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Windows startet nicht? So retten Sie Ihre Daten in 3 Schritten

16.10.2016 | 08:44 Uhr |

Das PC-WELT-Notfallsystem basiert auf Linux. Es enthält einige spezielle Tools, die vor allem für die Datenrettung und Reparatur von Windows nützlich sind.

Ein unabhängiges Zweitsystem ist nützlich bis notwendig. Sie können damit etwa Dateien auf eine externe Festplatte kopieren, wenn das installierte System nicht mehr startet. Eine defekte Festplatte kann den Windows-Start verhindern, und ein vergessenes Anmeldepasswort oder Schad-Software machen die Windows-Nutzung unmöglich. Gegen die genannten Probleme und vieles mehr hilft das PC-WELT-Notfallsystem .

1. Startvarianten für das Notfallsystem erstellen

Eigene DVD erstellen: Für eine eigene bootfähige DVD kopieren Sie die ISO-Datei des PC-WELT-Notfallsystems auf einen beliebigen Platz auf der Festplatte. Unter Linux wählen Sie dann im Kontextmenü der ISO-Datei „Auf CD/DVD schreiben“, Nutzer von Windows 7 oder 8 gehen im Kontextmenü auf „Datenträgerabbild brennen“. Die so erstellte DVD ermöglicht auch den Start im Uefi-Modus Ihres PCs.

Tipp: Deaktivieren Sie im Bios/Uefi am Besten trotzdem die Option „Secure Boot“, und stellen Sie die Bootreihenfolge so ein, dass der PC zuerst vom DVD-Laufwerk bootet. Letzteres ist teilweise auch bei älteren PCs erforderlich. Hier gelangen Sie kurz nach dem PC-Start über Tasten wie Entf, Esc oder F2 in das Bios-Setup.

Bootstick erstellen: Das System startet von einem USB-Stick schneller als von DVD. Außerdem speichert das System Dateien aus dem Home-Verzeichnis verschlüsselt auf dem Stick. Neu erstellte Dateien und die Konfiguration etwa von Firefox bleiben daher auch nach einem Neustart erhalten. Das ermöglicht die Nutzung des Systems über Reparaturaufgaben hinaus als sichere Umgebung. Den USB-Stick erstellen Sie am einfachsten aus dem laufenden System. Gehen Sie im Menü auf „Zubehör -> Installation auf USB-Laufwerk“. Wählen Sie das Ziellaufwerk, legen Sie die Größe für das verschlüsselte Home-Verzeichnis fest, und klicken Sie auf „Installation starten“. Alternativ verwenden Sie unter Windows den Win 32 Disk Imager .

Der nicht benötigte Platz steht als FAT32-Partition für den Datenaustausch zur Verfügung. Hier liegt auch das Verzeichnis „scancl“ mit den Virensignaturen von Avira Free Antivirus . Unter Windows verwenden Sie „avupdate.bat“ zur Aktualisierung der Signaturen.

2. Suche nach Schad-Software starten

Das PC-WELT-Notfallsystem ist mit zwei Virenscannern ausgestattet. Klicken Sie auf die Menüschaltfläche links oben und dann auf die Punkte „Rettungswerkzeuge“ und „Avira“ oder „ClamAV“.

Partitionen einbinden: Hinter „Zu scannendes Verzeichnis“ ist der Pfad „/media“ eingestellt. Hier müssen die Partitionen eingehängt sein, die Sie prüfen möchten. Dazu klicken Sie in der Symbolleiste auf das dritte Icon „Festplatten einbinden“. Sie sehen eine Liste mit den gefundenen Partitionen, in der Sie etwa auf „Partition 2 (sda2, ntfs) einbinden“ klicken. Die zweite Partition ist in der Regel die Windows-Systempartition, die erste die Bootpartition.

Virenscanner starten: Klicken Sie auf „Durchsuchen starten“. Wenn der Virenscanner infizierte Dateien meldet, recherchieren Sie zuerst im Internet und finden heraus, um welchen Schädling es sich genau handelt. Abhängig von der Art des Befalls sind zum Teil komplizierte Maßnahmen erforderlich, und es nützt nichts, die gemeldeten Dateien einfach zu löschen. Sind viele Dateien betroffen, ist es ratsam, wichtige Dateien zu retten (-> Punkt 3) und Windows neu zu installieren.

Beide Virenscanner sind so eingestellt, dass sie Infektionen nur melden. Wenn Sie das ändern wollen, lösen Sie im Fenster „Laufwerke“ die Einbindung der Partition, setzen ein Häkchen vor „schreibbar?“ und binden die Partition wieder ein. Auf die Registerkarte „Expertenmodus“ setzen Sie ein Häkchen vor „Infizierte Dateien löschen“ (ClamAV) oder aktivieren Sie die Option „löschen“ beziehungsweise „desinfizieren/umbenennen“ (Avira).

3. Dateien von der Festplatte retten

Verbinden Sie ein USB-Laufwerk mit dem PC und binden die Windows-Partitionen ein, wie im -> Punkt 2 beschrieben. Dabei öffnet sich automatisch der Dateimanager „Thunar“. Gehen Sie in das Verzeichnis, aus dem Sie Daten kopieren möchten.

Markieren Sie die gewünschten Dateien oder Ordner, und drücken Sie Strg-C. Wechseln Sie dann zum Fenster mit dem Ziellaufwerk und hier in den gewünschten Ordner. Mit Strg-V fügen Sie die Dateien oder Ordner ein. Mit Shift-Strg-N lassen sich neue Ordner erstellen.

Tipp: Sie wollen sich eine alternative Boot-DVD mit einem anderen System zusammenstellen? Dann werfen Sie doch einen Blick auf die besten Rettungs-DVDs für den Notfall .

Übersicht: Die Tools des Notfallsystems

Tool

Funktion

Menü „Rettungswerkzeuge“

Avira / Clam AV

nach Schad-Software suchen

Daten retten

gelöschte Dateien wiederherstellen

Festplatte nach VM Image

Image-Datei einer Festplatte für Virtualbox oder Vmware

Kennwort neu

Windows-Log-in-Passwort löschen oder neu setzen

Partition retten

gelöschte Partitionen mit Testdisk wiederherstellen

Platte klonen

komplette Festplatte auf neue Festplatte klonen

Platte testen

Diagnose der Festplatten-Gesundheit

Qphotorec

gelöschte Dateien wiederherstellen

Rettungs-Image erstellen

Image einer teilweise defekten Festplatte erstellen

Sicher löschen

Festplatte komplett löschen

Windows-Shell zurücksetzen

stellt den Standard für die Windows-Shell wieder her

Menü „Weitere Wartungswerkzeuge“

Clonezilla

Images von Festplatten / Partitionen, Festplatte klonen

Dateimanager als Root

Dateien mit Root-Rechten kopieren / löschen

Fred Registry Editor

Windows-Registrierungsdatenbank bearbeiten

Gparted

Partitionen erstellen, löschen, ändern

Partimage

Partitionen sichern und zurücksichern

SSHD (Fernzugriff)

Fernzugriff über SSH auf das Notfallsystem

Root-Shell

Terminal-Fenster mit Root-Rechten

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