktionen von Cortana . Windows-7-Nutzer können sich über kleine Verbesserungen freuen. ISO-Dateien lassen sich unter Windows 10 als Laufwerk einbinden, und mit „Speicherplätze“ fassen Sie mehrere Datenträger zu einem Laufwerk zusammen. „Killer Features“, die einen Umstieg für viele Benutzer wirklich erstrebenswert machen, sind das nicht. Aber warum soll man die Funktionen nicht nutzen, wenn Microsoft das Betriebssystem schon verschenkt?

Windows 10: Schnell-Check - Ist Ihr PC bereit?

Neue Hardware: Ein Grund für den Umstieg auf Windows 10 könnte neue Hardware sein. Mit zunehmender Verbreitung des neuen Systems werden vor allem kleinere Hersteller immer seltener Treiber auch für Windows 7 oder 8 anbieten. Das Problem verschärft sich mit jedem Jahr, das vergeht, bis die Unterstützung von Microsoft für die älteren Systeme ausläuft. Bei Windows 7 ist das 2020 der Fall und bei Windows 8.1 2023. Neue WLAN-Sticks, TV-Sticks oder Drucker funktionieren dann eben nur noch unter Windows 10. Beim Kauf neuer Geräte sollten Sie darauf achten.

Die persönliche Assistentin Cortana informiert über das Wetter oder sucht nach Informationen im Internet – auf Wunsch auch per Sprachsteuerung.
Vergrößern Die persönliche Assistentin Cortana informiert über das Wetter oder sucht nach Informationen im Internet – auf Wunsch auch per Sprachsteuerung.

2. Voraussetzungen für das Upgrade auf Windows 10

Für das kostenlose Upgrade sind alle Lizenzen für Windows 7, 8 und 8.1 berechtigt, außer den jeweiligen Enterprise-Ausgaben. Das System lässt sich über ein Inplace-Upgrade, also ein Upgrade aus dem laufenden System heraus, ohne Verlust von Daten und installierten Anwendungen auf dem neuesten Stand bringen. Für Windows 7 muss das Service Pack 1 installiert sein, Windows-8-Nutzer müssen das System auf Windows 8.1 aktualisiert haben. Alternativ ist immer eine Neuinstallation von Windows 10 möglich (Punkt 4).

Wer Windows 7 Starter, Windows 7 Home Basic oder Windows 7 Home Premium nutzt, erhält Windows 10 Home. Windows 10 Pro gibt es, wenn Sie Windows 7 Professional oder Windows 7 Ultimate verwenden. Bei Windows 8 sieht es ähnlich aus: Windows 10 Home erhalten Sie, wenn Sie Windows 8.1 oder Windows 8.1 mit Bing nutzen. Das Upgrade erfolgt auf Windows 10 Pro, wenn Sie derzeit Windows 8.1 Pro oder Windows 8.1 Pro für Studenten verwenden.

Windows 10 Home vs. Pro - So unterscheiden Sie die Versionen

Über das Tool PC-WELT Windows- Rebuilder prüfen Sie, ob der Prozessor in Ihrem PC für Windows 10 ausreicht. Der Wert hinter „DEPCapable“ muss „True“ enthalten.
Vergrößern Über das Tool PC-WELT Windows- Rebuilder prüfen Sie, ob der Prozessor in Ihrem PC für Windows 10 ausreicht. Der Wert hinter „DEPCapable“ muss „True“ enthalten.

Prozessor für Windows 10: Die Hardware-Voraussetzungen für Windows 10 sind die gleichen wie für Windows 8 und sollten von jedem PC erfüllt werden, der nicht älter als zehn Jahre ist. Bei CPUs mit einem Herstellungsdatum vor 2005 kann es Probleme geben. Windows 8 und 10 können auf Prozessoren ohne NX-Bit-Unterstützung („No eXecute“) nicht gestartet werden. Diese Prozessoreigenschaft ist auch unter dem Namen Data Execution Prevention, Datenausführungsverhinderung oder kurz DEP, bekannt. Ist sie nicht vorhanden oder deaktiviert, erscheinen beim Windows-Setup Fehler wie „Error Code 0x0000005D“ oder „Die CPU Ihres PCs ist nicht mit Windows 10 kompatibel“. Prüfen Sie im Bios-Setup, ob NX hier aktiviert ist. Meist finden Sie den Eintrag unter „Advanced“ oder „Security“ mit Bezeichnungen wie „No Execute Memory Protect“, „Execute Disabled Memory Protection“, „Execute Disabled Bit (EDB)“ oder „Enhanced Virus Protection (EVP)“.
CPU-Erweiterungen prüfen: Mit dem Tool PC-WELT Windows-Rebuilder testen Sie, ob NX vorhanden und aktiviert ist. Entpacken Sie das Tool in ein Verzeichnis mit kurzem Pfad und ohne Leer- und Sonderzeichen, beispielsweise nach „C:\ pcwWinRebuilder“. Im Programm gehen Sie auf „Tools -> CPU-Check“ und klicken auf „Funktionen der CPU prüfen“. Wenn hinter „DEPCapable“ der Eintrag „True“ angezeigt wird, ist NX aktiv. In diesem Fall steht hinter „SSE“ unter anderem auch „sse2“ in der Liste. Diese CPU-Erweiterung ist ebenfalls Voraussetzung für Windows 10, sollte aber bei allen Prozessoren vorhanden sein, die das NX-Bit kennen.

Upgrade-Benachrichtigung: Sind alle Voraussetzungen erfüllt, sollten auf Ihrem PC schon seit einiger Zeit der „Windows 10 Upgrade-Alarm“ im Infobereich rechts unten auf dem Bildschirm zu sehen sein. Dahinter verbirgt sich das Programm Gwx.exe („Get Windows 10“). Nach einem Klick auf das Icon öffnet sich das Fenster „Windows 10 herunterladen“, über das Sie das kostenlose Upgrade reservieren beziehungsweise installieren.

Der einfachste Weg zu Windows 10 führt über den „Update Alarm“ im Infobereich. Hier werden Sie auch darüber informiert, ob Ihr PC mit dem neuen System kompatibel ist.
Vergrößern Der einfachste Weg zu Windows 10 führt über den „Update Alarm“ im Infobereich. Hier werden Sie auch darüber informiert, ob Ihr PC mit dem neuen System kompatibel ist.

Der Upgrade-Alarm weist Sie auf Upgrade-Probleme mit Treibern oder Software hin, wenn Sie links oben die Menüschaltfläche anklicken und auf „PC überprüfen“ gehen. Wird beispielsweise eine inkompatible Grafikkarte gemeldet, ist ein Upgrade auf diesem Wege nicht möglich. Sie können Windows 10 dann aber trotzdem installieren, wie es in Punkt 4 beschrieben ist. Lesen Sie aber vorher die Hinweise in Punkt 5.

Sollte die Upgrade-Benachrichtigung nicht erscheinen, gehen Sie in der Systemsteuerung auf „Windows Update“ und klicken dann auf „Nach Updates suchen“. Installieren Sie alle verfügbaren Updates. Gehen Sie in der Systemsteuerung auf „Programme und Funktionen“, klicken Sie auf „Installierte Updates zeigen“, und prüfen Sie, ob KB3035583 installiert ist. Unter Windows 8 sollte zusätzlich KB2976978 und unter Windows 7 KB2952664 installiert sein.

Wenn die erforderlichen Updates installiert sind, aber trotzdem kein Symbol im Infobereich zu sehen ist, gehen Sie in PC-WELT Windows-Rebuilder auf „Tools -> GWX“ und klicken auf „GWX reparieren“. Damit starten Sie ein Batchscript mit Menüführung, das die gesammelten Reparaturvorschläge von Benutzern des Forums http://answers.microsoft.com durchführen kann. Folgen Sie den Anweisungen, die das Script ausgibt. Wählen Sie die erste Reparaturmethode über den Menüpunkt „2“. Sollte diese keine Wirkung zeigen, probieren Sie die Menüpunkte „3“ und „4“ aus.

Die Maßnahmen wirken nicht immer sofort. Manchmal sind mehrere Windows-Neustarts erforderlich, oder das Icon zeigt sich erst nach Stunden. Sollte die Reparatur nicht funktionieren, verwenden Sie die ISO-Datei für das Upgrade (Punkt 4).

Upgrade auf Windows 10 verhindern

Sie möchten das Upgrade auf Windows 10 nicht durchführen oder haben Windows 10 neben dem bisherigen System neu installiert. Dann nervt Sie wahrscheinlich die ständige Upgrade-Benachrichtigung. Die lässt sich über die Registry-Werte „HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Policies\Microsoft\Windows\Gwx\DisableGwx“ und „HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Policies\Microsoft\Windows\ WindowsUpdate\DisableOSUpgrade“ dauerhaft abschalten, indem Sie beiden den Wert 1 geben. Über PC-WELT Windows-Rebuilder lassen sich die Werte komfortabel eintragen. Gehen Sie auf „Tools -> GWX“, und klicken Sie auf „GWX deaktivieren“. Wenn Sie Ihre Meinung ändern, klicken Sie auf „GWX aktivieren“, um die Änderungen rückgängig zu machen.

Video: 10 Fragen zu Windows 10

3. Maßnahmen vor dem Windows-Upgrade

Bevor Sie das Upgrade auf Windows 10 durchführen, sollten Sie jegliche Software deinstallieren, die tief in das System eingreift. Dazu gehören Tuning-Tools, Backup- und Sicherheits-Software, wenn diese eigene Treiber mitbringen.

Virenscanner werden meist vom Windows-10-Setup-Programm deaktiviert und später neu eingerichtet. Das funktioniert jedoch nur, wenn sich die Antivirensoftware auf dem aktuellen Stand befindet und auch unter Windows 10 lauffähig ist. Sollten Sie im Zweifel sein, deinstallieren Sie die Software besser. Das gilt auch für andere Programme, die Sie nicht mehr benötigen. Vor einem Upgrade ist der beste Zeitpunkt für Aufräumarbeiten. Verwenden Sie die „Datenträgerbereinigung“, um temporäre Dateien und Rückstände von Windows-Updates zu entfernen. Hier finden Sie effektive Aufräum-Tipps für Windows .

Wenn Sie die Benutzerprofile, einzelne Ordner aus Ihrem Profil oder Standardpfade auf eine andere Partition oder ein anderes Laufwerk verschoben haben, machen Sie diese Änderungen rückgängig. Ist die Systempartition mit Truecrypt oder ähnlichen Tools verschlüsselt, müssen Sie die Partition vor dem Upgrade entschlüsseln. Sorgen Sie außerdem dafür, dass auf Laufwerk C: genügend Platz frei ist. Erforderlich sind wenigstens 15 GB, mit 20 GB sind Sie auf der sicheren Seite.

Vor dem Upgrade sollten Sie eine Sicherungskopie des kompletten Systems erstellen. Das gelingt mit dem kostenlosen Tool Clonezilla schnell und komfortabel.
Vergrößern Vor dem Upgrade sollten Sie eine Sicherungskopie des kompletten Systems erstellen. Das gelingt mit dem kostenlosen Tool Clonezilla schnell und komfortabel.

Sicherungskopie: Das Upgrade misslingt nur in seltenen Fällen komplett. Außerdem sichert das Setup-Programm das bisherige Windows, Programmverzeichnisse und Benutzerprofile im Ordner „Windows.old“ (Punkt 7). Da dieser auch unbeabsichtigt leicht Aufräumarbeiten zum Opfer fallen kann, ist ein unabhängiges Backup sinnvoll. Wenn Sie nicht ohnehin schon regelmäßig Sicherungskopien erstellen, kopieren Sie zumindest Ihre persönlichen Dateien auf eine zweite Festplatte. Empfehlenswert ist ein Image-Backup der Systemfestplatte, das Sie beispielsweise mit Clonezilla durchführen können. Wie Sie dabei im Einzelnen vorgehen, lesen Sie hier .

Treiber besorgen: Sehen Sie beim Hersteller des PCs, Notebooks oder der Hauptplatine nach, ob Treiber für Windows 10 zum Download angeboten werden. Laden Sie alle Treiber herunter, und kopieren Sie die Dateien auf einen USB-Stick. Windows 10 erkennt zwar die meiste Hardware automatisch, oft werden aber nur Standardtreiber installiert, die nicht alle Funktionen der Hardware nutzen. Verfahren Sie entsprechend mit Treibern für Peripheriegeräte wie Drucker oder Scanner sowie WLAN-USB-Sticks. Sollte nach dem Upgrade beispielsweise der Netzwerkadapter oder der WLAN-Stick nicht funktionieren, installieren Sie die passenden Treiber vom USB-Stick.

Upgrade-Pannen: So beheben Sie erste Windows-10-Fehler

4. Windows-Upgrade oder Neuinstallation?

Das Upgrade, wie es Ihnen über den „Upgrade-Alarm“ angeboten wird, aktualisiert das System. Die persönlichen Dateien und die installierten Programme bleiben – soweit das möglich ist – erhalten. Das ist vor allem praktisch, wenn Sie viele Anwendungen installiert haben und die erforderlichen Nacharbeiten bei einer Neuinstallation einen großen Aufwand bedeuten würden. Auf der anderen Seite ist eine Neuinstallation sicherer, weil Altlasten zu unerwarteten Fehlfunktionen unter Windows 10 führen können. Sie können die Neuinstallation auch parallel zu Windows 7 oder 8 durchführen und Windows 10 erst einmal ausgiebig mit Ihrer Hard- und Software testen. Danach haben Sie immer noch die Möglichkeit, das Altsystem zu aktualisieren, weiterzuverwenden oder zu löschen. Die kostenlose Upgrade-Berechtigung gilt auf demselben PC dauerhaft, nachdem Sie einmal ein Upgrade oder eine Neuinstallation durchgeführt haben.

Durch eine Neuinstallation können Sie übrigens auch von 32 Bit zu 64 Bit oder umgekehrt wechseln. Diese Wahlfreiheit haben Sie beim Upgrade nicht. Dabei wird stets ein System mit der bisher verwendeten Architektur installiert. Für die Parallelinstallation benötigen Sie eine zweite Festplatte oder eine freie Partition auf der Systemfestplatte. Um Platz für Windows 10 zu schaffen, verkleinern Sie die Windows-Partition. Dafür muss noch genügend freier Platz auf der Festplatte vorhanden sein. Sichern Sie außerdem alle wichtigen Dateien, denn Änderungen an der Partitionsaufteilung sind immer mit einem Risiko verbunden. Drücken Sie die Tastenkombination Win-R, tippen Sie neben „Öffnen“ diskmgmt.msc ein, und klicken Sie auf „OK“, um die Windows-Datenträgerverwaltung zu starten. Klicken Sie mit der rechten Maustaste in der unteren Fensterhälfte auf den Partitionsbalken des gewünschten Datenträgers, und wählen Sie im Menü „Volume verkleinern“. Geben Sie hinter „Zu verkleinernder Speicherplatz in MB:“ die gewünschte Größe der neuen Partition an und klicken Sie auf „Verkleinern“. Lassen Sie aber immer genug Raum auf der bisherigen Systempartition frei, damit auch nach einigen Updates und der Installation neuer Software genügend Speicherplatz vorhanden bleibt.

Für eine Neuinstallation des Systems müssen Sie die Installationsdateien selbst herunterladen. Dazu verwenden Sie das Microsoft-Tool zur Medienerstellung.
Vergrößern Für eine Neuinstallation des Systems müssen Sie die Installationsdateien selbst herunterladen. Dazu verwenden Sie das Microsoft-Tool zur Medienerstellung.

Installationsmedium herunterladen: Sie benötigen die Installationsdateien von Windows 10. Für den Download verwenden Sie das Tool zur Medienerstellung („MediaCreation- Tool“). Die jeweils aktuelle Version können Sie hier herunterladen. Klicken Sie auf der Microsoft-Seite auf „Tool jetzt herunterladen“, und starten Sie dann MediaCreationTool.exe. Wählen Sie „Installationsmedien für einen anderen PC erstellen“, und klicken Sie auf „Weiter“. Danach wählen Sie Sprache, Edition und Architektur aus und klicken auf „Weiter“. Wählen Sie „USB-Speicherstick“, um einen bootfähigen USB-Stick für die Installation zu erstellen. Oder Sie klicken „ISO-Datei“ an, wenn Sie eine DVD verwenden möchten. Klicken Sie auf „Weiter“ und folgen Sie den weiteren Anweisungen des Assistenten.
Bootmethode ermitteln: Ältere Windows- 7-PCs kennen in der Regel noch keinen Uefi-Modus, und das System befindet sich auf einer Festplatte mit MBR-Partitionsstruktur (Master Boot Record). Windows 8 bootet dagegen im Uefi-Modus und verwendete GPT-Partitionen (GUID Partition Table). Was auf Ihrem PC zum Einsatz kommt, erfahren Sie, indem Sie die Tastenkombination Win-R drücken, msinfo32 eintippen und auf „OK“ klicken. Hinter „BIOSModus“ steht dann „UEFI“. Oder es erscheint „Vorgängerversion“, wenn das System im Bios-Modus startet.

Parallelinstallation durchführen: Booten Sie den PC vom Installationsmedium. Manchmal müssen Sie dazu die Bootreihenfolge im Firmware-Setup ändern. Rufen Sie es kurz nach dem Einschalten des PCs über Tasten wie Esc, Entf (oder Del), F2, F8 oder F10 auf. Unter Windows 8 gelangen Sie so in das Bios-Setup: Klicken Sie im Windows-Anmeldebildschirm rechts unten auf die „Ein/Aus“-Schaltfläche oder nach der Anmeldung in Windows 8 die Schaltfläche „Ein/Aus“, die Sie über Win-C und „Einstellungen“ erreichen. Halten Sie die Shift-Taste gedrückt, und klicken Sie im Menü der Schaltfläche auf „Neu starten“. Gehen Sie auf „Problembehandlung -> Erweiterte Optionen -> UEFI-Firmwareeinstellungen“ und klicken Sie auf „Neu starten“.

Im Firmware-Setup des Computers stellen Sie ein, von welchem Laufwerk der PC booten soll. Bei Uefi-PCs verwenden Sie den Laufwerkseintrag mit dem vorangestellten „UEFI“.
Vergrößern Im Firmware-Setup des Computers stellen Sie ein, von welchem Laufwerk der PC booten soll. Bei Uefi-PCs verwenden Sie den Laufwerkseintrag mit dem vorangestellten „UEFI“.

Die Einstellungen für die Bootreihenfolge finden Sie meist in Menüs wie „Boot“ oder unter „Boot-Priorität“. Setzen Sie die DVD oder den USB-Stick an die erste Stelle. Bei Uefi-Systemen verwenden Sie den Eintrag mit einem vorangestellten „UEFI“. Alternativ bieten auch viele PCs oder Notebooks ein Bootmenü, das Sie kurz nach dem Einschalten des Rechners über Tasten wie Esc, F8 oder F12 erreichen.

Das Setup von Windows 10 unterscheidet sich kaum von Windows 7 oder 8. Folgen Sie einfach den Anweisungen des Assistenten. Wählen Sie im Fenster „Installationsart“ den Eintrag „Benutzerdefiniert (erweitert)“. Wenn Sie nach einem Produktschlüssel gefragt werden, geben Sie den Schlüssel von Windows 7, 8 oder 8.1 ein. Bei der Frage „Wo möchten Sie Windows installieren?“ geben Sie eine freie Partition auf der Festplatte an. Klicken Sie auf die Schaltfläche „Weiter“, um mit der Installation zu beginnen. Nach Abschluss der Installation sehen Sie das Menü des Bootmanagers, in dem Sie zwischen Windows 10 und dem vorherigen System wählen können.

Upgrade auf Windows 10 bei Tablet-PCs

Einige besonders preisgünstige Windows-Tablets sind nur mit 32 oder 16 GB Flash-Speicher ausgestattet. Der Platz ist hier ohnehin schon knapp und reicht oft für das Upgrade auf Windows 10 nicht aus. Beim Upgrade wird dann ein zusätzlicher USB-Stick als Zwischenspeicher angefordert. Das funktioniert allerdings auch nicht immer reibungslos. Wie bei einem Desktop-Windows sollten Sie daher nicht benötigte Programme löschen, größere Dateien auf ein Backup-Medium verschieben und dann die Datenträgerbereinigung aufrufen. Um möglichst viel Platz zu schaffen, setzen Sie Häkchen vor allen angebotenen Optionen. Danach starten Sie das Upgrade erneut.

5. Treiberprobleme unter Windows 10 lösen

Eine Grafikkarte beispielsweise, für die es keinen aktuellen Treiber gibt, kann unter Windows 10 trotzdem mit einem Standardtreiber funktionieren. Es besteht allerdings die Gefahr, dass die gewünschte Bildschirmauflösung nicht verfügbar ist oder die gewohnte Leistung nicht erreicht wird. Sie können versuchen, einen Treiber für Windows 8 oder Windows 7 zu installieren. Das kann funktionieren, eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht. Windows-XP-Treiber lassen sich unter Windows 10 grundsätzlich nicht installieren. Der bessere Weg ist in der Regel, die Grafikkarte durch ein neueres Modell zu ersetzen. Einfache Grafikkarten, die für Büro-PCs und weniger anspruchsvolle Spiele völlig ausreichen, gibt es schon für um die 50 Euro.

Eine neue Grafikkarte mit Treibern für Windows 10 gibt es schon für etwa 50 Euro. Ein Neukauf ist meist besser als die Bastelei mit veralteten Treibern.
Vergrößern Eine neue Grafikkarte mit Treibern für Windows 10 gibt es schon für etwa 50 Euro. Ein Neukauf ist meist besser als die Bastelei mit veralteten Treibern.

WLAN-Probleme: Vor allem nach einem Upgrade kann es unter Windows 10 zu Schwierigkeiten mit WLAN-Adaptern kommen. Wenn in der WLAN-Übersicht keine Funknetzwerke zu sehen sind, kann das an zusätzlich installierter VPN-Software liegen. Die zugehörigen Filtertreiber können die Funktion des WLAN-Adapters behindern. Suchen Sie zuerst beim Hersteller der VPN-Software nach einem Update, das auch für Windows 10 geeignet ist. Ist kein Update verfügbar, deinstallieren Sie die Software. Dabei werden aber nicht immer die Filtertreiber korrekt entfernt. In diesem Fall drücken Sie die Tastenkombination Win-X und klicken im Menü auf „Eingabeaufforderung (Administrator)“. Führen Sie die beiden folgenden Befehlszeilen aus, und starten Sie danach Windows neu:

reg delete HKCR\CLSID\{988248f3-a1ad-49bf-9170-676cbbc36ba3} /f  netcfg -v -u dni_dne  

Wenn gar kein WLAN angezeigt wird oder es sich nicht aktivieren lässt, drücken Sie die Tastenkombination Win-X und wählen im Menü „Geräte-Manager“. Prüfen Sie unter „Netzwerkadapter“, ob das WLAN-Gerät hier auftaucht und eventuell mit einem Ausrufungszeichen versehen ist. Klicken Sie im Kontextmenü auf „Deinstallieren“, und starten Sie Windows neu. Prüfen Sie danach, ob das Problem weiter vorhanden ist. Wenn ja, suchen Sie auf der Webseite des PC-, Notebook- oder Stick-Herstellers nach einem aktualisierten Treiber. Manchmal werden Sie über eine Google-Suche auch beim Chipsatz-Produzenten fündig. Den Namen des Herstellers erfahren Sie, indem Sie den Eintrag des Adapters im Geräte-Manager mit der rechten Maustaste anklicken, im Menü auf „Eigenschaften“ und dann die Registerkarte „Allgemein“ gehen. Ist kein Treiber vorhanden, bleibt Ihnen nur der Austausch gegen ein neueres Modell.

Audiotreiber: Einige Sound-Chipsätze funktionieren unter Windows 10 nicht so wie erwartet. Das betrifft vor allem die verbreiteten Realtek-Soundchips und kommt sowohl bei Upgrades als auch bei neuen Installationen vor. Manchmal ist die Wiedergabe gestört und häufig funktioniert das Mikrofon nicht bei der Sprachsteuerung von Cortana. Auch hier hilft es oft, den Treiber über den Geräte-Manager zu deinstallieren und Windows neu zu starten. Windows 10 installiert dann den Treiber neu. Wenn das keine Verbesserung bringt, laden Sie den Treiber direkt beim Hersteller herunter .

6. Automatisches Windows-Update reparieren

Update-Dateien gibt es bei Microsoft auch zum direkten Download. Im Update-Katalog suchen Sie online nach der KB-ID des fehlgeschlagenen Updates. Die Seite funktioniert nur mit dem Internet Explorer.
Vergrößern Update-Dateien gibt es bei Microsoft auch zum direkten Download. Im Update-Katalog suchen Sie online nach der KB-ID des fehlgeschlagenen Updates. Die Seite funktioniert nur mit dem Internet Explorer.

Auch unter Windows 10 funktioniert das automatische Windows-Update nicht immer fehlerfrei. Bei Problemen sollten Sie den Virenscanner oder andere Sicherheitssoftware vorübergehend deaktivieren, Windows neu starten und das Update noch einmal versuchen.

Update-Probleme lassen sich oft durch eine manuelle Aktualisierung beheben. Laden Sie das gewünschte Update-Paket direkt über https://catalog.update.microsoft.com herunter. Die Seite funktioniert nur im Internet Explorer. Suchen Sie nach der betroffenen KB-Nummer, und laden Sie das für Ihr System passende 32-Bit- oder 64-Bit-Update herunter. Installieren Sie die heruntergeladen Update-Datei per Doppelklick.

Wenn auch das manuelle Update nicht funktioniert, reparieren Sie die Komponenten des Windows-Updates. Gehen Sie in PC-WELT Windows-Rebuilder auf „Tool“ und dann auf die Registerkarte „Update reparieren“, und klicken Sie auf „Windows-Update reparieren“. Bestätigen Sie mit der Y-Taste, drücken Sie die Taste 2 und bestätigen Sie mit der Enter-Taste. Starten Sie danach Windows neu.

7. Zur vorherigen Windows-Version zurückkehren

Windows 10 bietet Ihnen die Wiederherstellung der vorherigen Windows-Version an. Die Funktion steht aber nur einen Monat lang ab dem Zeitpunkt der Installation zur Verfügung.
Vergrößern Windows 10 bietet Ihnen die Wiederherstellung der vorherigen Windows-Version an. Die Funktion steht aber nur einen Monat lang ab dem Zeitpunkt der Installation zur Verfügung.

Das Setup-Programm sichert beim Upgrade das bisherige Windows sowie Programmverzeichnisse und Benutzerprofile im Ordner „C:\ Windows.old“. Bei Fehlfunktionen können Sie über die „Einstellungen“ (Win-I) und „Update und Sicherheit -> Wiederherstellung -> Zu Windows 7/8 zurückkehren“ das vorherige System wiederbeleben. Sichern Sie aber vorher alle Dateien, die Sie inzwischen unter Windows 10 erstellt haben.

Das funktioniert auf diesem Weg jedoch nur bis zu einen Monat nach dem Upgrade. Wer sich länger Zeit lassen will, sollte den Ordner einfach umbenennen, etwa in „C:\Windows.bak“. Dann wird er nicht automatisch entfernt. Sie haben über Clonezilla (-> Punkt 3) ein Image-Backup angelegt? Dann können Sie das System aus diesem Backup jederzeit wiederherstellen.

In jedem Fall lässt sich das vorherige Windows manuell wiederherstellen, sofern die Dateien aus Windows.old noch vorhanden sind. Gehen Sie in PC-WELT Windows-Rebuilder auf „Tools -> Windows Wiederherstellen“, und klicken Sie auf „Batch-Datei kopieren“. Damit kopieren Sie die Datei Restore_Win.bat nach C:\. Passen Sie die Pfade in der Batchdatei an, falls Sie Windows.old umbenannt haben. Booten Sie den PC von der Windows 10 Installations- DVD oder dem Setup-Stick. Drücken die Tastenkombination Shift-F10. In der Eingabeaufforderung wechseln Sie das Laufwerk durch Eingabe von C:, D: oder E:, gefolgt von der Enter-Taste, und mit dir lassen Sie sich den Inhalt anzeigen. Ermitteln Sie, über welchen Laufwerksbuchstaben die Windows-Installation erreichbar ist. Tippen Sie Restore_Win.bat ein, und bestätigen Sie mit der Enter-Taste. Das Script verschiebt die Ordner von Windows 10 nach „Win10.old“ und die Ordner aus „Windows.old“ in das Hauptverzeichnis. Danach lässt sich das vorherige System wieder starten. Wenn eine Wiederherstellung über Windows.old nicht möglich ist, können Sie Windows 7 oder 8 jederzeit neu installieren. Die Lizenz und der Produktschlüssel haben ihre Gültigkeit nicht verloren. Sichern Sie aber vorher alle Dateien, die Sie inzwischen unter Windows 10 erstellt haben.

Neuerungen von Windows 10 Build 14328 im Video
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