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Windows steuern und verwalten

20.05.2013 | 08:33 Uhr |

„Was ist wo?“ ist keine Anfängerfrage bei der Windows-Konfiguration. Auch erfahrene Benutzer stellen sie immer wieder, zumindest in der Form „Das war doch hier?“ Dieser Beitrag schafft die Frage nicht aus der Welt, hilft Ihnen aber bei der Suche.

An zwei Konfigurationszentralen kommt kein Windows-Benutzer vorbei: Die eine ist die ständig wuchernde Systemsteuerung. Fast noch wichtiger ist die zweite, die Microsoft-Management-Console (MMC), die viele Windows-Anwender nur in Form vorgegebener Verwaltungskonsolen kennen – etwa als „Computerverwaltung“. Wer diese beiden Zentralen im Griff hat, beherrscht das System. Hier erfahren Sie Grundsätzliches zur Bedienung von Systemsteuerung und Management-Konsolen.
Komponenten und Aufgabenverteilung

Alles anzeigen: Nach einer möglichst ungenauen Sucheingabe erscheinen über 200 Funktionen.
Vergrößern Alles anzeigen: Nach einer möglichst ungenauen Sucheingabe erscheinen über 200 Funktionen.

Die Systemsteuerung präsentiert unter einer Haube alle Applets mit der Endung CPL aus dem System32-Verzeichnis und außerdem eine Reihe weitere Systemprogramme, die per Namespace über die Registry eingebunden werden. Theoretisch kann die offene Systemsteuerung auf diesem zweiten Weg beliebig erweitert werden. Die Mehrzahl der angebotenen Einstellungsoptionen ist nicht systemkritisch: Die Systemsteuerung ist in erster Linie der Ort für Benutzeranpassungen. Von einer konsequenten Trennung von harmlosen Benutzeranpassungen in der Systemsteuerung und systemkritischen Eingriffen mit Verwaltungskonsolen ist aber keine Rede: Unter „Benutzerkonten“ oder „Windows-Firewall“ können Sie systemweite Einstellungen ändern, und Punkte wie „Geräte-Manager“ oder „Verwaltung“ führen aus der Systemsteuerung direkt zu Verwaltungskonsolen.

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Die Verwaltungskonsolen basieren auf der Microsoft-Management-Console (Mmc.exe). Es handelt sich um die etwa 20 Dateien mit der Erweiterung MSC im System32-Ordner. Diese bestehen lediglich aus XML-Text, den die MMC interpretiert und dann die geforderten Systemobjekte in sein Fenster lädt. Die MMC ist technisch sehr offen und kann alle möglichen Objekte, Links, Ordner und ActiveX-Komponenten integrieren. Das sehen Sie etwa an der „Computerverwaltung“ (Compmgmt.msc), die alles Mögliche zusammensammelt, was auch noch als Spezialkonsole vorliegt: die „Aufgabenplanung“ (Taskschd.msc), die „Dienste-Konsole“ (Services.msc) und einige mehr.

Tipps zur Bedienung der Systemsteuerung

Verwaltung im Startmenü: Unter Windows 7 ist der schnelle Zugriff auf MSC-Konsolen einfach.
Vergrößern Verwaltung im Startmenü: Unter Windows 7 ist der schnelle Zugriff auf MSC-Konsolen einfach.

Mit circa 50 Standardeinträgen ist die Systemsteuerung so umfangreich, dass Microsoft gliedernde Kategorien eingeführt hat. Die Anzeige „Kategorie“ ist die Standardansicht, die alphabetische Ansicht „Große Symbole“ oder „Kleine Symbole“ ist aber auch noch so eben überschaubar. Aber die beste Möglichkeit, auch abgelegene Unterfunktionen der Systemsteuerung schnell aufzufinden, ist das Suchfeld rechts oben. Wenn Sie hier etwa „kenn“ eingeben, filtert der Explorer alle Funktionen, die mit Kennwörtern zusammenhängen. Wenn Sie den Eingabefilter auf ein „e“ minimieren, erhalten Sie sehr viele Unterfunktionen, mit dem Filter „e OR n“ praktisch alle. Das entspricht dann weitestgehend dem sogenannten „God Mode“, der nicht mehr ist als eine ungefilterte Systemsteuerung mit allen Unterfunktionen.

Für den direkten Aufruf oft benötigter Optionen gibt es diverse Varianten: Sie können die Systemsteuerung an die Taskleiste anheften und dann wichtige Unterpunkte aus der Adressleiste des Explorers auf das Taskleisten-Icon ziehen und damit „anheften“. Jeder Hauptpunkt der Systemsteuerung lässt sich aber auch durch ein Kommando der „Control.exe“ ansteuern. „Control“ allein startet die Systemsteuerung, mit dem Parameter
control.exe /name Microsoft.[Name]

startet gezielt ein Unterpunkt. Die Liste der sogenannten „Canonical Names“ finden Sie auf der Microsoft-Seite http://goo.gl/pBxRN. So starten Sie etwa den Punkt „Standardprogramme“, indem Sie statt [Name] „DefaultPrograms“ einsetzen.

Tipps zur Bedienung der MMC

Computerverwaltung im „Autorenmodus“: Den Bearbeitungsmodus erkennen Sie sofort am geänderten Menü „Datei“.
Vergrößern Computerverwaltung im „Autorenmodus“: Den Bearbeitungsmodus erkennen Sie sofort am geänderten Menü „Datei“.

Gerätemanager für die Hardware-Verwaltung, Datenträgerverwaltung für Festplatten, Dienste-Konsole für die Hintergrundprozesse sind unentbehrliche Verwaltungswerkzeuge. Die sollten Sie wie die Systemsteuerung immer griffbereit halten. Unter Windows 7 lässt sich die „Systemverwaltung“ im Startmenü platzieren.

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Nach Rechtsklick im Startmenü und „Eigenschaften, Anpassen“ finden Sie ziemlich weit unten die „Systemverwaltung“, die Sie hier in das Startmenü integrieren können.Unter Windows 8 kommen Sie über „Systemsteuerung, Verwaltung“ an die MMC-Konsolen. Wenn Ihnen das zu umständlich wird, sollten Sie den Ordner „\ProgramData\Microsoft\Windows\Start Menu\Programs\Administrative Tools“ aufsuchen, auf das Explorer-Symbol in der Taskleiste ziehen und damit „anheften“. Damit sind die Verwaltungsprogramme hier immer per Rechtsklick verfügbar.

MMC im Autorenmodus: Wenn Sie eine MMC-Konsole wie die „Computerverwaltung“ starten, befinden Sie sich im Benutzermodus, der keine Änderung an der Konsole erlaubt. Aber Umfang und Aussehen der MSC-Konsolen lassen sich komfortabel anpassen. Sie müssen nur die gewünschte Konsole mit dem Parameter „/a“ im Autorenmodus öffnen. Die Computerverwaltung heißt „Compmgmt.msc“, das darstellende Programm MMC.exe – also:
mmc.exe /a compmgmt.msc

Geben Sie diesen Befehl auf Kommandozeile oder im „Ausführen“-Dialog ein. Nun, im Autorennmodus, dürfen Sie über „Datei, Snap-In hinzufügen/entfernen“ Änderungen vornehmen. Klicken Sie unter „Ausgewählte Snap-Ins“ doppelt auf „Computerverwaltung“, und aktivieren Sie die Option „Nur die ausgewählten verfügbaren Erweiterungen...“. Hier wählen ab, was Sie erfahrungsgemäß nicht benötigen. Umgekehrt können Sie andere Komponenten einfügen. Um den Systemstandard nicht zu ändern, speichern Sie die Konsole mit „Datei, Speichern unter“ etwa als „Meine.msc“. Unter diesem Namen erreichen Sie ab sofort Ihre angepasste Verwaltung.

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